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Historische Theater

Die Herzöge und Fürsten des 17. bis 19. Jahrhunderts waren nicht nur eifrige Sammler von Kunstgegenständen aus aller Welt. Sie widmeten sich auch der Literatur und der darstellenden Kunst. So enstand an den Höfen manches Privattheater. In Thüringen sind mehrere dieser Kleinode zu finden. Drei davon liegen auf der Reiseroute  der historischen Theater Europas. Sie sind nicht einfach nur Spielstätte, sondern sie versetzen uns zurück in vergangene Zeiten und erzählen ihre spannenden Geschichten:

Liebhabertheater Schloss Kochberg - einzigartiges Privat-Theater der Goethezeit

Der ehemalige Landsitz von Goethes lieber Frau von Stein, mit Park und Theater gehört zu den besonders reizvollen Schlossensembles der Klassik Stiftung Weimar. Ein weltweit einzigartiges Kleinod ist das festlich gestaltete und sorgsam restaurierte Theater der Familie von Stein aus dem späten 18. Jahrhundert. Das Programm des jährlichen Sommerfestivals vermittelt ein ganz besonderes Erlebnis: Aufgeführt werden Werke des Barock, der Klassik und der Romantik, die hier, im authentischen historischen Theater zum großen Teil der historischen Aufführungspraxis entsprechend gezeigt werden und aus nächster Nähe zu erleben sind.
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Ekhof-Theater Schloss Friedenstein in Gotha

Einer der wichtigsten Orte deutscher Theatergeschichte befindet sich auf Schloss Friedenstein: Das 1681 eingerichtete Ekhof-Theater präsentiert sich heute in der Fassung von 1775, als hier das moderne deutsche Theater seinen Anfang nahm. Bis 1778 leitete der Begründer des realistischen Schauspielstils, der "Vater der deutschen Schauspielkunst", Conrad Ekhof, das erste festangestellte deutsche Theater-Ensemble. Beeindruckend ist die noch im Original erhaltene Bühnenmaschinerie, die während der Aufführungen des Ekhof-Festivals noch heute zum Einsatz kommt. Wie die Requisiten und Bühnenbilder mit Muskelkraft bewegt werden, können die Besucher in den Festivalwochen im Rahmen von Führungen sehen.      
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Das Meininger Theater

Am 17. Dezember 1831 wurde das Herzogliche Hoftheater Meiningen mit Aubers „Fra Diavolo“ eröffnet. 1866 übernahm Georg II. die Regentschaft im Herzogtum und zugleich auch die Leitung des Theaters. Auf seine Initiative hin wurde ein festes Schauspielensemble gebildet, die Oper hingegen abgeschafft. Georg II. strebte eine Erneuerung der darstellenden Kunst an. Sein Hauptanliegen war, die philosophischen, dramaturgischen, dekorativen und schauspielerischen Elemente in seiner Arbeit zu einem Gesamtkunstwerk zu vereinen, wobei er großen Wert auf eine detailgetreue historische Ausstattung und eine wirklichkeitsnahe Spielweise legte. Das Resultat waren aufsehenerregende Inszenierungen, mit denen die Meininger zwischen 1874 und 1890 durch ganz Europa reisten. So wurde das Meininger Theater zur Wiege des Naturalismus und des kritischen Realismus auf der Bühne und in der Bühnenliteratur. Die dem Theater angehörende Meininger Hofkapelle ist eines der ältesten und traditionsreichsten Orchester Europas.
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Auf dem einstigen Landsitz von Goethes Liebe Charlotte von Stein befindet sich das Liebhabertheater Schloss Kochberg, das um 1800 errichtet wurde. Eine Besonderheit sind die Aufführungen nach historischem Vorbild - sowohl des Bühnenbildes und der Kostüme als auch der Aufführungspraxis.

Das Schloss Friedenstein in Gotha, größte frühbarocke Schlossanlage in Europa, beherbergt neben bedeutenden Kunstsammlungen auch das Ekhof-Theater, dessen originale Bühnenmaschinerie noch heute zum Einsatz kommt.

Herzog Georg II. von Sachsen-Meiningen, auch Theaterherzog genannt, entwickelte ab 1866 mit seinem Hoftheater das Regietheater und ging damit erfolgreich europaweit auf Tournee.