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Meilensteine der Musikgeschichte

Begeben Sie sich mit uns auf eine Zeitreise durch die Musikgeschichte Thüringens – erfahren Sie hier, zu welcher Zeit bestimmte Persönlichkeiten in Thüringen gewirkt haben, welche authentischen Orte sich daraus entwickelt haben und wie Sie die Musik gegenwärtig erleben können.

Wir hören uns in Thüringen!

Krämerbrücke

1585-1590: Heinrich Schütz

Am 8. Oktober 1585 wurde Heinrich Schütz in Bad Köstritz geboren und lebte bis 1590 dort. Er gilt als bedeutendster deutscher Tonschöpfer vor Johann Sebastian Bach.
Besucher-Tipp: Das Heinrich-Schütz-Haus in Bad Köstritz ist heute Museum, das dem weltbekannten Komponisten gewidmet ist. Dazu findet jährlich das Heinrich- Schütz- Fest in Bad Köstritz und weiteren Schütz- Städten statt.

1590: Veit Bach

Veit Bach ist der älteste gesicherte Vorfahre der weit verzweigten deutschen Musikerfamilie Bach. Er war der Ururgroßvater Johann Sebastian Bachs und ließ sich 1590 im damaligen Oberbackhaus im Ortskern von Wechmar als Müller und Spielmann nieder.
Besucher-Tipp: Im Bach-Stammhaus in Wechmar informiert eine Dauerausstellung über Leben und Werk der Wechmarer Bachs.

1645: Johann Ambrosius Bach

Johann Ambrosius Bach war der Vater von Johann Sebastian. Er war in Erfurt und Eisenach, hier als Hof- und Stadtmusikus, tätig.
Besucher-Tipp: Vielfältig sind die Beziehungen der Stadt Erfurt zum musikalischen Barock. Bei einer Stadtführung „Auf Bach'schen Wegen durch die Stadt“ erfahren Gäste mehr zur Verbindung der Musikerfamilie zu Erfurt.

1677: Johann Pachelbel

1677 erhielt er die Berufung als Hoforganist in Eisenach. Hier war er mit Joh. Seb. Bachs Vater, Ambrosius, freundschaftlich verbunden. 1678 wechselte Pachelbel in das Organistenamt der Predigerkirche nach Erfurt, das er bis 1690 versah. 1692 kehrte er nach Thüringen zurück und wurde Stadtorganist in Gotha.

1685-1700 + 1703-1717: Johann Sebastian Bach

Johann Sebastian Bach wird am 21. März 1685 in Eisenach als achtes Kind von Johann Ambrosius Bach und seiner Ehefrau Elisabeth geboren.
Besucher-Tipp: 10 authentische Bachorte gibt es in Thüringen zu besuchen: Eisenach, Arnstadt, Dornheim, Mühlhausen, Erfurt, Wechmar, Ohrdruf, Weimar, Waltershausen, Gotha.

1708-1712: Georg Philipp Telemann

Telemann komponierte in seiner 4 Jährigen Aufenthaltszeit am Eisenacher Hof als Kapellmeister zahlreiche Konzerte, Kantaten, Serenaden und Kirchenmusiken.
Besucher-Tipp: Telemanns Werke – auch die aus seiner Eisenacher Zeit – sind alle zwei Jahre bei den Eisenacher "Telemann-Tagen" zu hören.

1819-1837: Johann Nepomuk Hummel

Einer der berühmtesten Klaviervirtuosen seiner Zeit – Hummel wirkte fast zwanzig Jahre in Weimar.
Besucher-Tipp: Sein Grab befindet sich auf dem Historischen Friedhof Weimar.

1842: Richard Wagner

Erstmals begegnete er der Stadt und der Wartburg im April 1842. Dies hinterließ einen tiefen Eindruck bei ihm und inspirierte ihn zu seinem weltberühmten Tannhäuser. 1849 und 1862 war Richard Wagner nochmal in Eisenach – beide Male mit einem Besuch auf der Wartburg.
Besucher-Tipp: Die Stadt Eisenach verfügt nach Bayreuth über die zweitgrößte Richard-Wagner-Sammlung der Welt. Aufbewahrt und gezeigt wird sie im Reuter-Wagner-Museum. Bei einer Führung durch die Räume der Wartburg mit dem Sängersaal und dem Besuch des Museums mit den berühmten Gemälden aus der Hand Lucas Cranachs, wertvollen Bildteppichen, Plastiken Tilmann Riemenschneiders, Kunsthandwerk der Renaissance und qualitätvollem Mobiliar sind Geschichte, Kultur und Kunst Begleiter auf jedem Schritt.

