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Lutherweg von Saalfeld nach Großkochberg

Höhe und Position

Am Eingangsportal der Kirche St. Johannis, in der Luther predigte, steht seit 1905 auf einem Sockel eine fast lebensgroße steinerne Skulptur des Reformators. Den Innenraum der Kirche prägen mächtige Pfeiler. Das Chorgewölbe beeindruckt durch die farbenprächtige Darstellung einer "Himmelswiese", auf der etwa 80 Blumen und Pflanzen aus dem Mittelalter zu entdecken sind. Eine Seltenheit ist die Außenkanzel an der Südwestecke der früher von einem Friedhof umgebenen Kirche.

1527 kam Caspar Aquila, ein Freund und Wegbegleiter Martin Luthers, als Prediger nach Saalfeld. Ein Jahr später erfolgte die Berufung als erster evangelischer Superintendent an der Johanniskirche. Er hatte die Aufgabe, Luthers Gedankengut in Saalfeld umzusetzen, das Gemeindeleben neu zu organisieren und das Schulwesen umfassend zu reformieren. 1526 begannen der Aufbau und die Organisation der lutherischen Landeskirche durch Kirchen- und Schulvisitationen. Im Ergebnis dessen wurden 1527 der "Gemeine Kasten" eingerichtet, 1532 das Benediktinerkloster aufgelöst und 1534 die Knabenschule in das Franziskanerkloster verlegt. In der Folgezeit bemühte sich Aquila gemeinsam mit Philipp Melanchton vor allem um eine umfassende Reformierung des Schulwesens in Saalfeld.

Das Franziskanerkloster beherbergt seit 1904 das Stadtmuseum. Das in seiner Kubatur und Architektur weitgehend original überkommene ehemalige Kloster zählt zu den herausragenden mittelalterlichen Bauwerken Thüringens. Besonders bedeutsam ist der um 1300 errichtete, original erhaltene Dachstuhl der Klosterkirche. Zu den Sammlungen des Museums gehört unter anderem ein Gebetsbuch Martin Luthers mit handschriftlichen Anmerkungen.

Das weithin sichtbare Residenzschloss Heidecksburg, das gleichzeitig das Thüringer Landesmuseum beheimatet, begeistert vor allem mit dem zwölf Meter hohen Rokoko-Festsaal, in dem auch Friedrich Schiller zu Gast war. Das Barockschloss mit einem 160 Meter breiten Südflügel und einer 67 Meter breiten Westfront war zwischen 1571—1918 die Residenz der Grafen und Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt. Fast 250 Räume standen dem Hof als prunkvoller Regierungssitz des einstigen thüringischen Kleinstaates zur Verfügung. In der graphischen Sammlung werden Holzschnitte der Reformationszeit, darunter Blätter Albrecht Dürers, bewahrt. Eine besondere Attraktion sind die Miniaturarchitekturen "Rococo en miniature".

Der zirka 30 km südlich von Weimar gelegene ehemalige Landsitz der Familie von Stein erlangte Berühmtheit durch Goethes Liebe zu Charlotte von Stein. Es folgen häufige Besuche des Geheimrates zwischen 1775 und 1788 auf dem Rittergut, das fast vollständig mit Schloss, Park, Gärtnerei, Patronatskirche, umgebenden Hofgebäuden und einem frei stehenden Theater erhalten ist. Das Museum im Schloss erinnert an Goethes Besuche bei seiner engsten Freundin und Vertrauten der ersten Weimarer Jahre. In dem Raum, in dem er bei seinen Aufenthalten auf Kochberg gewohnt haben soll, ist als wertvollstes Möbelstück der Schreibschrank zu bewundern, auf dem der Dichter mit Tinte einige Daten seiner Besuche vermerkte.

 

Streckenführung

Saalfeld (St. Johannis- Kirche) - Remschütz - Kulm - Mariental - Cumbach - Rudolstadt - Heidecksburg - Pörztal - Teichweiden - Weitersdorf - Großkochberg - Schloss/Park/Liebhabertheater Kochberg



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Streckeninformationen

  • Start: Saalfeld
  • Ziel: Großkochberg
  • Höhenlage: 188 m - 453 m ü.NN
  • Schwierigkeitsgrad: mittel
  • Wegelänge: 24 km
  • Wegezeit: 6 h
  • Barrierefrei: nie
  • Kinderwagen geeignet: nie
  • Markierung: grünes "L" auf weißem Quadrat
  • Begehbarkeit: beste Wanderzeit von Ostern bis Anfang November