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Naturpark Thüringer Schiefergebirge/ Obere Saale

Wo Thüringen blau macht

Ein Naturpark zwischen den Wäldern des Rennsteigs und den Burgen der Saale. Im Thüringer Schiefergebirge dominieren Schattierungen von Blau. Blau wie das Wasser der Saale, der Himmel über der Landschaft und das Schiefergestein, das der Region den Namen gab. Die Landschaft ist ursprünglich und ein bisschen wild. Fast fühlt man sich in den Norden Europas versetzt in den tief eingeschnittenen Tälern. Die steilen Hänge sind dicht bewaldet. Tiere wie der Feuersalamander oder der Rauhfußkauz sind hier zu Hause. Und immer wieder trifft man auf Wasser: an Teichen und Bächen, an der noch jungen Saale und am „Thüringer Meer“, mit über 70 km Staulänge Europas größtes zusammenhängendes Stauseegebiet.

Der Hohenwarte-Stausee im Thüringer Schiefergebirge gehört zum größten zusammenhängenden Stauseegebiet Europas. Er fasst 182 Millionen Kubikmeter Wasser.

Das historische Pfahlhaus am Plothener Hausteich ist ein verwunschener Ort. Heute beherbergt er ein kleines Museum mit einer Ausstellung zur Geschichte des „Landes der Tausend Teiche“.

Mit dem Elektrorad ist man ganz entspannt auf dem Saaleradweg unterwegs. Leihstationen für E-Bike und Pedelec gibt es an mehrere Stationen am Thüringer Meer.

Wasser ist das dominierende Thema im Naturpark. So bietet es sich an, Fluss und Stauseen selbst mit dem Ruderboot oder Kanu zu erkunden

Wo Flüsse blühen

Im Sommer blüht die Saale, besser gesagt der Flutende Hahnenfuß. Er legt sich wie ein Schleier aus weißen Blüten auf die Wasseroberfläche. Der Fluss gibt ihm was er braucht: kühles, sauerstoffreiches, fließendes Wasser und sonnigen Bereiche. Er ist aber nicht nur eine optische Attraktion, sondern auch Bestandteil des Ökosystems, als Produzent von Sauerstoff und Laichpflanze für viele Wasserlebewesen.

Franziska Jacobs liebt den Fluss. Sie ist ein Naturmensch und für ihr Leben gern draußen unterwegs. Im Thüringer Schiefergebirge ist sie aufgewachsen. Und hierhin ist sie nach einigen Jahren in Schweden wieder zurückgekehrt. „Letztendlich war die Sehnsucht nach der Heimat stärker“, sagt sie. Und das Fernweh zu Hause nicht mehr ganz so groß, denn das Schiefergebirge ähnelt an manchen Stellen der skandinavischen Natur: Schroffe Täler, das glitzernde Blau der Saalestauseen, umgeben von tiefgrünen Berghängen und schwarzblauen Schieferfelsen.

Der schönste Wanderweg im Schiefergebirge, das ist für Franziska Jacobs der Hohenwarte Stausee Weg. Auf 75 km führt er entlang an den Ufern des „Thüringer Meeres“, wie Europas größtes zusammenhängendes Stauseegebiet in liebevoller Übertreibung genannt wird. Die Route schlängelt sich über die Steilhänge des Mittelgebirges.  Manche Stellen ähneln nordischen Fjorden. Von hier oben hat man beste Aussichten – mal auf den Hohenwarte-Stausee, mal auf das blaue Band der Saale. Abstecher ans Ufer gehören dazu, denn man kann sich auch selbst aufs Wasser begeben. Entweder entspannt als Passagier auf einem Ausflugsschiff oder sportlich mit dem Kanu, wie Franziska Jacobs.  „Manchmal bist du ganz allein auf dem Wasser“, erzählt sie, „und kannst dich wie in der Wildnis fühlen“.

Ein Berg von "blauem Gold"

Eindrucksvoll ist das „blaue Gold“ des Schiefergebirges. Je nach Lichteinfall schimmert der Schiefer in kräftigsten Farben – Blau, Grau und Grün oder sogar Violett. Der Stein hat das Gebirge bekannt gemacht und das Leben der Menschen geprägt. Man sieht ihn überall im Naturpark und in den Dörfern, wo robuste Schieferschindeln die Häuser umkleiden. Er türmt sich auf mächtigen Abraumhalden, dunkel glänzenden Hügeln aus Schieferplatten, die wie surreale Landschaften wirken. Einige davon kann man rund um Lehesten sehen, im Zentrum des Naturparks. Ab dem 16. Jahrhundert wurde das Gestein hier in großem Stil abgebaut. Heute ist der alte Schieferbruch ein technisches Denkmal, das an die schwere Arbeit der Vergangenheit erinnert. Und an eine einzigartige Landschaft, schroff und fantastisch zugleich.

