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Technisches Schaudenkmal Metallschraubenfabrik Saalfeld-Graba

Die Metallschraubenfabrik Graba in Saalfeld ist ein Kleinod der Industriegeschichte und gilt als das einzige bundesweit erhaltene Industriedenkmal dieser Art.
Das ursprüngliche Fabrikgebäude ist ein schlichter Klinkerbau aus der Zeit um 1910. Seine letzte bauliche Erweiterung und Veränderung bis zur  Schließung der Firma erfolgte um das Jahr 1930. Es beherbergt seit dem zwei Maschinensäle, den Antriebsraum sowie das Kontor und die Sozialräume. Die Ausstattung und damit auch das Erscheinungsbild aller dieser Räume haben seit dem Beginn der dreißiger Jahre keine wesentliche Ergänzung bzw. Veränderung erfahren.

Der Maschinenpark umfasst etwa 45 Werkzeugmaschinen. Hierbei handelt es sich vorzugsweise um Drehmaschinen mit unterschiedlichem Automatisierungsgrad, aber auch um Fräs-, Gewindeschneid-, Bohr- und Schleifmaschinen. Keine der Maschinen besitzt einen Einzelantrieb durch Elektromotoren. Vielmehr wurde der gesamte Maschinenpark von einer zentralen Kraftmaschine, zuerst ein Elektromotor, später ein Dieselmotor, angetrieben. Letzterer steht noch heute im Kraftmaschinenraum.
Die Energieübertragung bis hin zu den einzelnen Maschinen erfolgte über ein ausgeklügeltes mechanisches System, eine so bezeichnete Transmission. Diese leitete die Antriebsenergie mittels an der Decke befestigter Wellen und Räder von der zentralen Kraftmaschine in alle Teile der Maschinensäle. Die einzelnen Maschinen bezogen dann ihre Antriebskraft über Transmissionsriemen von diesem Übertragungssystem. Dabei konnte jede einzelne Maschine über eine Kupplung mechanisch zu- oder abgeschaltet werden. Die Werkzeugmaschinen füllen die Maschinensäle in ihrer unteren Ebene aus.

Das Transmissionssystem hingegen bestimmt in beeindruckender Weise das Erscheinungsbild der Maschinensäle in deren mittlerem und oberem Bereich.
(Prof. B. Mai aus „Die Schraubenfabrik in Saalfeld”, Objektbeschreibung)

In der Schraubenfabrik Zehner wurden Schrauben, Muttern und Fassonteile, auch in Kleinstmengen hergestellt. Aufgrund ausbleibender Aufträge in der Nachwendezeit und des einsturzgefährdeten Daches musste im Jahre 1990 die Produktion eingestellt werden.

1910 Gründung von dem aus Suhl stammenden Ernst Zehner
1917/18 Herstellung von Maschinengewehrteilen für den I. Weltkrieg
1929 und 1932 Ausbau der Fabrik
1933 Bau eines Maschinenhauses, Aufstellen einer Verbrennungskraftmaschine
1939/40 Umstellung auf Rüstungsindustrie zum Beginn des II. Weltkrieges
nach dem II. Weltkrieg erfolgte ein kontuinierlicher Abbau der Arbeitskräfte
1970 neben dem Firmeninhaber ist nur noch ein Angestellter beschäftigt
1990 Stilllegung
Maschinensäle lies man so, als hätten diese die Arbeiter nur zu einer kurzen Pause verlassen
1994 Entdeckung und Restauration der Fabrik durch den Verein „Industriearchäologie Thüringen e. V.”

Öffnungszeiten

öffentliche Führungen bzw. Termine für Gruppen auf Anfrage über Tourist-Information Saalfeld, Tel. 03671-522181

Weitere Informationen finden Sie hier https://www.saalfeld.de/Wirtschaft/standortsaalfeld/industriedenkmal/

Service

  • Sprache: deutsch

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Kontakt

Technisches Schaudenkmal Metallschraubenfabrik Saalfeld-Graba

Grabaer Str. 1
07318 Saalfeld

Telefon: 03671 - 522 181

Ansprechpartner(in): Touristinformation Saalfeld

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