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Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal

Stadt, Land, Fluss

Das Gebiet im Nordwesten Thüringens, liegt direkt an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze zwischen Eisenach im Süden und Heilbad Heiligenstadt im Norden. Drei sehr unterschiedlich geartete Naturräume mit charakteristischen Landschaften, Flora und Fauna sind hier in einem Naturpark vereint.

Biker und Wasserfreund lieben das Werratal mit seinen kleinen Fachwerkstädten und alte Burgen. Entlang des Flusses liegen naturnahe Auenlandschaften und an warmen Felswänden herrscht ein fast mediterranes Mikroklima. Im Buchenurwald des Hainich wandelt man durch ein UNESCO-Weltnaturerbe. Der Nationalpark Hainich ist Teil der Region. Im Eichsfeld prägen ausgedehnte Muschelkalkplateaus und große Eibenbestände das Bild.

Auf dem Werratalradweg dem gemächlich fließenden Wasser des Flusses zu folgen hat etwas Meditatives. Bizarre Felsformationen wechseln ab mit grünen Uferwiesen. Unterwegs alte Burgen, kleine Fachwerkstädte und idyllische Dörfer. Kaum zu glauben, dass dies einmal eine Grenzregion war.

Vom Skywalk auf dem 486 Meter hohen Felsplateau des Sonnensteins blickt man weit über das Eichsfeld, bis hin zum Südharz. Wer sich traut und auf dem Glasboden des Steges ganz nach vorn läuft, hat das Gefühl über der Landschaft zu schweben. Ein bisschen, als wäre man eins mit der Natur.

Hof Sickenberg im gleichnamigen Naturparkort steht für die nachhaltige Landwirtschaftstradition der Region. Was hier auf der Streuobstwiese oder im Bauerngarten wächst, das können auch Gäste des Hofes genießen. Weithin bekannte Spezialität: der Walnusskuchen mit Nüssen von den hofeigenen Bäumen.

Der Hainich ist Deutschlands größtes zusammenhängende Laubwaldregion. Hier ist der Wald oft noch so wild und ursprüng­lich, dass man sich in einem Urwald wähnt.  Auch die UNESCO hat die Besonderheit der Region mit einem Eintrag auf der Weltnaturerbeliste gewürdigt.

Das Grenzmuseum Schifflersgrund in Asbach-Sickenberg zeigt, wie die innerdeutsche Grenze einst aussah. Ansonsten regiert am ehemaligen Grenzverlauf die Natur. Sie hat hier, am Grünen Band, einen Rückzugsort für seltene Pflanzen und Tiere entstehen lassen.

Die Burgruine Hanstein prägt mit ihrer unverkennbaren Silhouette das Bild des Eichsfelds. Vom Berg aus hat man einen wunderbaren Rundumblick über Eichsfeld und Werratal bis zu den Bergen des Thüringer Waldes.

Am Ufer fließt die Welt dahin

Der Biber ist zurück an der Werra. Sehen können wir ihn zwar gerade nicht, aber dort am Flussrand sind seine Spuren deutlich zu erkennen: die Biberburg aus Ästen, Zweigen und Schlamm, die „Biberrutschen“, die die Nager nutzen, um zwischen Ufer und Wasser zu wechseln. Und die sanduhrförmig angenagten Stämme.

Dass wir ihn nicht zu Gesicht bekommen, ist zu verschmerzen. Die Natur hat sich am heutigen Morgen sowieso schon von der besten Seite gezeigt. Bei strahlend blauem Himmel haben wir an der Werrabrücke in Creuzburg das Kanu zu Wasser gelassen. Seit acht Uhr sind wir auf Kurs in Richtung Treffurt. Gleich hinter Creuzburg schieben sich steil mächtige Wände aus Muschelkalk 200 Meter in die Höhe. Erst die Ebenauer Köpfe auf der linken Seite, dann die fast noch imposanteren Nordmannsteine rechts. Eine schroffe, wilde Felslandschaft, die ihren Kontrapunkt in der gemütlich dahinfließenden Werra findet.

Lautlos gleitet unser Kanu voran. Noch sind wir das einzige Boot weit und breit. Ein Graureiher schwingt sich mit wenigen Flügelschlägen an uns vorbei zum nächsten Ast. Eine Entenfamilie lässt sich in einem kleinen Strudel im Kreis treiben. Schwäne schauen neugierig herüber. Vom Ufer ragen Bäume so weit hinaus, dass sie sich gerade noch halten können.

Ein Gefühl macht sich in uns breit. Das Gefühl von Freiheit. Das liegt auch am Fluss, der hier zwischen Frankenroda und Falken freier fließt.  Seine Altarme sind wieder geöffnet worden und Laichgewässer für Amphibien angelegt. Friedlich ist die Welt auf Wasseroberfläche. Wer mehr Dramatik sucht, der schaue einfach nach oben zu den Felsabstürzen. Das fühlt sich dann ein bisschen an wie ein amerikanischer Canyon.

Kajak, Kanu oder Schlauchboot: Regionale Veranstalter bieten Touren auch für Einsteiger an.

Aktiv im Naturpark

Der Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal wäre das perfekte Terrain für einen Natur-Triathlon: Mit dem Rad zu den Klippen mit Aussicht, zu Fuß durch den Eibenwald und im Kanu auf der Werra an mächtigen Felsen vorbei. Wanderoptionen beinhalten Fernwege, wie den Naturparkweg Leine-Werra und kurze Touren wie die Premiumwege P6 oder P16. Mit dem Rad kann man nicht nur dem Verlauf der Werra folgen, sondern auch entlang der Unstrut unterwegs sein. Die perfekte Verbindung von Werratalradweg und Leine-Heide-Radweg ist der Radweg Leine-Werra.

Am Grünen Band

Wo einst die streng bewachte innerdeutsche Grenze stand, verläuft heute Deutschlands größter Biotopverband,das Grüne Band. Es ist ein Rückzugsgebiet für bedrohte Tier- und Pflanzenarten, paradoxerweise entstanden durch ein menschenverachtendes Grenzregime. Traditionelle Bewirtschaftung und der Schutz der Natur stehen heute hier im Einklang miteinander. Über ca. 100 km zieht es sich auch an der Westgrenze des Naturparks Eichsfeld-Hainich-Werratal entlang. Inmitten der Natur, die einen Hauch von Abgeschiedenheit hat, treffen wir auf verträumte Dörfer, Wiesen, Wälder und überraschende Aussichtspunkte.

Auf dem Premiumweg P16 kann man nahe dem ehemaligen Grenzdorf Asbach-Sickenberg eine Runde drehen und dabei Spuren der Grenzgeschichte finden. Frischen Walnusskuchen unter alten Bäumen gibt es zur Rast im Café des denkmalgeschützten Hof Sickenberg.

In direkt am Fluss liegenden Lindewerra lebt das traditionelle Handwerk des Stockmachens weiter. Und der Premiumweg P6 nahe Treffurt führt zum Heldrastein, wo der Turm der Einheit steht, von dem aus man die gesamte Region überblicken kann.

Einen Überblick über das Grüne Band in Thüringen erhalten Sie hier.

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