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Großer Auftritt

Das Deutsche Nationaltheater in Weimar gehört zu den geschichtsträchtigsten Bühnen in Deutschland.
Ein Blick hinter die Kulissen ...

Stockfinster ist es, als sich der schwere rote Vorhang im Theater hebt. Die Musik ist düster. Spot an. Wir sehen eine junge Frau, die sich der meterhohen grauen Kerkerwand entgegenstemmt, die sich unaufhaltsam immer weiter in Richtung Zuschauerraum schiebt. Man sieht und spürt: Jetzt wird es wirklich eng für Maria Stuart, die gefangene, gefallene Königin von Schottland.  Die moderne, optisch ziemlich entstaubte Aufführung bleibt dem Text aber über weite Streecken treu - das schafft einen spannenden Gegensatz zur Inszenierung.

In der Pause kann man draußen vom Balkon im ersten Stock auf den Theaterplatz hinuntersehen - und auf Goethe und Schiller, die dem Publikum brüderlich vereint den Rücken zuwenden. Doch welche Rolle spielen die beiden Dichterfreunde drinnen im Theater? Und was bedeutet es für die hier angestellten Künstler, in einer Spielstätte zu arbeiten, die einst Johann Wolfgang Goethe persönlich leitete, in dem auch Friedrich Schiller ein- und ausging? "Diese ganze historische Aura spielt eine große Rolle", erzählt Operndirektor Hans-Georg Wegner. "Aber hin und wieder muss man sich davon auch frei machen, um lebendig und gegenwärtig zu bleiben." Und die Chefdramaturgin Beate Seidel ergänzt: "Das Tolle ist, dass einem an diesem Theater die Stoffe geradezu entgegen springen. Es ist ungeheuer spannend, Klassiker wie ´Faust´, ´Wallenstein´oder ´Maria Stuart´hier auf ihre Gegenwarts-Tauglichkeit zu prüfen. Ich empfinde das Arbeiten in Weimar als ein Geschenk."

Machtspiele oder Liebe? Szene aus Weimars "Fledermaus".

Ein Theater mit Geschichte - Goethe und Schiller gingen hier ein und aus.

Mit Schmäh und schmissigen Arien - Weimars "Fledermaus".

Die Staatskapelle Weimar gilt als eines der besten Sinfonie- und Opernorchester des Landes.

Natürlich bringt das Deutsche Nationaltheater nicht nur Goethe und Schiller auf die Bühne. Der Spielplan im Schauspiel und Musiktheater sowie die Konzertprogramme der Staatskapelle Weimar spannen den Bogen vom klassischen Kanon bis hin zu zeitgenössischen Werken. Weimar ist stolz darauf, ein so großes Drei-Spartentheater zu haben.

Etwa 400 Mitarbeiter hat der Theaterbetrieb, darunter 20 Schauspieler, 15 Sängersolisten, 44 Opernchorsänger und 96 Musiker der Staatskapelle Weimar. Mehr als 200 Beschäftigte kümmern sich um reibungslose Abläufe und fertigen die Ausstattung, von den Bühnenbildnern und Dekorationen bis zu Kostümen, Masken und Perücken. Es ist beeindruckend, einmal hinter die Kulissen zu schauen.

Dabei spielt das Theater gar nicht nur im Haupthaus. Es hat mit dem E-Werk eine weitere Spielstätte in einem einzigartigen Industriedenkmal - der Kontrast zum altehrwürdigen Bau am Theaterplatz könnte größer nicht sein. Das ehemalige Elektrizitätswerk mit seinen Kesseln, Röhren und Gerätschaften, auf die man sich heute keinen rechten Reim mehr machen kann, bietet einen ungewöhnlichen Rahmen für eine kleine Bühne. Hier spielt zu Beispiel "DIDO UND AENEAS - eine Oper von Henry Purcell Libretto. Wie so oft geht es um böse Kräfte und die große Liebe.

"Ich mag am Weimarer Publikum die sehr direkte Art der Reaktion", sagt Intendant Weber. "Auch wenn ich mir manchmal mehr Neugier auf Neues wünschen würde. Denn nur durch das Ausprobieren unbekannter Kompositionen und Texte können wir ja an das anknüpfen, was wir in Weimar als Tradition definieren dürfen."

 

Mein persönlicher Kulturtipp:

 

Beate Seidel, Chefdramaturgin am DNT

Schlendern Sie durch die Gassen, lesen Sie alle Gedenktafeln und schauen Sie in all den interessanten Wohnhäusern berühmter Menschen vorbei. Weimar versteht man am besten, wenn man weiß, wer hier gelebt hat, was hier gedacht worden ist.

Unser Programm-Tipp:

Unser Programm-Tipp:

DIE HOCHZEIT DES FIGARO
Premiere: 27.01.2018, weitere Termine bis 16.06.2018
Die Oper von Wolfgang Amadeus Mozart beleuchtet ein ganz menschliches Thema: die Liebe.

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Das Deutsche Nationaltheater als historischer Ort

Das Deutsche Nationaltheater ist nicht nur Kunstbetrieb, sondern auch ein Ort der Geschichte. 1791 wurde es als Hoftheater unter der Leitung von Johann Wolfgang von Goethe gegründet. Am 31. Juli 1919 stimmte dort die Nationalversammlung der ersten demokratischen Verfassung Deutschlands zu. Auch dunkle Stunden hatte das DNT: 1926 vereinnahmten die Nazis das Theater - und den Geist von Weimar - und hielten dort den ersten Parteitag der NSDAP nach Aufhebung des Verbots ab.

nationaltheater-weimar.de

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