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Ilmtal-Radweg - Die Tour zur Kultur

Auf dem Ilmtal-Radweg geht´s durch herrliche Natur zu bedeutenden Orten Thüringens. Höhepunkt der 123-Kilometer-Kulturtour: die UNESCO-Welterbestätten in Weimar. Schöner lassen sich Goethe, Schiller und alle die anderen großen Geister nicht erfahren ...

"Cafe´-Stübchen am Radweg" - das Schild kommt gerade recht. Kurz vor Oßmannstedt, schon über 30 Kilometer in den Knochen, ganz unerwartet diese kurze, aber heftige Steigung. Die Sonne brennt auf den Helm, der Schweiß rinnt, müde Beine und große Lust auf eine Pause. Glücklicherweise gibt es Frau Konrad. Die hat genau am Ende des Anstieges ihre Hinweistafel aufgestellt. Strategisch schlau: 300 Meter weiter kann man gar nicht anders, als in ihre Einfahrt zu steuern und in den kleinen Vorgarten unter schattigen Tannen einen sehr leckeren Cappucino und einen noch besseren hausgemachten Blechkuchen zu bestellen. Im Grunde ist es gar keine Café, sondern das Wohnhäuschen von Frau Konrad. Aber das macht das Ganze nur noch charmanter.

Auf dem Ilmtal-Radweg, der von der Quelle der Ilm bei Allzunah im Thüringer Wald bis nach Kaatschen zur Mündung der Ilm in die Saale führt, steigt man öfters vom Sattel. Sicher, es radelt sich herrlich auf festen Wegen, zumal man flussabwärts fahrend nur wenige Steigungen bewältigen muss. Doch finden sich so viele lauschige Plätze und inspirierende Orte an dieser Strecke, dass es schade wäre, würde man, nur stur dem sportlichen Ehrgeiz folgend, versuchen, die 123 Kilometer auf Zeit zu fahren. Deshalb heißt das Motto: statt Tourtour lieber Natur und Kultur ...

Die Natur: Sie zeigt sich auch in dieser Ecke Thüringens von ihrer schönsten Seite. Die idyllischen Auen der Ilm, deren schlängelnder Lauf den Weg weist, die hügelige, zuweilen weit geschwungene Landschaft, die hier und da an die Toskana erinnert, der lichte Wald, der einem zur rechten Zeit ein wenig Frische bietet, bunte Blumenwiesen, sich im Wind wiegende Kornfelder - immer wieder lässt einen die reizvolle Landschaft das Strampeln vergessen.

Der Ilmtal-Radweg beginnt in Allzunah am Rennsteig, dem wohl bekanntesten Höhenweg Deutschlands. Hier entspringt die Ilm gleich aus mehreren Quellbächen in 750 m Höhe und mitten im UNESCO-Biosphärenreservat Thüringer Wald.

Rostbratwürste mit Weltruhm! Nach einer natur-und kulturträchtigen Radtour schmeckt die Bratwurst vom Holzkohlegrill besonders lecker.

Da muss ich hin! Das Goethe Gartenhaus im Park an der Ilm in Weimar gehört zum UNESCO-Welterbe. Das ehemalige Weinberghaus war Johann Wolfgang Goethes erster eigener Wohnsitz. Bis zu Goethes Umzug an den Frauenplan im Juni 1782 war das Gartenhaus sechs Jahre lang sein hauptsächlicher Wohn- und Arbeitsort.

Das am Ufer der Ilm liegende Weimarer Stadtschloss war die Residenz der Herzöge von Sachsen-Weimar und Eisenach. Seit 1923 wird das Schloss museal genutzt und ist Sitz der Klassik Stiftung Weimar.

 

Kultur und Natur gleich auf! Kulturelle Highlights wechseln sich mit wunderschöner Natur und Landschaft ab und reihen sich nahtlos aneienander. Einfach schön!

Jetzt eine kleine Auszeit! Bei einer defitgen Brotzeit, so wie hier in der Kunst-und Senfmühle Kleinhettstedt, lassen sich die regionalen Erzeugnisse der Region wunderbar verkosten.

Klein Venedig. Klein Venedig in Thüringen? Die Ilm bietet die malerische Kulisse in der Kurstadt Bad Berka. Sehenswert: der Goethebrunnen, dessen Wasser heilende Wirkung verspricht.

