Hier liegt ihr richtig! Ob in der Natur, mitten in der Stadt, für Familien, im Grünen, historisch oder traditionell: Unter Thüringens TOP-Gastgebern findet jede:r genau die passende Adresse.
Was bedeutet Freiheit heute?
Ein Kunst- und Filmprojekt
An acht verschiedenen Orten trafen wir ganz unterschiedlich motivierte Gruppen aus Thüringen, um genau diesen Fragen nachzuspüren. Die Antworten wurden dabei nicht nur im intensiven verbalen Austausch, sondern auch in kreativer Handarbeit gefunden. So entstanden in jedem Team künstlerische Puzzleteile, die zusammengesetzt das Wort „FREI“ ergeben. Jedes für sich so individuell, bunt und kraftvoll wie die eigene Sichtweise.
Die filmische Begleitung dokumentiert die besondere Atmosphäre, Geschichte und Energie des Projektes und lädt nachhaltig zu weiteren ganz persönlichen Gedankenspielen ein.
Acht Gruppen – Acht Perspektiven auf die Freiheit
Der Auftakt fand an einem authentschen Ort der Reformation statt, dem Augustinerkloster Erfurt. Gemeinsam mit Pfarrer Bernd Prigge setzte sich das Team des Klosters mit der spirituellen Dimension von Freiheit auseinander. Gesprochen wurde über innere Befreiung, über Glauben als Raum der Selbstbestimmung – aber auch über Verantwortung, Demut und Grenzen. In der Stille der Klostermauern entstanden berührende Impulse, die die historische Tiefe des Projekts unmittelbar fühlbar machten.
Ganz anders – aber nicht weniger eindrucksvoll – war das Treffen mit dem Verein „Volk von Caraslan“ aus Gera. Als Mittelalterverein widmen sich die Mitglieder der lebendigen Darstellung historischer Lebenswelten. In ihrem Vereinshaus führten wir Diskussionen über die Freiheit – ausgehend von historischen Rollenbildern und immer begleitet von der Frage, was „Freiheit“ heute im Kontext historischer Rekonstruktion bedeutet. Ihre Ergebnisse verbinden Vergangenheit und Gegenwart auf ganz eigene Weise und lassen Geschichte als Spiegel heutiger Fragen erscheinen.
In Eisenach, genauer: in der Werner-Aßmann-Halle, trafen wir auf Energie, Wille und Teamgeist. Die Rollstuhlhandballer des THSV Eisenach (Blue Lions) nutzten unseren Impuls nicht nur für eine allgemeine Reflexion des Freiheitsbegriffs, sondern auch für einen emotionalen Austausch über Barrieren – sichtbare wie unsichtbare. Ihre Perspektiven auf Freiheit sind geprägt von Selbstermächtigung, Gemeinschaft und einem beeindruckenden Kampfgeist. Ihr Beitrag vermittelt Kraft und zeigt: Freiheit beginnt dort, wo Teilhabe möglich wird.
Kreativ, verspielt, aber auch tiefgründig zeigte sich das Improvisationstheater Stellwerk Weimar, das wir in der Schwungfabrik trafen. Freiheit wurde hier zur Bühne: improvisiert, gespielt, infrage gestellt. Die jungen Künstler erschufen Szenen, in denen sich politische, persönliche und absurde Dimensionen von Freiheit überlagerten. Der kreative Prozess zeigte: Freiheit ist auch ein Raum des Ausprobierens – und der Möglichkeit des Scheiterns.
Die ehrwürdigen Mauern der Wartburg waren der perfekte Rahmen für den Klub der kleinen Philosoph:innen, der sich dem Thema auf besonders kluge und überraschende Weise annahm. Mit klarem Blick von Kinderaugen und großer Ernsthaftigkeit diskutierten sie Fragen, die Erwachsene oft meiden: Darf man alles, was man will? Wo beginnt die Freiheit der anderen? Kann man auch zu viel Freiheit haben? Ihre kindliche Logik entfaltete eine Tiefe, die staunen ließ – und zeigte: Freiheit beginnt mit Fragen, nicht mit Antworten.
Ein anderer Zugang entstand im Retronom Erfurt, wo sich eine Gruppe von Sprayern und Streetartists zusammenfand. Ihre Arbeit ist Ausdruck urbaner Gegenwartskultur. Ihre Gedanken wurden zu einer Auseinandersetzung mit öffentlichem Raum, Sichtbarkeit und dem Wunsch, sich Ausdruck zu verschaffen. Freiheit wurde hier als Handlung verstanden – als Zusammenspiel von Farbe und Fläche. Das Ergebnis: ein visuell eindrucksvoller Puzzlestein, das sich in die Gesamtkomposition kraftvoll einfügt.
In luftiger Höhe – am Grenzadler in Oberhof – wurde die Freiheit wortwörtlich erfahren: auf dem Gravl-Bike, mit einer sportlich motivierten Gruppe, die sich regelmäßig im Thüringer Wald trifft. In den Gesprächen ging es um Natur, Bewegung, Geschwindigkeit – aber auch um Achtsamkeit, Nachhaltigkeit und die Frage, ob Freiheit immer mit Flucht oder auch mit Ankommen zu tun hat. Ihre Arbeit spiegelt eine existenzielle Seite von Freiheit wider: das Einssein mit der Landschaft, das Loslassen und das bewusste Erleben von Momenten.
Das Finale fand sich im Zentrum für Integration und Migration (ZIM) in Erfurt. Mitarbeitende des Zentrums und Migranten kamen hier zusammen, um mit uns über ihre alltägliche Arbeit und das Verlassen der eigenen Heimat zu sprechen. Es entstanden berührende Geschichten über Aufbrüche, über erkämpfte Rechte und das Ringen um ein Leben in Sicherheit. Ihre Perspektiven sind geprägt von Dankbarkeit – aber auch von einem klaren Bewusstsein für strukturelle Hürden und gesellschaftliche Herausforderungen.
Das Ergebnis der Workshops ist mehr als ein Kunstwerk. Es ist ein kollektives Statement – ein vielstimmiger Ausdruck von Erfahrungen, Haltungen und Hoffnungen. Jede Gruppe hat unser Puzzle nicht nur gestaltet, sondern mit Bedeutung aufgeladen. Zusammengesetzt macht es die Individualität als auch das Gemeinsame sichtbar und zeigt: Freiheit ist kein Zustand, sondern ein Prozess – ein ständiger Aushandlungsraum zwischen Ich und Wir, zwischen Vergangenheit und Zukunft.
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