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Lutherweg von Spechtsbrunn nach Ludwigsstadt

Höhe und Position

Durch die Erhebung Leipzigs zur Messestadt erhielt die durch Gräfenthal führende Handelsstraße nach Nürnberg eine noch größere Bedeutung und verhalf den Gräfenthaler Einwohnern durch Vorspanndienste zu einem gesicherten Einkommen. Es entstanden mehrere Gasthäuser, die Reisenden vor oder nach Überschreiten der Rennsteig-Region Unterkunft gewährten. Bei seinen Fahrten nach Süddeutschland machte auch Martin Luther von dieser Möglichkeit Gebrauch. Als er nach Augsburg zum Gespräch mit Kardinal Cajetan reiste, übernachtete Luther in der Nacht vom 1. auf den 2. Oktober 1518 erstmals in Gräfenthal. Auf der Rückreise ist sein Aufenthalt für die Nacht vom 26. zum 27. Oktober 1518 bezeugt.
Die Reise der kursächsischen Delegation zum Reichstag nach Augsburg im Jahre 1530 führte Martin Luther, der sicherheitshalber nur bis Coburg mitreiste, erneut nach Gräfenthal. Angeführt von Kurfürst Johann übernachtete die große Reisegesellschaft aber nicht in einem Gasthaus, sondern auf Schloss Wespenstein, das sich hoch über der Stadt erhebt. Am 14. April predigte Martin Luther in der Schlosskirche und am darauffolgenden Tag in der Kirche St. Marien. Der zu dieser Zeit auf Schloss Wespenstein residierende Sebastian von Pappenheim hatte 1517 damit begonnen, die orlamündische Burg Wespenstein in ein Renaissance-Schloss umzubauen. Dadurch war er in der Lage, 1530 seinen Lehnsherrn Kurfürst Johann den Beständigen und dessen Gefolge samt Luther zu beherbergen. Der Schlossherr stand der Reformation nahe.

Das Amt Lauenstein befand sich zur Reformationszeit im Besitz der Markgrafen von Brandenburg-Bayreuth. Auf dem Reichstag in Worms wird Luther als Ketzer verurteilt, der Kaiser verhängt die Reichsacht über ihn. Auf der Rückreise wird er im Auftrag des Kurfürsten Friedrich von Sachsen scheinbar entführt und zu seinem Schutz auf die Wartburg gebracht. An der Planung der Entführung sind drei kurfürstliche Räte beteiligt: Georg Spalatin aus Spalt, Philipp von Feilitzsch und Friedrich von Thüna, dessen Familiensitz die Burg Lauenstein in Oberfranken ist. 1525 wird die Herrschaft Lauenstein protestantisch. Etwa 2 km südlich des heutigen Lutherweges an der bayerisch-thüringischen Landesgrenze in der Nähe von Ludwigsstadt stehen 3 Grenz-Wappensteine aus der Zeit Luthers.

Heute ist der Name Lauenstein eng mit der bekannten Confiserie verbunden. Eine gläserne Manufaktur gibt exklusive Einblicke in die handwerkliche Kunst der Schokoladen-und Pralinenherstellung. Sehenswert ist die Pfarrkirche St. Michael in Ludwigsstadt und die noch im Stil des Barock gehaltene Kanzelaltarwand mit den überlebensgroßen Holzfiguren der Heiligen Petrus und Paulus. Die kulturgeschichtlich wertvollen Grabdenkmäler Ottos X. von Orlamünde und des Christoph von Thüna dem Älteren sind an der Südseite des Langhauses zu sehen.

 

 

Streckenführung

Spechtsbrunn - Buchbach - Meernach - Gräfenthal - Springelhof - Lauenstein (Burg) - Ebersdorf - Ludwigsstadt (Marktplatz)

Unterkünfte

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Streckeninformationen

  • Start: Spechtsbrunn
  • Ziel: Ludwigsstadt
  • Höhenlage: 396 m - 702 m ü.NN
  • Schwierigkeitsgrad: schwer
  • Wegelänge: 21 km
  • Wegezeit: 5 h
  • Barrierefrei: nie
  • Kinderwagen geeignet: nie
  • Markierung: grünes "L" auf weißem Quadrat
  • Begehbarkeit: beste Wanderzeit von Ostern bis Anfang November