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Kickelhahnturm

Eine gute Stunde Fußweg braucht der Wanderer bis zum 861 m hohen Gipfel des Kickelhahns. Seinen Namen hat der Berg wohl vom Auerhahn, der einst in dieser Gegend gejagt wurde. Präparierte Exemplare dieses selten gewordenen Vogels sind im Jagdhaus Gabelbach, einige hundert Meter unterhalb des Gipfels gelegen, noch zu sehen. Auf der Höhe des Berges ermöglicht der 24 m hohe Aussichtsturm einen herrlichen Rundblick über den Thüringer Wald und dessen Vorland.


Der Thüringer Wald war früher schon ein beliebtes Ziel von Erholungssuchenden. So auch Ilmenau, das seit 1838 Bade- und Luftkurort war und eine jährlich wachsende Zahl von Kurgästen aufwies.
Aber auch Natur- und Heimatfreunde der Umgebung genossen die hiesige Natur. Schon lange wurde von ihnen der Wunsch geäußert, gerade auf dem Kickelhahn einen Aussichtsturm zu errichten. Das Vorhaben konnte aber aus finanziellen Gründen nicht realisiert werden.

Erst als im Herbst 1852 der damalige Großherzog Carl Friedrich und die Großherzogin Maria Pawlowna auf dem Kickelhahn weilten und den gegenüber im Gothaischen errichteten steinernen Turm auf dem Schneekopf sahen, entschloss man sich, auf dem höchsten Berg des Großherzogtums ebenfalls einen Turm zu bauen, um den Wanderern nach allen Seiten hin die Aussicht zu öffnen. Maria Pawlowna stiftete zunächst 1.000 Taler als Grundstock für den Bau eines soliden Turms.

Mit der Leitung und Bauausführung wurde der damalige Bürgermeister Johann Christian Hertzer beauftragt. Die Turmerbauer selbst waren durchweg Einheimische, die unter großen Schwierigkeiten die Arbeit durchführten. Das Material (Steine, Mörtel, Wasser u. a.) musste auf den Berg transportiert werden. Die Wetterbedingungen waren für die Arbeiter dabei auch nicht immer günstig. Die Bausteine für den Turm lieferte der Kickelhahnberg selbst. Der Sandstein für die Verzierungen wurde zwischen Ilmenau und Martinroda gebrochen.

Am 8. Mai 1854 fand die feierliche Grundsteinlegung statt. In den Grundstein selbst soll eine Kapsel mit Urkunden, Gedenkschriften, damals gültigen Münzen und sonstigen Erinnerungsstücken eingelassen sein.

Der Turmbau ging ob der guten Witterungsbedingungen zügig voran. Nach Maßgabe der Zeichnung sollte der Turm im byzantinischen Stil ausgeführt werden, rund und von unten in konischer Form gehalten sowie mit einer Balustrade und vier Altanen versehen sein.

Bereits im Oktober 1854 ging der Turm seiner Vollendung entgegen. Im Frühjahr 1855 wurde die hölzerne Wendeltreppe angelegt, die Zinne erhielt eine gut verschließbare Falltür und der ganze Turmboden einen schützenden Beschlag aus Zinnblech. Der Bau kostete insgesamt 2.200 Taler.

Öffnungszeiten

Geöffnet ist der Turm in der schnee- und frostfreien Zeit.

Service

  • Imbiss
  • Sprache: deutsch

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Lage

Kontakt

Kickelhahnturm

98693 Ilmenau

Ortsinformationen

Anreise