Seite empfehlen:

Bauhaus-Spuren in Probstzella & Dornburg

Das Haus des Volkes in Probstzella

1925 wurde Alfred Arndt durch Walter Gropius vom Studium am Bauhaus freigestellt, um mit dem »Haus des Volkes« in Probstzella eines der bedeutendsten Bauhaus-Ensembles in Thüringen fertigzustellen. Er übernahm das Haus im Rohbau und realisierte es im Auftrag des Unternehmers Franz Itting als Veranstaltungs- und Gästehaus. Über die Bauhaus-Werkstätten erfolgte der komplette Innenausbau des Mehrgeschossers.

Der markante kubische Bau mit Dachturm und großer moderner Gartenanlage prägt noch heute maßgeblich das Ortsbild von Probstzella. Im Jahr 2005 wurde das eindrucksvolle Objekt nach denkmalgerechter Sanierung als Bauhaushotel und Veranstaltungshaus, ehemaliges »Haus des Volkes« wiedereröffnet. In Zusammenarbeit mit der Tochter des Architekten entstand auch eine kleine Ausstellung zur Geschichte des Hauses. Nicht weit vom Hotelgebäude entfernt liegen die »Itting-Garagen«. Sie wurden ebenfalls von Alfred Arndt errichtet und sollen bis zum Bauhaus-Jubiläum 2019 saniert werden. Bei einem Spaziergang durch den Ort trifft man im Grauweg auf einen weiteren Arndt-Bau: das von ihm entworfene Haus Bauer (1927/28 mit Erweiterungen aus den 1930er Jahren), das heute privat genutzt wird. Der Architekt lebte mit seiner Frau, der  Bauhäuslerin und Fotografin Gertrud Arndt bis 1948 in dem Ort im Thüringer Schiefergebirge.

Bauhaus-Keramik in Dornburg

Auf der Suche nach einem Standort für die Keramikwerkstatt des Bauhauses erfuhr Walter Gropius 1920 von dem alten Marstall in Dornburg. Das Gebäude in der Nähe der Dornburger Schlösser stammt aus dem 18. Jahrhundert und wurde als Marstall für die Pferde des Großherzogs Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach errichtet. Es war für die Nutzung als Töpferei hervorragend geeignet. In Dornburg betrieb zudem Max Krehan zu der Zeit eine Keramikwerkstatt. Er war bereit, die handwerkliche Ausbildung der Bauhaus-Studenten zu übernehmen. So zog die  Bauhaus-Töpferei nach Dornburg. Krehan zur Seite stellte Gropius den Formmeister Gerhard Marcks. Viele der bedeutendsten und für die Entwicklung der Keramik des 20. Jahrhunderts einflussreichsten Keramiker absolvierten ihre Ausbildung bei Marcks und Krehan. Zu ihnen zählen Theodor Bogler, Otto Lindig, Marguerite Friedlaender und Werner Burri.

Am neuen Standort in Dessau wandte sich das Bauhaus stärker der industriellen Produktion zu – eine Keramikwerkstatt wurde nicht wieder eingerichtet. Die Töpferei in Dornburg blieb bestehen und wurde von Otto  Lindig in der Bauhaus-Tradition weitergeführt. 1949 folgte die Familie Körting, die hier bis heute töpfert. Der Förderkreis des nahegelegenen Keramik-Museums in Bürgel engagiert sich seit Jahren für die Einrichtung eines Bauhaus-Werkstatt- Museums mit Schau-Werkstatt in den historischen Räumen der Dornburger Bauhaus-Töpferei. Zu Ostern 2019 wird es eröffnen und die Entwicklung der Bauhaus-Keramik mit historischen Gefäßen und Werkzeugen veranschaulichen.

Kommentare

ThüringenCard

ThüringenCard

Mit der ThüringenCard haben Sie freien Eintritt in mehr als 200 Freizeiteinrichtungen in ganz Thüringen. mehr zur ThüringenCard