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Eisenbahnviadukt Lengenfeld unterm Stein

Inmitten des Naturparks Eichsfeld-Hainich-Werratal, westlich von Mühlhausen in den romantischen Tälern der Frieda und Lutter, schlängelt sich wohl eine der imposantesten Eisenbahnlinien Mitteldeutschlands durch Berge und Täler. Dieser Eisenbahnviadukt, der weit das Dorf überspannt, ist das Wahrzeichen des Taldorfes Lengenfeld unterm Stein. Dieser Viadukt ist über 125 Jahre alt. Von Dingelstädt bis Geismar durchfuhr die Bahn 5 Tunnel und überquerte 4 Viadukte einschließlich das einmalige, den ganzen Ort Lengenfeld unterm Stein überspannende Viadukt. Diese Strecke ist Teil einer Eisenbahnlinie, welche als das größte Verkehrsprojekt Deutschlands in die Geschichte einging. Es handelt sich um eine 80 km lange, die größte Ströme Deutschlands überquerende und durch 34 Tunnel führende Bahnverbindung von Berlin nach Metz, um die Berlin-Koblenzer-Eisenbahn, besser bekannt als Kanonenbahn. Der Beweggrund zum Bau des Viaduktes lag einmal in stategischen Erwägungen, da nach dem Deutsch-Französischen Krieg (1870 - 1871) die neu gewonnenen Gebiete schnell erreichbar sein sollten. Zu diesem Zweck wurde die so genannte Kanonenbahn ursprünglich aus militärischen Gründen, errichtet. Zum anderen sollte das damals noch sehr weitmaschige Eisenbahnnetz mit der Verbindung Leinefelde / Hessen eine weitere Verbesserung erfahren. Die Errichtung des Lengenfelder Viaduktes erfolgte in den Jahren 1875 - 1879. Bereits 1875 wurde mit dem Unterbau begonnen. Es galt, das Fundament, die 7 Brückenpfeiler und die beiten Brückenköpfe in Angriff zu nehmen. Die Mauerarbeiten am Viadukt wurde im Juni 1877 begonnen und im Herbst 1878 beendet. Für die Pfeiler mit einem Fußumfang von je 18 Metern wurden die sehr harten Muschelkalksteine aus den Eigenrieder und Struther Brüchen angefahren. Dazu schafften sich damals mehrere Fuhrunternehmer ein zweites und auch ein drittes Pferd an. Im Bereich des Baugeländes mussten 11 Wohn- und Wirtschaftsgebäude abgebrochen werden. Die zum Bau herangezogenen ausländischen Arbeiter (vor allem Italiener) waren in Baracken auf dem nahen Bischofstein untergebracht. Es halfen auch einige einheimische Saisonarbeiter. Die umfangreichen Bauarbeiten, die im August 1879 vollendet werden konnten, waren teiweise recht schwierig - wegen des felsigen und hügeligen Geländes. Mehrere Bergeinschnitte, Bergrücken und Tunnel mussten bewältigt werden und schafften mancherlei Probleme. Die Brücke hat eine Höhe von 24 Metern und zieht sich in einer Länge von 237 Metern über Lengenfeld hin. Die Eisenteile des Tragwerkes und des Oberbaues stammen aus Ruhr-Werkstätten. Ein altes Lengenfelder Tagebuch, das vom Bauern und Ziegeleibesitzer Joseph Hahn von 1832 - 1881 geführt wurde, übermittelt, wann die erste Testfahrt auf dem Viadukt vollzogen wurde: - Den 8.September 1879 ist der der Eisenbahnzug mit der Lokomoive das erste Mal mit Sand auf der Eisenbahnbrücke über das Dorf gefahren -. Als in den Apriltagen 1945 ein Pionierkommando den Viadukt sprengen wollte, setzte sich der damalige Bürgermeister Franz Müller in kluger Verhandlungstaktig dafür ein, dass man davon abließ und somit größeres Unheil für das Dorf und das Friedtal verhindert wurde. Am 31.12.1992 fuhr letztmalig ein vollbesetzter Zug über das Lengenfelder Viadukt. Als Teil der Eichsfelder Kanonenbahn wird der Lengenfelder Eisenbahnviadukt heutzutage touristisch genutzt und u. a. mit Fahrraddraisinen befahren.

Öffnungszeiten

Erleben Sie eine Fahrt mit der Fahrraddraisine auf einer der schönsten Eisenbahnstrecken Deutschlands. Von Mo-So ab 10 Uhr und 14 Uhr.

Service

  • Sprache: deutsch

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Lage

Kontakt

Gemeinde Lengenfeld unterm Stein

Hauptstraße 67
99976 Lengenfeld unterm Stein

Telefon: +49 (0) 36027 70217
Telefon: +49 (0) 36027 760 0
Fax: +49 (0) 36027 70217

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