1843-1861: Franz Liszt

Pianist, Dirigent, Komponist und Pädagoge und Superstar des 19. Jahrhunderts. Ab 1848 lebte Franz Liszt als Hofkapellmeister in der Altenburg in Weimar und lud die europäische Musikszene dorthin ein. Die Weimarer Jahre waren die künstlerisch produktivste Zeit Franz Liszts. Viele seiner Klavierwerke schrieb er in Weimar.
Besucher-Tipp: In dem ehemaligen Hofgärtnerhaus am Rande des Parks an der Ilm lebte Franz Liszt von 1869 bis zu seinem Tod im Jahr 1886. Hier unterrichtete er zahlreiche junge und begabte Pianisten aus dem In- und Ausland. Bereits 1887 ließ Großherzog Carl Alexander die Wohnräume des Komponisten als Memorialstätte eröffnen. Der Musiksalon und das Arbeitszimmer sind in der originalen Einrichtung samt Bechstein-Flügel erhalten geblieben.

1879: Rudolf Baumbach

1879 in Meiningen schrieb Rudolf Baumbach das bekannte Volkslied "Hoch auf dem gelben Wagen"
Besucher-Tipp: Im Literaturmuseum im Baumbachhaus kann man nicht nur Bekanntschaft mit dem einstigen Hausherren Rudolf Baumbach machen, sondern auch mit weiteren Schriftstellern, die im 18. und 19. Jahrhundert im Meininger Land lebten und wirkten.

1881-1885: Hans Guido Freiherr von Bülow

Zu einer entscheidenden Station wurde für ihn die Berufung zum Hofkapellmeister in Meiningen. In seiner fünfjährigen Tätigkeit (1881-1885) führt er diese Kapelle zu europäischem Spitzenniveau.

1885-1886: Richard Strauß in Meiningen

In diesem Zeitraum war er Hofmusikdirektor in Meiningen. Hier sind Richard Strauss’ Werke bereits bekannt, als er als 21-Jähriger auf Vermittlung seines Mentors, dem bedeutenden Wagner-Dirigenten Hans von Bülow, dortiger Musikdirektor wird. Einige Zeit später kam er ans Hoftheater nach Weimar und setzte sich vor allem für die Aufführung der Werke Wagners ein und führte Tannhäuser, Lohengrin und Tristan und Isolde auf. Übrigens: die Oper Lohengrin wurde 1850 in Weimar uraufgeführt – zwar in Abwesenheit Wagners, dafür unter der Leitung seines Schwiegervaters Franz Liszt.

1890: Johann Baptist Joseph Max(imilian) Reger

1890 wurde Reger Hugo Riemanns Schüler in Sondershausen und 1911 Hofkapellmeister in Meiningen.
Besucher-Tipp: Musikgeschichte zum Anfassen, Anschauen und Hinhören für alle Generationen erlebt man in der Präsentation "Meiningen – Musenhof zwischen Weimar und Bayreuth" in den ehemaligen Wohnräumen Herzog Georgs II. und Helene Freifrau von Heldburg im Schloss Elisabethenburg in Meiningen.

1907: Eröffnung Bachhaus Eisenach

1907 eröffnete die Neue Bachgesellschaft das Bachhaus Eisenach als erstes Bach-Museum. Es erhielt den Auftrag „alles das zu sammeln und aufzubewahren, was Johann Sebastian Bach und sein Lebenswerk angeht“.
Besucher-Tipp: Heute ist das Bachhaus eines der größten Musikermuseen in Deutschland. Man wandelt durch Wohnräume, die zwar nicht die originalen, diesen aber wohl ähnlich sind. Handschriftliche Notizen studieren und vor allem: Bach hören – in einem begehbaren Musikstück mit 180-Grad-Leinwand oder in so genannten Bubble-Chairs mit Kopfhörern. Auch wie Bach live geklungen haben mag, erlebt man– bei stündlichen Konzerten auf historischen Instrumenten.

