Seite empfehlen:

Neuer Raum für Sammlungsschätze

Die Sammlung der Klassik Stiftung Weimar zählt zu den weltweit bedeutendsten Kollektionen zum Bauhaus. Sie ist der älteste Bauhaus-Bestand weltweit, dessen Grundstock Walter Gropius persönlich legte. Zu den Sammlungsschätzen gehören Design-Klassiker wie die Tischlampe von Wilhelm Wagenfeld und Carl Jakob Jucker, die Teekanne von Marianne Brandt, der Lattenstuhl von Marcel Breuer, die Wiege von Peter Keler, Keramiken von Theodor Bogler und Teppiche von Gunta Stölzl oder Gertrud Arndt. Die auf 13 000 Werke angewachsene Sammlung umfasst auch Gemälde wie Lyonel Feiningers »Kirche von Gelmeroda XI« oder Paul Klees »Wasserpark im Herbst«, herausragende Möbel von Mies van der Rohe und die Sammlung Ludewig, die einen umfassenden Überblick über die Genese des funktionalen Designs vom Biedermeier über Reformbewegungen der Jahrhundertwende, das Bauhaus bis in die 1980er-Jahre bietet. Bislang konnte stets nur ein kleiner Teil der Sammlung an einem provisorischen Museumsstandort am Weimarer Theaterplatz gezeigt werden. Neuen Raum erhalten die Bauhaus-Schätze nun mit dem Neubau der Berliner Architektin Heike Hanada – 2.250 Quadratmeter Ausstellungsfläche auf drei Geschossen.

Bis 2019 entsteht das neue bauhaus museum weimar nach den Entwürfen der Berliner Architektin Prof. Heike Hanada, die sich in Kooperation mit Benedict Toon unter mehr als 500 Teilnehmern durchsetzte.

Der minimalistische Glaskubus über einem Betonsockel mit fünf Ebenen lässt die zweigeschossigen offenen Räumen ineinander übergehen.

Das großzügige Foyer unterstreicht mit seinen klaren Linien die moderne Architektur des gesamten Neubaus.

Das moderne Gebäude des bauhaus museums weimar als Teil des neuen Kulturquartiers der Moderne befindet sich unmittelbar am Weimarhallenpark.

Kuratorin Dr. Ulrike Bestgen im Gespräch

„In der neuen Ausstellung können wir weitaus mehr zeigen“, sagt Dr. Ulrike Bestgen, Leiterin des Bauhaus-Museums. Gemeinsam mit Ute Ackermann arbeitet sie am Konzept der künftigen Dauerausstellung, die die Geschichte des Bauhauses umfangreicher als bisher erzählen wird – von den Anfangsjahren in Weimar bis zur Schließung in Berlin im Jahr 1933.

 

 

Frau Dr. Bestgen, warum wurde für das Bauhaus-Museum ein neuer Standort gewählt? Hätte man nicht einfach das alte Museum erweitern können?

Das wäre in der Tat der einfachste Weg gewesen – aber nicht unbedingt der beste. Das neue bauhaus museum weimar entsteht an einem historischen Knotenpunkt und hat so das Potential, ein neues kulturelles Zentrum in der Stadt zu werden. Die Geschichte des Bauhauses wird künftig an einem Ort in Weimar erzählt, der in unmittelbarer Nähe zur Nazi-Architektur des Gauforums von 1937 und zum Plattenbau des Langen Jakob von 1970 entsteht. So wird das Bauhaus fester in der modernen Geschichte der Stadt verortet sein.

Was ist das Besondere am Gewinnerentwurf von Prof. Heike Hanada?

Die Architektur ist sehr minimalistisch. Spannend finde ich das kaskadenartige Treppensystem. So entstehen immer wieder Durchblicke von einem Geschoss zum andern, man geht nicht von einem geschlossenen Raum in den nächsten. Mit dieser Offenheit, diesen Seitenblicken und Querverbindungen, arbeiten wir beim Ausstellungskonzept.

Wie wird sich die Dauerausstellung von der jetzigen unterscheiden?

Wir können künftig viele spannende Exponate zeigen, die derzeit noch im Bauhaus-Depot lagern. Aber es geht uns auch nicht einfach darum, mehr zu machen, größer als bisher zu sein. Wir können künftig die Geschichte des Bauhauses bis 1933 erzählen, statt nur die Weimarer Zeit zu beleuchten, aber wir werden dies nicht chronologisch tun. Sie dürfen sich auf eine spannende Schau mit acht Themenkomplexen freuen.

Darauf dürfen Sie sich im neuen bauhaus museum weimar freuen:

  • Meisterwerke berühmter Bauhaus-Lehrer wie Lyonel Feininger, Paul Klee wie auch von den Bauhaus-Direktoren Walter Gropius oder Mies van der Rohe
  • Werkgruppen der wichtigsten Designer des 20. Jahrhunderts, wie Wilhelm Wagenfeld oder Marcel Breuer
  • Arbeiten bedeutender Bauhaus-Schülerinnen, wie Marianne Brandt, Gunta Stölz oder Alma Siedhoff-Buscher
  • abwechslungsreiche Erzählungen und interaktive Stationen in Form von Kapiteln, wie "Der neue Mensch", "Experiment" oder "Neuer Alltag"
  • Werkstattbereich, in dem konkrete Merkmale von Objekten erleb- und erfahrbar gemacht werden

www.bauhausmuseumweimar.de

Kommentare

Prospekt

Prospekt

Diese Broschüre bietet einen ersten Einstieg für Ihre Entdeckungsreise zum frühen Bauhaus in Weimar und Thüringen. hier kostenfrei bestellen