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Lutherweg von Schmölln nach Altenburg

Höhe und Position

Schmölln besitzt eine der größten Marktanlagen Mitteldeutschlands und ein sehenswertes Rathaus mit Sitznischenportal im Eingangsbereich, einer Freitreppe und Vorhangbogenfenster. Die an der Vorderseite des Rathauses angebrachten gekreuzten Schwerter weisen auf das einstige Recht der Gerichtsbarkeit hin. Umgeben ist die Stadt von einer bis zu 8 Meter hohen Stadtmauer. 1127 veranlasst Bruno, "Graf in Pleißen" den Bau eines zweiten, dem Zisterzienserorden zugehörigen Klosters auf dem Pfefferberg in Schmölln, das 1138/40 nach Pforta verlegt wird. Die weiter bestehende Marienkirche erlangt ab dem 13. Jahrhundert bis zum 16. Jahrhundert vor allem Bedeutung als deutscher Marienwallfahrtsort. Die Marienkirche wird im Bauernkrieg 1525 durch Aufständische zerstört. Vier Jahre später erfolgt die Einführung der Reformation.

Während der Völkerschlacht bei Leipzig liegt Schmölln im Aufmarschbiet und so werden 1813 Truppen einquartiert und die Stadt als Lazarettstandort genutzt.
Um 1900 entwickelt sich die Stadt zum Zentrum der Knopfindustrie. Der Perlmutterknopfdrechsler Hermann Donath war es, der den Grundstein für die Schmöllner Knopfindustrie legte. Heute erhält man im Knopf- und Regionalmuseum einen umfangreichen Überblick über die wechselvolle Geschichte der Schmöllner Knopfindustrie.

In Altenburg - der neben Weimar zweiten Thüringer Residenz der Wettiner Kurfürsten - weilte Luther oft. Quartier nahm er im Haus seines Freundes, des Geheimsekretärs des Kurfürsten und Domherrn des Georgenstiftes, Georg Spalatin. 1519 traf Luther den Legaten des Papstes Karl v. Miltitz und verhandelte das "Altenburger Schweigeabkommen" als letzten Versuch einer gütlichen Einigung. Miltitz sollte herausfinden, ob Luther weiterhin auf seinen Wittenberger Thesen beharre. Das im Ergebnis zustande gekommene Schweigeabkommen hielt jedoch nicht lange.

Spalatin übernahm ab 1528 die Superintendentur und setzte Luthers Reformation nach seinen Vorstellungen administrativ um. Mitunter verhinderte Spalatin auch durch Luthers impulsive Haltung heraufbeschworene Konflikte, vor allem zwischen dem Reformator und dem sächsischen Kurfürsten Friedrich dem Weisen. "Wenn ich nicht gewesen wäre, nimmer wäre es mit Luthero und seiner Lehr so weit kommen".

Unterwegs auf dem innerstädtischen "Spalatinpfad" ermöglichen es zahlreiche historische Bauten, sich anschaulich ein Bild von jener Zeit zu machen.

Tourentipps

Tour 1: Spalatin übernahm ab 1528 die Superintendentur und setzte Luthers Reformation nach seinen Vorstellungen administrativ um. Erleben Sie auf Ihrer Wanderung von Altenburg nach Schmölln die verschiedenen Stationen Spalatins Superintendentur.

Tour 2: Auf einem Stadtrundgang in Altenburg lernen Sie die Arbeitswege Spalatins, Luthers Freund und Verbündetem kennen. Die Tour verbindet die wichtigen authentischen Orte der Reformation, die mit audiovisuellen Infoterminals ausgestattet sind.

Streckenführung

Schmölln - Köthelgrund - Taupadel - Bornshain - Maltis - Saara - Selleris - Mockern - Lehnitzsch - Ehrenberg - Stünzhain - Paditz - Altenburg (Marstall)

Unterkünfte

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Streckeninformationen

  • Start: Schmölln
  • Ziel: Altenburg
  • Höhenlage: 176 m - 274 m ü.NN
  • Schwierigkeitsgrad: mittel
  • Wegelänge: 20 km
  • Wegezeit: 5 h
  • Barrierefrei: nie
  • Kinderwagen geeignet: nie
  • Markierung: grünes "L" auf weißem Quadrat
  • Begehbarkeit: beste Wanderzeit von Ostern bis Anfang November