Rund um das Thüringer Meer

Der Hohenwarte Stausee Weg

Einen liebevollen Beinamen haben die Thüringer diesem Landstrich verliehen: Sie nennen es ihr „Thüringer Meer“. Tatsächlich gleicht der Anblick der weiten, von tiefen Wäldern umrahmten Wasserflächen einer skandinavischen Fjordlandschaft. Europas größtes zusammenhängendes Stauseegebiet liegt im Naturpark Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale. Und mittendrin: der Hohenwarte Stausee Weg – 74,4 km, die man so schnell nicht wieder vergisst.

Ein echter Wanderweg

Um es gleich vorweg zu sagen: Der Hohenwarte Stausee Weg ist nichts für Spaziergänger. Es ist ein echter Wanderweg mit allem Drum und Dran. Es geht hoch und runter, über anspruchsvolle Pfade, durch dichten Wald, entlang von Steilhängen an der Saale und zu felsigen Aussichtspunkten. Manchmal ist ein wenig Geschick gefragt, auf jeden Fall aber Ausdauer. Aber dafür werdet ihr auch belohnt. Das Wandern pustet den Kopf frei und öffnet die Sinne. Ihr werdet garantiert nicht mehr ans Büro denken, sondern nur noch Augen haben für das Grün der Wälder und das Blau des Wassers in der Tiefe. Das senkt den Blutdruck und reduziert Stress. Garantiert. Wenn ihr euch also entschließt, den Weg zu gehen, dann haben wir hier schnell noch fünf Geheimtipps für euch.

Tipp 1: Großes Panorama am Bockfelsen

Ausblicke sind ein Markenzeichen des Hohenwarte Stausee Weges. Die könnt ihr zum Beispiel vom Bockfelsen aus genießen, in der Nähe des Angerdorfes Gössitz. Der Felsvorsprung aus Schiefergestein bietet einen atemberaubenden Blick über das blaue Band der Saale, den Campingplatz Hopfenmühle und das Schloss Neidenberga. Wer ein wenig sportlich und mutig ist, kann auf dem Felsvorsprung bis nach vorn klettern. Muss natürlich nicht sein; auch vom sicheren Plateau aus sind die Aussichten spektakulär.

Tipp 2: Siebenschläfer im Mooshäuschen

Noch einen besonderen Aussichtspunkt findet ihr auf dem Gnomsberg nahe Neidenberga. Das Mooshäuschen. Es ist eine kleine Holzhütte, deren Wände im Inneren vollständig mit Moos bedeckt sind. Ein großes, glasloses Panoramafenster umrahmt einen wunderbaren Blick auf Saale, Wald und Flusshänge. Ihr könnt gern auf der Bank im Mooshäuschen Platz nehmen und euch Zeit fürs Schauen nehmen. Dabei vielleicht gleich den Wanderproviant verzehren. Wenn es dann auf einmal in den Hüttenwänden oder über euch raschelt, dann schaut euch vorsichtig um. Mit etwas Glück werdet ihr die Bewohner der Hütte entdecken: eine Familie Siebenschläfer. Sie naschen gern Apfel- oder Bananenstückchen.

Tipp 3: Fußbad mit Feuersalamander

Sollten ihr unterwegs einen Bach passieren (und das kann durchaus geschehen), zieht ruhig mal die Wanderschuhe aus und haltet sie in das wahrscheinlich sehr kalte Bergwasser. Nach dem ersten kleinen Kälteschock werdet ihr euch wunderbar erfrischt fühlen und sehr lebendig. Pure Waldwellness! Und wenn ihr dabei mal ein wenig nach links und rechts schaut, entdeckt ihr vielleicht einen kleinen schwarzen Gesellen mit leuchtend gelben Punkten: den Feuersalamander. Er liebt es, sich an kühlen Quellbächen zu verstecken. Eigentlich ist er nachtaktiv, aber an regnerischen Tagen hat man durchaus Chancen, ihm zu begegnen.

Tipp 4: Schnuppertour am Stausee

Einige Bewohner der Stauseeregion könnt ihr auch erschnuppern. Wie zum Beispiel die seltene Graslilie. Ihre zarten weißen Blüten bevölkern die trockenen Stauseehänge und verbreiten einen intensiv süßlichen Duft.  Sie ist eine ergiebige Nektarquelle für Schmetterlinge, Bienen und Schwebfliegen. Auch die dekorative Pfingstnelke werdet ihr hier häufig sehen. Sie duftet vielleicht weniger, wird euch aber mit ihren violetten Blüten bezaubern.

Tipp 5: Wanderbus mit Proviant

Von April bis Oktober verkehrt täglich der Wanderbus Thüringer Meer. Damit könnt ihr bequem zu einem Etappenstart fahren oder vom Etappenziel zurück. Und ihr habt Anschluss an das Regionalbahnnetz. Im Wanderbus könnt ihr auch eure Wanderverpflegung in Empfang nehmen. Das ist ein Angebot einer lokalen Bäckerei, bestehend aus einer zünftigen Brotzeit und Getränken. Wir nennen es den „Heimatproviant“. Einfach vorab im Internet oder per Telefon auswählen. Es wird dann direkt in den Wanderbus geliefert. 

Titelfoto: ©Thüringer Tourismus GmbH


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