Auch Filmteams haben mittlerweile ihren optischen Reiz entdeckt. In den letzten Jahren fanden hier immer wieder Dreharbeiten statt, gerade erst für die Verfilmung eines Skandinavien-Krimis von Stieg Larsson.

Immer dem Schiefer nach geht es auf dem Schieferpfad zum Grünen Band. Der etwa 60 km lange Rundweg verbindet alte Schiefertagebaue, geologische Aufschlüsse und technische Denkmale. Und er führt durch die ehemalige deutsch-deutsche Grenzregion, das Grüne Band.

Im "Land der Tausend Teiche"

Die Fischerei Milkau bei Plothen im Nordosten des Naturparks ist ein Familienbetrieb. Inhaber Swen Milkau wollte nie etwas anderes sein als Fischer. Die Lieblingstiere der Familie sind als Tatoo auf dem Unterarm verewigt. „Ich arbeite im Kreislauf der Natur und der Region. Sogar das Getreide, mit dem wir unsere Fische füttern, stammt von hier“, sagt er. Die Milkauer Fischerei ist ein Relikt im Plothener Teichgebiet, das vor langer Zeit genau zu diesem Zweck hier angelegt wurde. Über 600 Teiche erstrecken sich heute auf einer 75 Quadratkilometer großen Hochfläche im Schiefergebirge. Im 11. Jahrhundert waren es dreimal so viele Gewässer. Mönche legte sie zur Fischzucht an. Es ist ein riesiges, teils durch Gräben miteinander verbundenes System, das sich aus Niederschlägen speist, weswegen man die kleinen Seen auch Himmelsteiche nennt. Spitzenreiter ist der 32 Hektar große Hausteich, in dem ein Holzteich auf 90 Pfählen steht. Inzwischen beherbergt es ein Museum, das zeigt, wie das Teichgebiet entstanden ist und was man tut, um es zu erhalten. Darum herum ein Landschaftsschutzgebiet, in dem man Fischadler, Gänsesäger und Silberreiher beobachten kann.

3 Tipps für kleine Extras im Naturpark

Die Kraft des Wassers erleben
Vor über 100 Jahren begann man in Ziegenrück mit der Energiegewinnung aus Wasser. Heute ist das ehemalige Kraftwerk ein hochinteressantes Museum mit Turbinen und Wasserrädern, einem Hydraulischen Widder, Backhaus und bewohnter Mäusemühle (!). Auf der Website der „Fernmühle“ in Ziegenrück gibt es schon mal den 3D Rundgang durch das Museum.

Unterirdische Schönheiten entdecken
Vor vielen hundert Jahren bauten Bergleute in Saalfeld schwarzen Alaunschiefer ab. Seitdem die Förderung eingestellt wurde, hat die Natur die Stollen und Höhlen in eine farbenprächtige Märchenkulisse verwandelt. Die Saalfelder Feengrotten stehen mit ihrer farbenreichste Schauhöhle der Welt im Guinness-Buch der Weltrekorde.

Im Moorbad entspannen
Wenn feuchte Nebel ziehen oder Regen fällt, sieht die Natur wunderschön und geheimnisvoll aus. Wandert man bei diesem Wetter, ist im Anschluss jedoch dringend Aufwärmen nötig. Ein guter Ort dafür: die Therme in Bad Lobenstein. Im Moorbad oder Moorsauna kann man auf regionaltypische Art und Weise die perfekte Auszeit vom Alltag finden.

Kommentare

Einfach treiben lassen

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Übernachten auf dem Wasser, inmitten der Ruhe des Naturparks: Das Treibhouse auf der Bleilochtalsperre gehört wohl zu den ungewöhnlichsten Ferienwohnungen in Thüringen. Wo könnte ein Sonnenuntergang schöner sein, als auf der eigenen Bootsterrasse, mit einem Glas Wein in der Hand. Mehr erfahren

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Sechs besondere Orte

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Unsere Autorin Johanna Rothhardt war unterwegs im Naturpark und berichtet unter anderem über Klein-Großstadtflair in Saalfeld, kulinarische Hexereien und magischen Schiefer ... zum Blogbeitrag

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