Der Teufel im Eichsfeld

Burg Hanstein

Am Dreiländereck Hessen-Niedersachsen-Thüringen erstrahlt die Burgruine Hanstein im hellen Sonnenlicht. Eigentlich kennt man die Burg aus dem Kinofilm „Der Medicus“ als einen düsteren Ort. Bei einem Besuch merkt ihr aber schnell, dass die Burg und die Landschaft darum freundlich anmutende Orte zum Verweilen sind.

Über eine Brücke, die über den Halsgraben führt, gelangt ihr in den Innenhof der Burg. Von hier aus könnt ihr im Rittersaal echte Ritterrüstungen und Schwerter bestaunen. Oder ihr wandelt durch unterirdische Gewölbe in die ehemalige Folterkammer. Bei heißen Außentemperaturen ist die kühle Kellerluft eine wahre Erfrischung. Achtung, sanfte Gemüter aufgepasst! Es wird gruselig. Unten in der Kammer stehen Folterinstrumente wie eine mittelalterliche Folterbank und eine Hand-Kopf-Fessel. Wer lieber einen guten Ausblick genießt, steigt auf den Nordturm. Von hier habt ihr einen herrlichen Blick in das hessische Werrabergland. 

 

Burg Hanstein ist auch ein guter Ausgangspunkt für eine ca. 45-minütige Wanderung zur Teufelskanzel, um die sich eine interessante Sage rankt. So trafen sich vor vielen Jahren Hexen, Hexenmeister und Teufel im Harz, um die Walpurgisnacht zu feiern. Um Mitternacht, als das Fest im vollen Gange war, stieg der Satan auf einen hohen Felsen, um eine Predigt zu halten. Als er fertig war, fragten die Zuhörer, ob er im Stande sei, den Felsbrocken, auf dem er seine Rede gehalten hatte, bis zum Meißner zu tragen, ohne eine Pause zu machen. Er antwortete vor Übermut: „Das ist eine Kleinigkeit für mich!“. Als das Fest vorbei war, packte der Teufel den Felsen und lief pfeilschnell dem Meißner entgegen.

Zuerst ging alles gut, doch nach einer Weile bemerkte der Satan, dass er mit seinen Kräften am Ende war. Er erreichte schließlich den Höhberg. Jetzt war er nur noch einen Katzensprung vom Meißner entfernt. Gleich hätte er seine Wette gewonnen. Doch er musste sich ausruhen. Er schaute sich um, die Gegend war menschenleer. So beschloss er eine Pause zu machen, legte den Felsen neben sich und schlief ein. Bald aber wurde er von Hexengeschrei geweckt: „Ei Hans, du Prahler, bist erst hier!“. Der Teufel war so erschrocken, dass er die Hexe auf ihrem Besen in der Luft in tausend Stücke zerriss und selbst in die Tiefe und in die Fluten der Werra herabstürzte. Der Fluss machte schaudernd einen Bogen um die Stelle, auf dem der Teufel aufgekommen war, und fließt noch heute in Form eines mächtigen Hufeisens. Der Felsbrocken liegt noch an der Stelle und wird Teufelskanzel genannt.

Der romantische Weg von der Burgruine Hanstein zur Teufelskanzel führt 2,5 km durch den Wald. Im letzten Drittel ist er durch felsigen Steinboden und viele Wurzeln geprägt, was vor allen den Kindern gut gefällt. Sie hüpfen von Stein zu Stein. Drei Stufen führen euch hinauf auf den Felsbrocken. Dieser sagenumwobene Sandsteinfelsen bietet einen wunderschönen Blick auf das Werratal mit der in Hufeisenform fließenden Werra. Direkt hinter der Teufelskanzel steht ein Holzhäuschen mitten im Wald und erinnert an das Pfefferkuchenhaus aus dem Märchen Hänsel und Gretel. Zum Glück wohnt dort keine Hexe. Es riecht nach leckerem Essen. Also nehmt ruhig im Biergarten vor dem Wirtshaus Platz. Es gibt leckere Spätzle mit frischen Pfifferlingen mit Eichsfelder Käse überbacken und für die Kinder einen Thüringer Kloß mit brauner Bratensoße.

Titelbild: ©Copterfreunde Hessen, HVE Eichsfeld Touristik e.V.

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