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Wachtel mit Shiitake-Muffin

Felix Thomas liebt ungewöhnliche Kombinationen, vielleicht, weil er mehrere Jahre im Ausland gekocht hat. Sein Haubenrestaurant in Eckolstädt ist dennoch bodenständig. Es gibt viel Regionales zu sehr fairen Preisen ...

Er ist ein bisschen nervös, aber das hat diesmal nichts zu tun mit einer neuen Speisekarte oder einem plötzlich augefallenen Mitarbeiter. Und auch nichts mit der Gault-Millau-Auszeichnung, die er gerade wieder gewonnen hat und wegen der alle paar Minuten das Telefon klingelt. Felix Thomas ist auf dem Sprung in den Urlaub. Mit der Familie. Die schon beim Packen ist, wobei er eigentlich helfen sollte. Wozu er aber eigentlich keine Zeit hat. Weil er sich noch um Dienstpläne, Bestellungen und Einkaufslisten kümmern muss. Kein Problem, meint er. Im Vergleich mit der Logistik eines Familienurlaubs scheint der Betrieb eines preisgekrönten Restaurants eher eine leichtere Übung zu sein.

Ein Gastgeber mit Leidenschaft ...

Das Weimarer Land bietet mittlerweile sehr viele Deliaktessen - in allerhöchster Qualität

In den alten Dorfsaal ist ein schickes Restaurant eingezogen, das fast immer ausgebucht ist.

Hier geht es um Perfektion ... und um viel Regionales zu sehr fairen Preisen.

Felix Thomas arrangiert eine Mille-feuille aus Antipasti, Erbsencréme, Balsamico-Kaviar und Rucola

Dabei ist Felix Thomas Trubel mittlerweile gewöhnt. Der 32jährige ist so etwas wie der Shooting-Star unter Thüringens Köchen. Die akteulle Gault-Millau-Auszeichnung mit 14 Punkten ist die sechste im sechsten Jahr in Folge. Ja und? Felix Thomas sagt, dass er sich natürlich freut. Aber eher für sein Team - ihm selbst seien diese Auszeichnungen "fast egal". "Ich koche für meine Gäste. Nicht für einen Kritiker, der ein einziges Mal vorbei kommt und den ich dann nie wieder sehe."

Felix Thomas war in der Welt unterwegs. Neun lange Jahre lang. Er hat im Berliner Ritz-Carlton gekocht und in Seafood-Restaurants in Australien, er war hier und dort und schon wieder weiter, aber irgendwann zog es ihn zurück nach Hause. Hier gab es diesen alten Dorfsaal, der nur zwei, drei Mal im Jahr genutzt wurde. Die restliche Zeit über stand er leer. Natürlich war die Familie skeptisch: ein Restaurant in unserem 600-Seelen-Ort? Wer um alles in der Welt sollte denn da zum Essen kommen? Cross-over-Küche - was soll das denn bitteschön sein? Und dann auch noch so ein Schickimicki-Laden! Wie sollte der auch nur halbwegs voll werden? Felix Thomas muss schmunzeln, wenn er an die Diskussionen aus der Zeit denkt, in der das Venerius eher als Spinnerei denn als Vision gehandelt wurde. Heute ist das Restaurant so gut wie immer bis auf den letzten seiner achtzig Plätze gefüllt ...

Was bestimmt damit zu tun hat, dass er mit seinem zehnköpfigen Team ziemlich Außergewöhnliches leistet. Einmal pro Monat wird die komplette Karte ausgetauscht, zwei Suppen, drei Vorspeisen, neun Hauptgänge und drei Desserts.

"Es muss für Köche spannend bleiben,
immer das Gleiche ist doch langweilig,
und ein gelangweilter Koch ist kein guter."

Von seinen Reisen mitgebracht hat Felix Thomas auch einen unorthodoxen Umgang mit Zutaten: Felix Thomas kombiniert zum Beispiel Wachtelbrust mit asiatischem Rettich (und legt noch einen Shiitake-Pilz-Muffin dazu). Oder er serviert den Heilbutt in einer Kruste aus Knäckebrot. Er liebe es, Gerichte aus aller Welt regional aufzupeppen, sagt er, 

"ein bisschen was von überallher
plus das von zu Hause."

Mittlerweile ist er immer öfter bei Erzeugern in der Region unterwegs und kauft Fisch, Käse und Straußenfleisch, man glaube gar nicht, wie sehr das Weimarer Land sich da gemacht habe, "die Qualität ist absolut top". Und weil er viele Produkte über die familieneigene Großküche günstiger bekommt, kann er ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. 40 bis 45 Euro zahlen die meisten Gäste für ein komplettes Abendessen mit Getränken  im Venerius.

Zukunftspläne? Neulich war ein Magier im Venerius und eine japanische Sushi-Meisterin, solche Events würde er gern öfter auf die Beine stellen, meint Felix Thomas. Jetzt muss er aber erst mal los, Kofferpacken. Und dann in Urlaub.

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