Abenteuer Kanonenbahn-Radweg

Radfahren im Eichsfeld

Hier gibt‚Äôs statt Bratwurst den Eichsfelder Feldgieker. Wie es zu diesem Namen kam? Na, weil die Wurst beim Trocknen ‚Äěaufs Feld naus giekte‚Äú. Und diese Felder scheinen endlos zu sein. Ohmgebirge, D√ľn, der Lauf von Werra und Unstrut bieten wunderbare Fotomotive. Die Wanderwege f√ľhren durch malerische D√∂rfchen, wo Traditionen bis heute gelebt werden. Wandern ist nicht so euer Ding? Dann eben per Rad in Kanonengeschwindigkeit.

Im S√ľdeichsfeld ‚Äď der Toskana des Nordens ‚Äď geht es schnurstracks entlang unvergesslicher Landschaft. Auf inspirierenden 32 km f√ľhrt der Kanonenbahn-Radweg durch die th√ľringischen Landkreise Eichsfeld und Unstrut-Hainich, dann durch den hessischen Werra-Mei√üner-Kreis. Also schwingen wir uns aufs Rad. Unstrutquelle und -viadukt, der K√ľllstedter Tunnel, die Kalktuffquelle, der Draisinen-Bahnhof und die Rad-Wege-Kirche ziehen an uns vorbei.

Moment! Draisine? Das sollten wir ausprobieren.

Achterbahn trifft Geisterbahn

Das Haar weht im Wind, die Landschaft scheint unbegrenzt. Dann wird es dunkel. Mit der Draisine geht es durch f√ľnf Tunnel auf der stillgelegten Bahnstrecke Leinefelde-Treysa. Ein wenig wie Achterbahn und Geisterbahn zusammen. Neben uns strampeln die Radfahrer und wir ziehen an ihnen vorbei. Spannend, wir h√∂ren verschiedene Sprachen und Dialekte. Der Kanonenbahn-Radweg w√ľrde uns bis nach Hessen hineinf√ľhren. Nat√ľrlich sind die Erlebnisse der Menschen im Eichsfeld noch immer gepr√§gt vom Leben an der Deutsch-Deutschen Grenze. Wir kommen ins Gespr√§ch und erfahren, dass es ganz in der N√§he die Gedenkst√§tte Grenzmuseum Schifflersgrund zu besichtigen gibt. Das schauen wir uns sp√§ter noch an.

Geschafft. Entlang der Strecke laden zahlreiche Rastplätze zu einer Pause ein. Und weil es mit einem Leckerbissen begonnen hat, endet die Tour auch mit einem: Zur Belohnung gibt es einen köstlichen Schmandkuchen aus der Region. Herrlich!

Ein Dorf geht am Stock

Am Nachbartisch wird diskutiert. Carbonfaser oder Holz? Ein Gespr√§ch unter Wanderfreunden. Moderne Teleskopst√∂cke scheinen bei dem einen keine Alternative zu den Gehhilfen aus Eiche und Kastanie. Stolz werkelt er an seinem Wanderstock herum und lacht uns zu: ‚ÄěAus Lindewerra! So wie bei Dr. House.‚Äú

Es stellt sich heraus, dass der Ort im Eichsfeld auf eine lange ‚ÄěStockmachertradition‚Äú zur√ľckblicken kann. Die Produkte aus den zwei Manufakturen erreichen Kunden in der ganzen Welt. Und schaffen es dabei bis ins Fernsehen. Beeindruckt planen wir einen Besuch auf unserem Weg Richtung Norden zur √úbernachtung im Klausenhof. Doch das ist eine andere Geschichte und auf keinen Fall etwas f√ľr Heuschnupfen-Allergiker!

 

Titelbild: ¬©Iris Blank Fotografie, HVE Eichsfeld Touristik e.V.


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