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Thüringer Burg- und Schlossgeschichten

Schloss Kochberg

35 Kilometer südlich von Weimar entfernt liegt idyllisch am Rande des Dorfes Großkochberg das Schloss Kochberg. Das Wasserschloss aus dem 16. Jahrhundert diente ab 1733 als Landsitz der Freiherren von Stein. Versetzen Sie sich zurück in die Jahre 1775 bis 1788, in denen Johann Wolfgang von Goethe hier bei seiner Vertrauten und Freundin Charlotte von Stein regelmäßig ein und aus ging. Noch heute lassen sich die Besuche nachvollziehen - Goethe schrieb einige Daten mit Tinte auf einen Schreibschrank, der im Schloss ausgestellt ist.

„... Mir geht‘s mit Goethen wunderbar. Nach acht Tagen, wie er mich so heftig verlassen hat, kommt er mit einem Übermaß von Liebe wieder ...“ schreibt Charlotte an J.G. Zimmermann.
 

Der Große Saal von Schloss Kochberg, in dem auch ein Hammerklavier steht, wird von einer schönen Unbekannten flankiert. Viele Räumlichkeiten sind noch mit originalen Möbeln der Charlotte von Stein eingerichtet.

Mit dem Titel "Seitensprünge" trumpft das Sommerfestival 2018 des Liebhabertheaters auf. Goethes "Wahlwanderschaften" und die Wiederaufnahme der Komödie "Der Misanthrop oder Der verliebte Melancholiker" von Jean Baptiste Molière laden in einzigartige Kulisse mit historischer Aufführungspraxis ein.

Das reizvolle Anwesen ist in der Sommersaison Anziehungspunkt für Liebhaber historischer Theateraufführungen, romantischer Konzerte und Picknick im Grünen.

Eine gute Adresse für Spaziergänge und Entspannung im Grünen: Im Landschaftspark finden sich viele lauschige Plätze zum Verweilen. 

Bei den Steins zu Hause

Zu so einem adretten Eigenheim in der Natur würden wohl die wenigsten Nein sagen – Schloss Kochberg war der einstige Landsitz der Familie von Stein. Jenen von Steins, bei denen Johann Wolfgang von Goethe durch seine zarte Verbandelung mit Charlotte von Stein ein häufiger Gast war.

Um 1600 wurde das Renaissance-Schlösschen mit dem lauschigen Wassergraben nördlich von Rudolstadt errichtet. Wer die liebevoll restaurierten Räume betritt, wähnt sich in einer fast intimen Atmosphäre. Da steht der Schreibtisch Charlottes samt Feder und Tintenfass, an dem auch Goethe einige Zeilen verfasste. Vor dem Kamin findet sich ein Schirm, den er bemalt haben soll. Die Möbel und Kunstgegenstände lassen das Schloss lebendig werden, als seien seine ehemaligen Bewohner nur eben gerade in den Garten gegangen. Der sechs Hektar große liebevoll gepflegte Lanschaftsparkpark lädt mit seinem alten Baumbestand, Badesee und Blumengarten, mit Turmruine und romantischem Leinwandhäuschen zum Spazierengehen und Picknick ein. Das Schlossrestaurant  bietet neben Kaffee und Kuchen saisonale Küche mit frischen Kräutern und Gemüse aus der Schlossgärtnerei und Wild vom örtlichen Förster.

Ein Musenhof en miniature:  Theater wie zu Goethes Zeiten

Ein einzigartiges Kleinod ist das zum Schlossensemble gehörende sorgsam restaurierte Privattheater, das „Liebhabertheater“, mit dem sich Carl von Stein nach Weimarer Vorbild auf seinem Landsitz um 1800 seinen eigenen Miniatur-Musenhof schuf. Von Hand marmorierte Tapeten prägen die Gestaltung des kleinen Theatersaales mit seinen 75 Zuschauerplätzen. Die Besucher erleben herausragende Künstler aus nächster Nähe in der intimen Atmosphäre eines authentischen Theaters der Goethezeit. Das Repertoire konzentriert sich auf Werke des Barock, der Klassik und der Romantik. Großer Wert wird auf eine hohe künstlerische Qualität, werkgetreue Aufführungen und die Pflege der historischen Aufführungspraxis gelegt, die den Theaterbesuch zu einem besonderen Erlebnis werden lässt. Eigene Produktionen und Koproduktionen von Opern und Schauspielen werden speziell für diese Bühne konzipiert.

 

Das Kochberger Sommerfestival

Jeden Sommer wird das historische Theater mit Opern- und Theater-Aufführungen, Kammerkonzerten und Lesungen zum Leben erweckt. Vom 5. Mai bis zum 22. September 2018 lockt das Sommerfestival mit renommierten Künstlern zu rund 30 Aufführungen. Unter dem Titel „Seitensprünge“ wird die Neu-Inszenierung von Goethes Roman „Die Wahlverwandtschaften“ gezeigt. Dieser spielt auf einem Landsitz mit Park. Womöglich wurde Goethe durch die ihm so vertrauten Orte auf Schloss Kochberg inspiriert oder Carl von Stein gestaltete den Kochberger Schlosspark nach Vorbild des Romans.

Peter Hacks’ erfolgreiches Ein-Personen-Schauspiel „Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe“ entführt die Besucher in Charlotte von Steins Gedankenwelt und somit in eine vergangene Zeit. Es wartet außerdem die Molière-Komödie „Der Misanthrop“, aufgeführt wie zur Zeit des Weimarer Hoftheaters unter Goethes Leitung. Hochkarätige Konzerte mit Werken der Klassik und Romantik nehmen Bezug auf das Jahresthema und runden das Sommerfestival ab. Ein besonderes Highlight finden die Besucher bei „Oh Joyous Pain of Love“ mit Musik aus Renaissance und Frühbarock mit dem international bekannten Countertenor Philipp Mathmann.

Nehmen Sie Platz und lassen Sie sich verzaubern von traumhafter Atmosphäre im Liebhabertheater!

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