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UNESCO-Biosphärenreservat Thüringer Wald

Über allen Gipfeln ist Ruh'

Nur etwa 16 mal 18 Kilometer misst das Biosphärenreservat im Herzen des Thüringer Waldes. Auf der vergleichsweisen kleinen Fläche ist eine enorme Artenvielfalt zu Hause. Hier finden sich die sieben höchsten Gipfel des Thüringer Waldes, dichte Wälder, Hochmoore und blühende Bergwiesen.

Ruhe und Abgeschiedenheit der Region schätzte bereits Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe. Beredter Beweis hierfür ist sein berühmtes Gedicht „Wandrers Nachtlied“. Er schrieb die Zeilen 1780 an die Wand einer Schutzhütte auf dem Ilmenauer Hausberg Kickelhahn.

Abstand vom Trubel des Weimarer Hofes war es was der Dichter-Diplomat Goethe im heutigen Biosphärenreservat suchte und fand. Auf dem Goethe-Wanderweg passiert man Orte, die ihn inspirierten und an denen er verweilte.

Erst vor etwa 1000 Jahren entstanden im Thüringer Wald durch Rodung die ersten Wiesen. Im Frühsommer erfüllt vielerorts der aromatische Duft des Bärwurzes die Luft. Gräser wie der Rot-Schwingel und das Rot-Straußgras geben der Wiese später im Jahr einen rötlich-beigen Schimmer.

Der älteste Teil und Kerngebiet des Biosphärenreservates Thüringer Wald liegt im schönen Vessertal. Schon 1979 wurde es von der UNESCO anerkannt.

Über 80 Prozent der Fläche sind von dichtem Wald bedeckt. Auf dem Boden gedeihen das Wollige Reitgras, Siebenstern und Rippenfarn. Selten gewordene Arten finden hier einen Lebensraum, wie etwa der Schwarzspecht oder die Waldeidechse.

In der Natur ist alles intensiver

Hatte sie dieses Gefühl auch schon einmal? Dass die Natur Ihre Wahrnehmung schärft? Es braucht Zeit und passiert nicht sofort. Wir müssen den Alltag loslassen. Es langsam angehen. Und dann? Bleiben wir an einer Blüte stehen und staunen wie perfekt sie ist. Wir atmen den Duft von Holz und Moos ein. Wir lauschen dem Ruf eines Vogels und bemerken ein Rascheln im Gebüsch. Ein Dachs? Ein Igel? Die Natur ist so voller Leben, da kann man nicht einfach durchrauschen.

Nicht jeder von uns ist Botaniker oder Zoologe. Trotzdem können wir wertschätzen was wir erfahren. Vielleicht reicht es ja zu wissen, dass die kugelige Bergwaldhummel, die sich dort drüben gerade auf einer leuchtend violetten Blüte niederlässt, eine bedrohte Art ist. Dann sind wir froh, sie auf den Bergwiesen zu entdecken. Auch gut zu wissen, dass im Biosphärenreservat viele Schwarzstörche brüten. Und dass wir im Thüringer Wald gelbes wie rotes Holunder-Knabenkraut finden können. Der Name kommt übrigens vom Duft der Wildorchidee.

Schauen Sie doch mal vorbei auf den Internetseiten des UNESCO-Biosphärenreservates Thüringer Wald. Vielleicht entdecken Sie dort noch mehr Bemerkenswertes.

Über sieben Gipfel

Eine Rundwanderung über die sieben höchsten Gipfel des Thüringer Waldes und mitten durch das UNESCO-Biosphärenreservat. Ein Traum! Etwas anstrengen muss man sich schon, denn es geht ein wenig auf und ab. Naturgegeben. Aber lohnend ist die Anstrengung allemal. Grandiose Aussichten, dunkel-mystische Waldabschnitte, sonnige Bergwiesen – einfach alles wie es sein soll. Und schließlich will man sich auch manchmal Zeit nehmen zu verweilen. Auf einem sonnigen Felsvorsprung über dem Tal oder vielleicht an der Neuen Gehlberger Hütte auf dem Schneekopf. Hier kann man dann sogar die Tausend-Meter-Marke überwinden. Wenn auch nur mit Hilfe einer Aussichtsplattform. Der höchste Berg ist übrigens der Große Beerberg mit seinen 982 Metern. Zwei Tage sollte man für eine entspannte Tour rechnen.

Hier geht es zur Beschreibung des Gipfelwanderweges.

Tipp: Der Schneekopfturm

Auf 1001,11 Meter über NN bietet die verglaste Kuppel des Schneekopfturm einen Panoramablick über den Thüringer Wald vom höchsten Punkt Thüringens aus. Aufsteigen muss man allerdings über 126 Stufen, einen Lift gibt es nicht. Kletterfreunde können ihr Geschick an der Außenwand des Turms erproben. Dort gibt es eine 20 Meter hohe Kletterwand.
Im Eingangsbereich des Turmes befindet sich übrigens Thüringens höchstgelegener Briefkasten der Deutschen Post. Hier eingeworfene, ausreichend frankierte, Postkarten werden mit einem Schneekopf-Sonderstempel versehen. Gewissermaßen ein postalischer Nachweis der eigenen Gipfelanstrengungen.

Informationen zum Schneekopf und zu den Kletterangeboten.

Dem Wild auf der Spur

Hirsche sind scheue Tiere. Am wohlsten fühlen sie sich im einsamen Dickicht des Waldes. Menschen wittern sie aus ein paar Hundert Metern Entfernung und flüchten lange, bevor sie entdeckt werden können. Bei Mario Höckel ist das anders. Ihm vertrauen die sensiblen Tiere. Diese besondere Beziehung hat sich der Wildbeobachter im Biosphärenreservat Thüringer Wald über Jahrzehnte erarbeitet. Fast täglich besucht er die Tiere und verbringt oft Stunden in seiner hölzernen Aussichtskanzel nahe Frauenwald. Auch Gäste nimmt Mario Höckel mit zur Wildbeobachtung. Mittlerweile sind es über 150 Führungen im Jahr. „Manche Besucher können nicht zwischen Reh- und Rotwild unterscheiden“, sagt er. „Sie kennen die heimischen Tiere kaum.“ Das versucht er bei seinen Touren zu ändern, mit Dutzenden Fakten und Geschichten über seine Lieblingstiere.

Hier erfahren Sie, wie Sie an den Touren teilnehmen und den majestätischen Hirschen nahekommen können.

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