Fast am Ziel: Das Thüringer Weintor Bad Sulza weist auf die Weintradition im nördlichsten Weinanbaugebiet Deutschlands hin. Die Toskana Therme verspricht ein besonderes Badeerlebnis und das Goethe Gartenhaus findet man hier als Kopie des Weimarer Originals.

Noch präsenter ist die Kultur, vor allem Weimar, Unesco-Welterbe:  Bei Kilometer 82 umschließt einen der Park an der Ilm mit seiner lauschigen Aura. Das Wirken von Johann Wolfgang von Goethe, der maßgeblichen Einfluss auf die Gestaltung des Parks als sentimentalen englischen Landschaftsgarten hatte, wird in Weimar spürbar. An Goethes Gartenhaus vorbei, an jungen Studenten, die ihre Vorlesungspausen unter großen alten Bäumen verdösen, das Residenzschloss, der Marktplatz, Goethehaus, die Laubengänge am Frauenplan, das Wohnhaus von Friedrich Schiller, dem anderen großen Dramatiker, dazu das Bauhaus-Museum - in Weimar wird das Radeln immer mehr zu einer lustwandlersichen Bildungsreise. Hätten Goethe und Schiller Fahrräder gekannt, man wäre den reiselustigen Dichterfürsten sicher auf einem begegnet.

Kultur trifft Kur

Wer auf dem Ilmtal-Radweg die Kultur entdecken möchte, ist gut beraten, seine Tagesetappen kurz zu halten. Denn Weimar ist längst nicht alles. Schon am Start lockt Ilmenau, wo Goethe oft in seiner Funktion als Minister für Bergbau weilte, wo er auf dem Kickelhahn einen seiner berühmtesten Verse schrieb; "Über allen Gipfeln ist Ruh´". Kranichfeld folgt mit seinen zwei prächtigen Burgen. Dann die Kurstädte: zum einen Bad Berka mit dem von Goethe angeregten und gefühlvoll gestalteten Kurpark und dem Goethebrunnen, wo sich Radfahrer mit Heilwasser stärken und in der benachbarten Kneippanlage erfrischen. Zum anderen Bad Sulza: Sole, Wein, die St. Mauritiuskirche im historischen Stadtkern, ein weiteres Gartenhaus von Goethe, an dem vorbei man zur imposanten Badelandschaft der Toskana Therme mit ihrer Liquid Sound-Anlage gelangt.

Auch Frau Konrad vom "Café Stübchen am Radweg" hat noch einen Kulturtipp auf Lager. In Oßmannstedt habe der Dichter Christoph Martin Wieland einige Jahre gelebt und den Weimarer Kreis um Goethe und Herder empfangen und auch die Herzogin Anna Amalia. Gleich dort drüben auf dem Gutshof. Sagt Frau Konrad und räumt das Kaffeegeschirr ab. Also ein letzter Abstecher in Sachen Kultur - und dann geht´s weiter Richtung Niederroßla, Kaffe und Kuchen haben gut getan, die Beine sich erholt. Die nächsten Kilometer laufen wie am Schnürchen. Neben einem die glucksende Ilm und voraus eine wunderbare Welle aus Feldern, Wäldern und Wiesen.

Locker radeln

Der Ilmtal-Radweg, eine mit vier Sternen ausgezeichnete Qualitätsradroute des ADFC, ist 123 Kilometer lang. Er führt von der Quelle der Ilm bei Allzunah im UNESCO-Biosphärenreservat Thüringer Wald bis nach Kaatschen-Weichau zur Mündung in die Saale.

Der Schwierigkeitsgrad ist als leicht bis mittel einzustufen, wenn man an der Quelle startet. An Höhenmetern sind + 677 m/-1.306 m zu bewältigen.Beschaffenheit: Asphalt/Pflaster/Betondecke: 92 km, wassergebundene Decke: 16 km, Pflasterstraße: 11 km und Spurplatten/Beton; 4 km

Der Radweg ist für Natur-und Kulturbegeisterte sowie für Familien und Tourenradler geeignet.

Es besteht eine gute Anbindung an das Streckennetz der Deutschen Bahn.

Weitere Informationen

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