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Stippvisite auf der Wartburg

Für die berühmteste Burg Deutschlands - UNESCO-Weltkulturerbe seit 1999 - sollte man sich mindestens einen halben Tag Zeit nehmen. Denn es gibt dort viel zu entdecken. Ein Rundgang in fünf Stationen.

Hereinspaziert: Der Burghof der Wartburg

Wer weniger als 60 Kilogramm wiegt, der kann die letzten Meter bis zur Wartburg auf einem Esel reiten. Heute sind es also meistens Kinder, die in den Genuss einer solchen kleinen Tour kommen – früher schleppten die Tiere Wasser zur Burg in Eisenach hinauf. Oben angekommen betritt man durch eine alte, schwere Eichentür den Innenhof dieser überaus geschichts- und geschichtenreichen Burg. Das uralte Tor ist im Rahmen der Lutherdekade renoviert worden - man sollte ehrfürchtig durchgehen, denn man folgt der Spur vieler berühmter Perönlichkeiten, allen voran Martin Luther, später dann Goethe, Liszt sowie einer Reihe von Politikern - unter ihnen Helmut Kohl und Bill Clinton.

Prachtvoll thront die über 900 Jahre alte weltbekannte Wartburg über der Stadt Eisenach. Der Sage nach soll Ludwig der Springer die Gründung der Wartburg mit den folgenden Worten verkündet haben: „Wart! Berg, du sollst mir eine Burg werden!“
Foto: D. Ketz/Regionalverbund Thüringer Wald e. V.

Der Südturm auf der Wartburg bietet einen tollen Überblick über den Burghof und die umliegenden Hügel. Man findet den Turm am entgegengesetzten Ende zum Eingang des Burghofs.

Elisabeth-Kemenate auf der Wartburg in Eisenach. 1211 bis 1227 lebte die später heiliggesprochene Elisabeth von Thüringen auf der Burg. Die Glasmosaiken an den Wänden des Zimmers stammen aus den Jahren 1902 bis 1906 und zeigen Szenen aus Elisabeths Leben.

Es geht noch höher hinauf

Einen tollen Überblick über das Geschehen im Burghof und die umliegenden Hügel hat man vom Südturm aus. Auch das Burschenschaftsdenkmal in Eisenach kann man von hier oben gut erkennen. Man findet den Südturm am entgegengesetzten Ende zum Eingang des Burghofs. Wenn das Hintertürchen offen ist, kommt man auch über den Tugendpfad zum Turm. Dieser führt außen rechts direkt unterhalb der Burgmauer entlang und ist ein 400 Meter langer Spazierweg, an dessen Beginn ein mittelalterlicher Burgenbauplatz besichtigt werden kann. Gezeigt wird dort, wie die Handwerker im 12. Jahrhundert arbeiteten.

Das musikalische Herz

Er gilt als einer der schönsten Konzertsäle Thüringens: der Festsaal im zweiten Stock des Palas. Bei seiner Renovierung im 19. Jahrhundert holte man sogar den Komponisten Franz Liszt - natürlich wegen der Akustik. Das hat sich gelohnt, wie man bis heute bei den regelmäßig stattfindenden Konzerten hören kann. Der reich geschmückte Saal gefiel übrigens auch schon dem bayerischen König Ludwig II. so gut, dass er ihn auf Schloss Neuschwanstein genauso noch einmal errichten ließ.

Die Schätze der Wartburg

Über 800 Flugblätter Luthers und seiner Zeitgenossen sind der Kern der wertvollen Bibliothek auf der Wartburg. Schon seit Ende des 19. Jahrhunderts werden dort Lutherschriften und Werke über ihn sowie Bücher zur Geschichte Thüringens gesammelt - in der neu eingerichteten Schaubibliothek direkt neben der Lutherstube kann man einen Teil nun beim Rundgang besichtigen. Und es gibt noch mehr Schätze: die Kunstsammlung der Wartburg mit ihren Exponaten aus acht Jahrhunderten wurde auf Empfehlung von Johann Wolfgang von Goethe vor nunmehr fast 200 Jahren ins Leben gerufen. Heute erlebt man u. a. berühmte Gemälde aus der Werkstatt Lucas Cranachs, wertvolle Bildteppiche und historisches Mobiliar.

Hier war es: Die Lutherstube auf der Wartburg

Dieser schlichte, holzgetäfelte Raum ist nicht nur das Zimmer, in dem Martin Luther in elf Wochen das Neue Testament ins Deutsche übersetzte. Es ist auch die Geburtsstätte der deutschen Schriftsprache, die es vor Luther noch gar nicht richtig gab. Den einfachen Raum umgibt eine Aura, die beeindruckt. Auf der Wartburg ist so viel mehr geschehen als anderswo. Das gibt ihr eine einzigartige Ausstrahlung, an der auch eine halbe Million Gäste jährlich nichts ändern können.

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Veranstaltungen

Veranstaltungen

Auf der Burg ist das ganze Jahr Programm - Konzerte, große Oper, Gottesdienste oder der einzigartige historische Weihnachtsmarkt. Das dürfen Sie nicht verpassen. zum Programm

Die Wartburg erleben

Die Wartburg erleben

Die Wartburg wurde 1067 von Ludwig dem Springer gegründet. Ab etwa 1157 errichtete Ludwig II. den Palas, den ältesten Teil der heutigen Wartburg. Seitdem hat man die Burg mehrmals erweitert und im 19. Jahrhundert im historischen Stil renoviert. Den Palas kann man bei einer Führung erleben. Das Museum mit der Kunstsammlung, die berühmte Lutherstube und die Schaubibliothek besichtigt man im Anschluss individuell. Parkplätze gibt es etwas unterhalb der Burg, von dort sind es noch 500 Meter zu Fuß oder mit dem Pendelbus. mehr