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Lutherweg von Orlamünde nach Neustadt an der Orla

Höhe und Position

1523 kommt Andreas Bodenstein, genannt Karlstadt nach Orlamünde. Er reformiert die Liturgie, schafft die Kindertaufe ab, entfernt Orgel und Heiligenbilder. Für kurze Zeit steht er mit Thomas Müntzer in Verbindung, lehnt jedoch Gewalt als Mittel zur Umsetzung der Reformation ab. Dennoch sieht Luther in ihm einen Anhänger Müntzers und betreibt seine Absetzung und Ausweisung aus Kursachsen. In der Stadtkirche St. Marien erinnert ein Gedenkstein an das Wirken Karlstadts in Orlamünde.

Martin Luther ist 1524 in Orlamünde, um die Gemeinde wegen der Bilderstürmerei zur Rechenschaft zu ziehen. Die Einwohner aber verteidigen ihren Pfarrer Karlstadt, so dass Luther das Streitgespräch in der Raststätte am Markt abbrechen muss. Die aufgebrachten Orlamünder rufen Luther zu: "... fahr hin in tausend Teufels Namen, dass du den Hals brächest, ehe du zur Stadt hinaus kömmst."

Der Abschnitt des Lutherweges führt nach Hummelshain. Dort ist das als Herzogstuhl bezeichnete Jagdschlösschen durch Herzog Ernst II. von Sachsen-Altenburg in den Jahren 1915 bis 1917 erbaut worden. Der für seine amourösen Abenteuer bekannte Herzog nutzte es als Jagdhaus und vor allem als "Lustschlösschen". Von seiner Herzogsuite aus konnten die Gemächer bei "Gefahr" über eine Geheimtür und eine enge Wendeltreppe verlassen werden. Die unter Denkmalschutz stehende Jagdanlage Rieseneck war Anfang des 18. Jahrhunderts an der Stelle eines hölzernen Vorgängerbaus errichtet worden, um das in einer großen Umzäunung gehaltene Wild bequem beobachten und erlegen zu können. Jagdschloss Hummelshain entstand zwischen1880 und 1885 im Stil der Neorenaissance und fungierte als Jagd- und Sommerresidenz der Herzöge von Sachsen-Altenburg und des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II., König von Preußen.

Mehrfach hielt sich Martin Luther als Visitator in Neustadt/Orla auf. Er stand dem Augustiner-Eremitenkloster vor und predigte in der Stadtkirche St. Johannis. Der Name "Lutherhaus" resultiert aus diesen Besuchen und bezeichnet eines der schönsten Bürgerhäuser Thüringens aus der Renaissancezeit. Eine innerstädtische Luthermeile verbindet die authentischen Orte. Über ein im Boden verankertes Markierungssystem, eine Bronzeplatte mit dem Luther-L, führt der Weg von der Stadtkirche St. Johannis mit Cranach-Altar durch die mittelalterlichen Fleischbänke (Ladenstraße) über den Marktplatz mit spätgotischem Rathaus zum Lutherhaus und weiter zum Kloster der Augustiner-Eremiten.

Streckenführung

Orlamünde (Stadtkirche St. Marien) - Orlamünde (Unterstadt) - Freienorla - Pritschroda - Lenzborn - Herzogstuhl - Jagdanlage Rieseneck - Abzweig Lutherweg nach Westen - Hummelshain - Langendembach - Mariengrund - Waldhaus "14 Eichen" - Gasthaus "Waldfrieden" - Sachsenburg - Börthen - Neustadt an der Orla (Stadtkirche St. Johannis)

Unterkünfte

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Streckeninformationen

  • Start: Orlamünde
  • Ziel: Neustadt an der Orla
  • Höhenlage: 167 m - 390 m ü.NN
  • Schwierigkeitsgrad: mittel
  • Wegelänge: 26 km
  • Wegezeit: 6,5 h
  • Barrierefrei: nie
  • Kinderwagen geeignet: nie
  • Markierung: grünes "L" auf weißem Quadrat
  • Begehbarkeit: beste Wanderzeit von Ostern bis Anfang November