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Stadtilm

In einem alten Stadtilmer Spruch heißt es: „Gallus, anas, pons et turris, draco, fossa, suile, sunt Ilmi - septem, commemoranda poli.“ Zu deutsch: „Hahn, Ente, Brücke und Turm, Drache, Graben, Schweinestall sind die sieben Wunder Stadtilms.“ Leider ist nicht komplett überliefert, auf welche Wunder sich der Spruch im Einzelnen bezog und so sind zwar im Laufe der Zeit die sieben Wunder erhalten geblieben, jedoch wurde der Hahn, der Turm und der Drache durch den Markt, die Klosterlinde und die Krypta ersetzt. Zwei der Wunder, die höchste Brücke und die Klosterlinde, sind heute nicht mehr zu sehen. In kurzen Worten möchten wir zu einer „Sieben Wundertour“ durch Stadtilm einladen, die wir am Rathaus beginnen.

Im Jahr 1275 wurde durch Günther den IX, Graf von Schwarzburg, das 1267 in Saalfeld gestiftete Zisterzienser-Nonnenkloster nach Stadtilm verlegt. Das Gebäude hat seit dieser Zeit einen häufigen Nutzungswandel durchlebt. Im Jahr 1492 wurde das Kloster durch einen Brand teilweise zerstört. Der nachfolgende Wiederauf- und Umbau erstreckte sich bis ins 16. Jahrhundert. Beim großen Stadtbrand 1780 wurde es wiederholt schwer beschädigt. Es folgte der Umbau zum Schlossgasthof. 1918 erwarben die Stadtväter das Gebäude, seit 1920 ist hier der Sitz der Stadtverwaltung.

Aus der Klosterzeit ist ein gotischer Kreuzgewölbe-Raum, die sogenannte Krypta (heutige Bibliothek) und eine Steinofen-Luftheizung in einem Gewölbe unter dem Ostflügel erhalten.

Die mindestens 500 Jahre  alte  Klosterlinde. Nach anderen Quellen soll die Klosterlinde (auch Schlosslinde genannt) 600, 700, ja sogar 800 Jahre alt gewesen sein. Im Januar 1937 hatte sie einen Umfang (in 1,60 m Höhe) von 7,20 m. Im Jahr 1938 musste sie gefällt werden.

Der „Größte Zinsboden Thüringens“ war das Speichergebäude des Zisterzienser-Nonnenklosters (heutiges Rathaus). Nach dessen wirtschaftlichen Aufschwung wurde um 1350 mit dem Bau des Zinsbodens als Vorratslager für die Naturalabgaben begonnen. Früher wurde der Zinsboden auch als der „Größte Schweinestall Thüringens“ bezeichnet, dieser Name geht auf die damals jährlich abgelieferten Zinsschweine zurück, welche im Untergeschoss des Gebäudes untergebracht wurden.

1890 wurde ein Teil des Zinsbodens als Gefängnis eingerichtet, welches bis ca. 1945 genutzt wurde. Nach dem II. Weltkrieg richtete man im unteren Bereich Wohnraum ein. Später wurde der Zinsboden, wie früher, als Getreidelager genutzt.

Nur durch eine Häuserreihe vom Marktplatz getrennt, erhebt sich die Stadtkirche „Sankt Marien“ mit ihrer in Thüringen seltenen Westturmanlage. Die Doppelturmanlage mit Brücke (396 m ü. M.) zwischen den 42 m hohen Türmen war eine bemerkenswerte Besonderheit, die als Wahrzeichen von Stadtilm im Stadtwappen erhalten blieb. Die Brücke wurde 1903 abgerissen.

Der Stadtilmer Marktplatz gilt mit einer Fläche von etwa 10.170 m² als größter Marktplatz Thüringens. Vor seiner Pflasterung im Jahr 1834 bestand dieser aus einem einzigen Sumpfgelände. Noch heute kann man hier das seit 1885 eingeweihte Methfesseldenkmal, in dessen Zentrum ein Obelisk, der dem in Stadtilm geborenen Komponisten Albert Methfessel gewidmet ist, bestaunen.

An der Stelle des Gebäudes, welches heute die Filiale der Sparkasse Arnstadt-Ilmenau beherbergt, stand bis 1966 das Hotel zum Hirsch, in dem Johann Wolfgang von Goethe auf seinen Reisen nach Ilmenau des Öfteren verweilte. In Stadtilm entstanden Goethes Verse „Ich ging im Walde so für mich hin…“, das Gedicht, das er seiner Frau Christiane zum 25. Jubiläum ihres gemeinsamen Lebens gewidmet hatte und das unter dem Titel „Gefunden“ weltbekannt wurde.

Die “höchstschwimmende Ente”. Bei der Ente handelt es sich natürlich nicht um eine echte Ente, sondern um ein Relief, das als Wasserstandmarke an die Thüringer Sintflut von 1613 erinnert. Das Relief befand sich ursprünglich am Kellertor, neben dem Gasthaus „Zur Ente“, in einer Höhe von über 2 m. Später kam es an das gegenüberliegende Gasthaus „Zum Bären“, wo die Reliefplatte am 06.08.1968 beim Abriss der Gaststätte durch Unachtsamkeit zerschlagen wurde. Nach ihrer Restaurierung wurde sie 1993 im Heimatmuseum feierlich enthüllt. Im Jahr 2016 wurde das Relief wieder an seinen Ursprungsplatz versetzt.

Seit 1302 ist der Stadtkern mit einer Fläche von 375 x 500 m von der Stadtmauer, bestehend aus ca. 35 Halbtürmen im Abstand von 22 Metern (welche die Stadtmauer um 2,50 m überragen) ummauert. Als oberer Abschluss der Mauer gab es einen unbedeckten Wehrgang (für die Wachen). Große Teile der südlichen und nördlichen Stadtmauer sind heute noch zu sehen.

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