Von Goldenen Schafen und Adlerflügen

Burgentour mit Thuringia.MyCulture.

Thüringen ist bekannt für seine faszinierenden Burgen. Während die berühmte Wartburg und die Leuchtenburg vielen ein Begriff ist, gibt es zahlreiche weitere Burgen, deren Erkundung ebenfalls ein echtes Abenteuer verspricht. Mit dem digitalen Reiseführer „Thuringia.MyCulture.“ in der Hand starte ich die Erlebnisroute „Burggeflüster“. Diese führt mich auf insgesamt neun Stationen zu sechzehn außergewöhnlichen Burgen, jede mit ihrer eigenen Geschichte und ihrem eigenen Charme.

Heute entscheide ich mich für Burg Ranis, eine beeindruckende Festung nahe Pößneck, die nicht nur durch ihre eigene majestätische Präsenz besticht, sondern auch in eine Vielzahl an spannenden Sehenswürdigkeiten eingebettet ist.

Auf den Spuren von Ilsa und den goldenen Schafen

Meine Tour beginnt direkt am Fuße der Burg Ranis. Die "Thuringia.MyCulture"-App entführt mich sofort in eine Welt voller Geschichten und Legenden. Die Erzählung „Wie Ilsa die goldenen Schafe fand“ ist eine faszinierende Sage über ein junges Mädchen, das von einem Riesen unter den Burgberg verbannt wurde und dort eine Herde goldener Schafe hütet. Der Legende nach soll man noch heute das Pochen von Ilsas Schäferstab in den alten Gemäuern hören können. Während meines Besuchs vernehme ich zwar kein Pochen, werde aber reichlich mit anderen Entdeckungen belohnt.

Ein Highlight für mich ist das Burgmuseum. Beim Durchschreiten der Räume eröffnet sich mir eine beeindruckende Sammlung historischer Exponate. Die Ausstellungsstücke bringen mir das Mittelalter in Thüringen auf eine ganz besondere Weise näher und enthüllen spannende Fakten über die Geschichte der Burg, die bis ins 12. Jahrhundert zurückreicht. Neben mittelalterlichen und historischen Themen fasziniert mich besonders die Ausstellung zur Geologie des umliegenden Orlatales. Einst vollständig vom Meer bedeckt, beherbergte es faszinierende Meereslebewesen, die jetzt im Museum täuschend echt nachgebildet sind und uns Besuchern die urzeitliche Vergangenheit des Tales näherbringen.

Zurück in eisige Zeiten

Was hat sich eigentlich genau hier abgespielt, lange bevor die Burg überhaupt gebaut wurde? Die Antwort finde ich mithilfe der App in meinem Handy. Die Ilsenhöhle, die sich heutzutage unter der Burg befindet, galt als Unterschlupf für Wollnashörner, Höhlenhyänen und -bären. Während der Eiszeit erstreckten sich die Gletscher über ganz Europa und reichten bis nach Jena. Die Tiere hielten in der Höhle Winterschlaf und suchten Schutz vor Unwetter. 

Also, auf geht’s erstmal in die Ausstellung zu den Eiszeitfunden. Schon beim Betreten der Räumlichkeiten fühle ich mich in eine andere Zeit versetzt. Ich staune über die detailgetreuen Nachbildungen eines Neandertalers und einer lebensgroßen Höhlenhyäne, die majestätisch in der Ausstellung thront. Die zahlreichen Kunstgegenstände und Werkzeuge bieten mir einen tiefen Einblick in den Alltag der ersten Menschen. Beeindruckend ist die Vorstellung, wie Kinder und Schüler hier spielerisch etwas über die Vergangenheit lernen können, da das Museum Projekttage rund um die Themen Geologie und das Leben in der Eiszeit anbietet.

Nach meinem Rundgang durch die Burg zieht es mich weiter zur Ilsenhöhle, einem Ort, der durch die App für mich bereits eine mystische Aura bekommen hat. Beim Betreten der Höhle fühle ich, wie jeder Schritt mich tiefer in die Geschichte führt. Obwohl keine goldenen Schafe oder Riesen anzutreffen sind, spüre ich eine magische Präsenz, die durch die Geschichte von Ilsa in meinem Kopf noch verstärkt wird. Die hohen Wände und die Spuren alter Werkzeuge in der Höhle lassen die Vergangenheit lebendig werden und verleihen dem Ort eine märchenhafte Atmosphäre.

Ein Adlerflug über Burg Ranis

Der nächste Punkt in der „Thuringia.MyCulture“-App bringt mir die Burg nochmal auf ganz eigene Weise näher - nämlich durch einen atemberaubenden Drohnenflug. Wie ein Adler schwebe ich über die historischen Gemäuer, gleite durch die lebhaft gefärbten Blätter der umgebenden Bäume und durchstreife offene Fenster sowie Tore, die wie Portale in eine andere Zeit wirken. Mein virtueller Rundflug wird von mittelalterlich anmutender Musik begleitet. Ich lausche passenden Geräuschen, wie dem Klirren zusammenprallender Schwerter und feierlicher Glockenschläge, die zusammen eine Atmosphäre schaffen, die mich direkt ins Herz des Mittelalters versetzt.

Unterirdisch gut - das Wunder von Saalfeld

Darf es noch mehr sein? Die App verrät mir ein weiteres Highlight. Sie führt mich nach Saalfeld, etwa 20 Kilometer von Burg Ranis entfernt, wo die sagenumwobenen Feengrotten auf ihre Entdeckung warten. Ein spannender Film auf meinem Handy zeigt mir eine Welt, die vor 500 Jahren von emsigen Bergleuten geprägt war, die hier auf der Suche nach Schiefer das Unvorstellbare fanden. Ich bin gespannt, was das sein könnte, und mache mich auf den Weg in die Saalfelder Feengrotten.

 

Titelbild: Burg Ranis (Ausschnitt aus Drohnenvideo), ©Dennis Schmelz, Thüringer Tourismus GmbH


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