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Naturpark Kyffhäuser

Von Kaisern und Kranichen

Auf dem Burgberg der ehemaligen Reichsburg Kyffhausen thront das zweitgrößte Denkmal Deutschlands: Vom 81 m hohen Turm aus dem späten 19. Jahrhundert reicht der Blick bei klarer Sicht bis zum Brocken. Doch die Region rund um Sondershausen in Nordthüringen steht nicht nur für Geschichte, sondern vor allem für unberührte Natur: Tausende von Kranichen finden hier ihren jährlichen Rastplatz. Die Feuchtwiesen und Buchenwälder sind bei Wanderern beliebt, auf Magerrasen und an Gipswänden wachsen Federgräser und Adonisröschen, die sonst nur in der osteuropäischen Steppe und am Mittelmeer vorkommen.

Der vom Deutschen Wanderverband zertifizierte Wanderweg verbindet auf 37 km die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten rund um den Kyffhäuser.

Über Mohnblumen hinweg richtet sich der Blick vom Kyffhäuserweg auf den Südhang des Kyffhäusergebirges.

Wenn Sonnenstrahlen die dichten Wälder des Naturparks durchbrechen, herrscht eine ganz besondere Atmosphäre.

Als Sixtina des Nordens wird es bezeichnet: Das Panoramamuseum bei Bad Frankenhausen am Südhang des Kyffhäuser behrbergt mit 1722 m² bemalter Fläche eines der größten Tafelbilder der Welt.

Mit 4,76° Schräglage ist der Schiefe Turm der Oberkirche von Bad Frankenhausen stärker geneigt als der berühmte Turm von Pisa.

Großer Hang zur Vielfalt

Wälder, Steppen und steile Gipshänge, Orchideen und Streuobstwiesen: Der Naturpark Kyffhäuser zählt zu den artenreichsten Ecken in Deutschland. Auch Kraniche lieben ihn - und fliegen Jahr für Jahr zu Tausenden ein.

Wie nah manchmal doch alles beieinander sein kann. Im Kyffhäuser liegt das Mittelmeer nur fünf Kilometer von der Ostsee entfernt. Sagt jedenfalls Naturführer Martin Lindner - und hat damit nicht ganz unrecht. Während auf den Höhenzügen oberhalb der Kurstadt Bad Frankenhausen mediterrane Vegetation herrscht, wachsen unten auf den salzigen Böden des Esperstedter Rieds Pflanzen, die man sonst nur von der Küste kennt. Der Queller etwa saugt sich hier mit Wasser voll, um das Salz in seinen Zellen zu vedünnen, Strandaster und Salzbinse gedeihen auf den Wiesen zwischen den Schilfflächen.

Martin Lindner, kennt hier jede Pflanze. Er ist im Kyffhäuser aufgewachsen, die Liebe zur Natur liegt in der Familie. Wie sein Vater war er lange Revierförster, heute arbeitet er für die Naturparkverwaltung. "Die Verbindung zur Natur steckt in jedem Menschen. Man muss nur dafür offen sein." Dann wird die Liebe geweckt.

Für Claudia Wicht von der Naturparkverwaltung ist es "eines der bedeutendesten Naturschauspiele" - die Landung der Kraniche am Stausee Kelbra in der Goldenen Aue.

Es gibt auf der Erde 15 verschiedene Kranicharten. Im Kyffhäuser landet der Graue Kranich. Was ist das Besondere an diesen Tieren?
" Ich bewundere seine Schönheit und seine spektakulären Balztöne und Tänze. Ich kann verstehen, dass er in der griechischen Mythologie als Symbol für Wachsamkeit und Klugheit galt und außerdem als Vogel des Glücks."

Und wie muss man sich das Tanzen der Vögel vorstellen?
"Sie springen, drehen Pirouetten, verbeugen sich, machen kurze Sprints und fliegen ein Stück. Besonders zur Paarungszeit wird getanzt, aber auch während der Rast bei uns im Gebiet".

Wann sind sie am besten zu sehen?
"Im Herbst kann ab dem Nachmittag mit Kranichen gerechnet werden. Der Einflug dauert bis in die Abendstunden. Die beste Beobachtungszeit ist die Abenddämmerug."

Warum rasten so viele Kraniche gerade am Stausee Kelbra?
Die Kraniche kommen aus den Brutgebieten im Norden Deutschlands, aus Skandinavien und dem Ostbaltikum. Der Stausee Kelbra liegt auf ihrer westlichen Route in Richtung Spanien. Hier sind mittlerweile über 300 000 Vögel unterwegs. Der Stausee Kelbra ist somit ein wichtiger Binnenrastplatz und heute der drittgrößte in Deutschland. Und weil die Goldene Aue landwirtschaftlich genutzt wird, finden Kraniche genug Futter, um ihre Energiereserven aufzufüllen."

Kranichführungen finden in der Hauptrastzeit von Mitte Oktober bis Mitte November jedes Wochenende sowie in der Woche am Mittwoch und Freitag statt. Daneben gibt es vier Vogelbeobachtungsstationen: drei am Südufer des Stausees direkt am Harzvorland_ Radwanderweg und eine vierte am Ostufer.

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Erleben Sie den Naturpark Kyffhäuser auf eine neue spannende Weise. Mit dem HörErlebnis Kyffhäuser und Ihrem Handy werden die Sagen rund um den Kyffhäuser lebendig. Lauschen Sie beim Wandern im Naturpark Kyffhäuser der Geschichte des Weißen Goldes oder lassen Sie sich von Raubrittern entführen - ein Spaß für die ganze Familie.

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Autorin Annemarie Strehl wandert auf dem Kyffhäuserweg, besucht das Panorama Museum, das Kyffhäuser-Denkmal und die Barbarossahöhle und macht einen Abstecher nach Bendeleben und zum Stausee Kelbra zu den Glücksvögeln. zum Blogbeitrag

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