1926: Herbert Roth

Herbert Roth wurde 1926 in Suhl geboren und war Komponist und Interpret volkstümlicher Musik. Sein wohl bekanntestes Lied ist neben "Auf der Oberhofer Höh'" das "Rennsteiglied".
Besucher-Tipp: Wandern auf dem Herbert-Roth-Wanderweg, dem Suhler Panoramaweg führt unter anderem am Elternhaus von Herbert Roth vorbei.

1951: Erstaufführung Rennsteiglied

Das Lied handelt von der Verbundenheit zu Thüringen, seiner Natur und den Erlebnissen beim Wandern am Rennsteig und wurde am 14. April 1951 im Gemeindesaal (heute: „Hotel und Gasthof zum Goldenen Hirsch“) von Hirschbach bei Suhl von Herbert Roth und Waltraut Schulz erstmals öffentlich gesungen. Das Rennsteiglied gilt als „heimliche Nationalhymne Thüringens“.
Besucher-Tipp: Der wohl bekannteste Höhenwanderweg Deutschlands lockt jährlich Hunderttausende Gäste in den Thüringer Wald, den Frankenwald und das Thüringer Schiefergebirge. Und obwohl mit 700 Jahren schon sehr betagt, hat er an Reiz, Attraktivität und Anziehungskraft nichts verloren. Ob Radeln, Wandern, Langlauf oder Alpinski – der Rennsteig macht sportliche Urlauber und aktive Genießer gleichermaßen glücklich.

1977: Bach im Weltall

Die Werke des weltberühmten Thüringer Komponisten fliegen durch das Weltall. Die NASA schickt 1977 die Voyager 1und 2 auf Entdeckertour. Im Gepäck: musikalische Schätze der Erde in Form einer goldenen Schallplatte mit 27 Musikstücken, darunter drei Werke des Thüringer Musik- Genies. „To the makers of music – all worlds, all times.“ – so lauten die eingravierten Grußworte auf der goldenen Schallplatte „Sounds of Earth“.

1994: 1. Aufführung DomStufen-Festspiele in Erfurt

Seit 1994 pilgern mehrere hunderttausend Besucher vor die 700 Jahre alte Kulisse zu den Festspielen. Als erstes Stück wurde Carmina Burana aufgeführt.

2002: Zughafen Gründung

Der Zughafen war am Anfang ein völlig leerstehendes Bürohaus, für das Andie Welskop und Clueso eine Vision hatten. Eine Vision eines Künstlernetzwerkes, die Vision eines lebendigen Ortes, der Energie verströmt und zu einem Kreuzungspunkt wird. Der Zughafen wurde in tausenden Stunden Eigenleistung aufgemöbelt und restauriert – Etage für Etage, Raum für Raum. Und heute: Unter dem Stichwort Kulturbahnhof ist der Zughafen heute ein kreativwirtschaftliches Netzwerk, als Kultur-, Kunst-, und Veranstaltungsort.

2004: Erstmals am Originalschauplatz zu sehen: Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg

Welcher Wagner-Freund, der die Worte der Gäste des Landgrafen beim Einzug in den Festsaal aus dem zweiten Aufzug des Tannhäuser vernimmt, hat sich nicht schon einmal gewünscht, genau diese Musik, diese Atmosphäre an historischem Orte zu erleben. Seit 2004 ist die Oper am Originalschauplatz seit 2004 zu sehen.
Besucher-Tipp: Aufführungen „Tannhäuser und der Sängerkrieg auf der Wartburg“

2004: Gründung der Thüringer Bachwochen e.V.

Die »Thüringer Bachwochen« sind ein Projekt des Vereines „Thüringer Bachwochen e.V.“ Dem 2004 gegründeten Verein gehören Mitglieder an, die sich für Pflege und Aufführung von Barockmusik und insbesondere der Werke Johann Sebastian Bachs in Thüringen einsetzen.
Besucher-Tipp: Die Konzerte der jährlich stattfindenden Thüringer Bachwochen zeichnet vor allem die Aufführung der Werke Johann Sebastian Bachs an den authentischen Bachstätten aus.

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