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Thüringer Burg- und Schlossgeschichten

Der Prinzenraub im Residenzschloss Altenburg

Es war einmal ... So könnte auch der spektakuläre Prinzenraub im Schloss zu Altenburg beginnen. Allerdings ist es kein Märchen, dass ein Ritter namens Kunz von Kauffungen mit Verbündeten in der Nacht vom 7. zum 8. Juli 1455 die Söhne des sächsischen Kurfürsten Friedrich des Sanftmütigen - Ernst und Albrecht - aus ihren Gemächern entführte. Grund war ein Konflikt zwischen dem Kurfürsten und Kauffungen im Sächsischen Bruderkrieg. Er wollte mit dieser Tat eine Entschädigung für seine verloren gegangenen Ländereien erzwingen. Nach der Entführung flüchteten die Männer mit den Prinzen getrennt in Richtung Böhmen. Kunz von Kauffungen wurde jedoch schon am ersten Tag erkannt. Köhler überwältigten ihn im Waldgebiet zwischen Schwarzenberg und Grünhain und befreiten den 14-jährigen Prinz Albrecht. Sein Bruder Ernst wurde derweil 3 Tage in einem alten Bergwerksstollen im Hartensteiner Forst versteckt. Als die Gefangennahme Kunz von Kauffungens bekannt wurde, ließen die Entführer den 11-jährigen Prinzen gegen Zusicherung von Straffreiheit frei.

Für Kunz von Kauffungen endete das Kidnapping allerdings mit harten Folgen. Nur fünf Tage nach der Tat wurde er vor dem Gericht der Berggeschworenen in Freiberg wegen Landfriedensbruch für schuldig befunden und zum Tode verurteilt. Seine  Enthauptung fand bereits am darauffolgenden Tag auf dem Freiberger Obermarkt statt.

Im Schloss- und Spielkartenmuseum Altenburg widmet sich eine Ausstellung dem Prinzenraub. Zu sehen sind eine der zwei Garleitern (Strickleiter), mit der die Entführer ins Schloss eindrangen und ein Reitschwert, dass vermutlich Kunz von Kauffungen gehörte. Weitere authentische Ausstellungsstücke führen die Besucher in die Zeit und das Rechtswesen des 15. Jh.

Jährlich finden im Rahmen des Altenburger Musikfestivals auch Konzerte im Festsaal des Schlosses statt. 

Mächtig erhebt sich die imposante Schlossanlage über der Stadt. In der Stifts- und Schlosskirche St. Georg befindet sich vor dem Altar das Grab der Kurfürstin Margarethe von Österreich aus dem Jahr 1486, Mutter der Prinzen Ernst und Albrecht.

Altenburg besitzt eine lange Kartenmachertradition, seit 500 Jahren werden Spielkarten hergestellt und 1813 erfand man in der Stadt das Skatspiel. Dieses Kapitel der Stadtgeschichte zeigt die Ausstellung im Schlossmuseum.

Jeder Besucher kann in der neuen interaktiven KartenMACHERwerkstatt sein eigenes Kartenspiel herstellen. Egal, ob mit 3D-Drucker oder Linolschnitt gearbeitet wird: das Ergebnis ist ein Unikat „made in Altenburg“.

Im wunderschönen Schlosspark unter alten Bäumen befinden sich Teehaus und Orangerie, die unter Friedrich II. und seiner kunstsinnigen Gattin, der sächsischen Prinzessin Magdalena Sibylle errichtet wurden.

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