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Lutherweg von Lehesten nach Saalfeld

Höhe und Position

Die ehemaligen Abbaustätten des Thüringer Schiefers mit Schwerpunkt rund um Lehesten, sind eines von 70 nationalen Geotopen Deutschlands. Vom Land des "Blauen Goldes" führt der Abschnitt des Lutherweges weiter nach Probstzella - einem Ort, der unmittelbar von der deutsch-deutschen Teilung betroffen war. Der Bahnhof fungierte zwischen 1949 und 1990 als DDR-Grenzstation. Die Ausstellung im DDR-Grenzbahnhof-Museum im alten Bahnhofsgebäude erzählt von gescheiterten und geglückten Fluchtversuchen über den Grenzbahnhof Probstzella und veranschaulicht die Bahnhofsgeschichte von 1945 bis 1990. Zu sehen sind Original-Exponate, Dokumente und Fotos sowie Film- und Tonausschnitte.

In den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts plante der Industriepionier Franz Itting in Probstzella ein Bauwerk, das durch seine Ausstrahlung der rückständigen Region um Probstzella neue Entwicklungsperspektiven geben sollte. Der Saalfelder Architekt Klapprodt entwarf daraufhin ein Gebäude in traditionellen, klassischen Formideen. Sohn Gotthard Itting machte seinen Vater mit dem Bauhaus-Schüler und -Meister Alfred Arndt bekannt und überzeugte Franz Itting von den Vorzügen moderner Bauhausformen. Alfred Arndt erhielt den Auftrag, den angefangenen Bau im Sinne des Bauhauses umzugestalten und weiter zu führen. Eisenbeton- und Stahlbaukonstruktionen verbinden sich mit neuen Ausbaumaterialien zu den für das Bauhaus um 1928 bis 1932 charakteristischen Formen. Mit dem "Haus des Volkes" entstand in Probstzella das größte Bauhausobjekt Thüringens und ein kulturelles Zentrum mit Kino, Festsälen, Theater, Restaurant, Café, Parkanlage und Sportanlagen. Das ehemalige "Haus des Volkes" ist heute ein Bauhaus-Hotel, das das imposante Bauhaus-Ensemble mit farbiger Innengestaltung, Bauhaus-Ausstattung und den herrlichen Ausblick vom Restaurant im Blauen Saal oder auf der Arndt-Terasse erlebbar macht. 

Zu den bedeutenden Persönlichkeiten während der Reformation in der Region zählte der Holzbildhauer Hans Gottwalt von Lohr. In Saalfeld fand Gottwalt eine größere Zahl von Schnitzwerkstätten und eine Saalfelder Schnitzer- und Malerschule vor, wo er seine Arbeit als Schüler des berühmten Tilman Riemenschneiders aufnahm. So ist die individuelle Handschrift ab 1503 an etlichen Erzeugnissen der Werkstatt Lendenstreichs auszumachen. Gegen 1518 setzten in Saalfeld reformatorische Strömungen ein. 1524 schaffte der Stadtrat in Saalfeld die katholische Messe ab. Die Urkunden besagen, dass sich der katholische Abt Georg von Thüna zu dieser Zeit bei Martin Luther um einen protestantischen Priester für die Besetzung der Pfarrstelle in Gorndorf bemühte.

Bevor man nach Saalfeld, in die Stadt der "Steinernen Chronik Thüringens" gelangt, sollte man unbedingt einen Zwischenstopp an den Saalfelder Feengrotten, den farbenreichsten Schaugrotten der Welt, einlegen und sich verzaubern lassen von der märchenhaften Untertagewelt. 

Luthers Gastgeber und Wegbegleiter in Saalfeld war Caspar Aquila, einer der bedeutendsten Reformatoren Thüringens. Luther selbst weilte einige Male in Saalfeld und predigte in der Stadtkirche St. Johannis, deren Chorgewölbe die bildliche Darstellung einer "Himmelswiese" aufweist.

Streckenführung

Lehesten (St. Aegidienkirche) - Lichtentanne - Grenzturm - Friedrichshoffnung - Probstzella - Gabe Gottes - Oberloquitz - Schadertal - Lositz - Eyba - Feengrotten - Saalfeld (St. Johannis-Kirche)

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Streckeninformationen

  • Start: Lehesten
  • Ziel: Saalfeld
  • Höhenlage: 227 m - 670 m ü.NN
  • Schwierigkeitsgrad: schwer
  • Wegelänge: 31 km
  • Wegezeit: 8 h
  • Barrierefrei: nie
  • Kinderwagen geeignet: nie
  • Markierung: grünes "L" auf weißem Quadrat
  • Begehbarkeit: beste Wanderzeit von Ostern bis Anfang November