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Porzellan aus Thüringen

In den Porzellanmanufakturen Aelteste Volkstedt in Rudolstadt kann man den Handwerkern über die Schulter sehen. Einblicke in eine Kunst, die in Thüringen seit über 250 Jahren Tradition hat ...

Darf´s vielleicht noch eine winzig kleine Rose sein? Eine über den Rücken fließende Haarsträhne? Oder ist jetzt der aufgebauschte Tanzrock aus Spitzenbelag dran? Die Damen hier haben vielleicht die Ruhe weg. Sitzen auf Drehstühlen, unterhalten sich über das bevorstehende Wochenende und hantieren dabei hochkonzentriert mit Werkzeugen, die teilweise so filigran sind, dass man sie eher in einer Zahnarztpraxis vermuten würde als in einer Porzellanmanufaktur. Mit kleinen spitzen Messern wird ein winziges Stück Porzellanmasse zu einer Wurst gerollt, geschnitten, geformt, gebogen - und schwupps: Fertig ist eine kleine perfekte Blüte, die höchstens fünf Millimeter Durchmesser hat.

Mit leichter, ruhiger Hand wird das Röschen von des Messers Schneide direkt auf den Schulterwurf einer schneeweißen Figur platziert. Und weiter geht es: rollen, schneiden, formen - eine Rose ist eine Rose, ist eine Rose, eine wie die andere. Ob man an schlechten Tagen nicht auch mal einen misslungenen Porzellanklumpen gegen die Wand pfeffert? Die Keramformerinnen lachen. Ganz am Anfang sei öfter mal was schief gegangen, aber jetzt nicht mehr. Und prompt ist der Blumenschmuck fertig. Ab ins Regal mit dem barocken Kerlchen. Er muss jetzt durchtrocknen, dann kommt es in den Ofen.

Porzellanfiguren haben hier Tradition

Die Gläserne Porzellanmanufaktur in Rudolstadt gibt es seit 2007. Vor einigen Jahren kamen in dem Gebäude der Aeltesten Volkstedter Porzellanmaufaktur - die es seit 1762 gibt und die damit Thüringens älteste noch produzierende Manufaktur ist - mehrere Werkstätten unter einem Dach zusammen: die Unterweißbacher, die Porzellanmanufaktur Scheibe-Alsbach und die Porzellanmanufaktur Plaue. Alle produzieren in Handarbeit Figurenkunstwerke. Weitere Spezialitäten sind Wandteller und Schalen sowie Lithophanien, dünne, lichtdurchlässige Porzellanplatten, auf den Porträts oder Landschaften zu sehen sind, wenn sie angeleuchtet werden. Mit Hingabe, Stolz und Spaß gehen die ca. 50 Angestellten ihrer Arbeit nach. Neben den Brennöfen sind vor allem die Schleifmaschinen wichtig. In einer, die wie ein großer Topf aussieht, tauchen die gebrannten Figuren in bewegtem keramischen Granulat ab. Darf man da mal reinfassen? Fühlt sich auch für Hände nach Wellness an - und hat mit Sicherheit einen tollen Glättungseffekt ...

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