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Katharinenkirche Gerstungen

Die der Heiligen Katharina geweihte Kirche wurde um 1588 nach einem Brand neu errichtet.

Der Gliederung nach ist der Baukörper eine Saalkirche, d. h. es gibt keine Unterteilung in Haupt- und Nebenschiff. Nach Osten schließt sich der Chor an, der wie eine Kapelle ausgeführt ist. Beide Räume werden durch eine breite, spitzbogige Öffnung, den Triumphbogen, verbunden. Auf den Chor wurde später der Fachwerkturm errichtet. Der Funktion nach war diese Kirche Burg- und Gemeindekirche sowie Begräbniskirche für den ortsansässigen Adel.

Der Chor, der älteste erhaltene Teil, bildet ein Rechteck mit einer halbrunden Apsis, die durch hohe schlanke Fenster geöffnet ist. Er wird von einem zweijochigem Kreuzgewölbe überspannt. Kreuzrippengewölbe, Spitzbogen und Strebepfeiler lassen von außen den gotischen Baustil erkennen.

Im mittleren Chorfenster ist der lehrende Christus dargestellt und die Holzplastik über dem Triumphbogen stellt nach spätmittelalterlicher Tradition die Leiden des Erlösers dar.

Das Kirchenschiff entspricht der mittelalterlichen Idealproportion 5:4 und ähnelt ein wenig einer Kemenate, dem steinernen wehrhaften Wohnhaus des niederen Adels auf Burgen und Schlössern. Der Turm erhielt um 1753 seine heutige Gestalt mit Schweifkuppel und Laterne.

Nach Fertigstellung des Kirchenschiffes um 1588 entstanden die beiden unteren Emporen, also noch in der Renaissance. Die dritte, später hinzugefügte Empore stammt aus dem Rokoko. Die Bemalung der beiden unteren Emporen entspricht dem Geist des Klassizismus und der Romantik.

Die wertvollsten Ausstattungsstücke der Kirche sind die beiden Kanzeln. Die Predigtkanzel, aus Stein gearbeitet, ruht auf einer Säule, der nach oben eine Konsole mit figürlichem Schmuck folgt. Die Ausgewogenheit zwischen Schwere und Leicht lassen sie als eine Arbeit aus der Renaissance erkennen. Nur der hölzerne Schalldeckel ist eine Arbeit aus dem Barock.

Die im Barock 1708 gefertigte Lesekanzel vermeidet durch figürlichen und floralen Schmuck die Geradlinigkeit, die die Renaissance auszeichnet.

Auffällig sind die an den Seiten des Schiffes angebrachten Grabplatten. Sie erinnern an Amtmänner, Amtsschosser und deren Angehörige, die unter dem Kirchenraum bestattet wurden.

Bis zum 1. Weltkrieg hingen zwei Glocken im Turm und zwar wurden sie 1434 und 1700 gegossen. Sie mussten für Kriegszwecke abgeliefert werden. In den zwanziger Jahren der vergangenen Jahrhunderts wurden drei neue Glocken angeschafft. Sie erhielten die Namen „Glaube“, „Liebe“ und „Hoffnung“ und erklingen noch heute im Werratal.

Detailinformationen

  • Gotik
  • Kirche
  • evangelisch

Service

  • Sprache: deutsch

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Lage

Kontakt

Pfarramt Gerstungen

An der Kirche 6
99834 Gerstungen

Telefon: +49 (0) 36922-20296

Ortsinformationen

Anreise