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Erfurter Schatz

Als 1998 der Erfurter Schatz bei einer archäologischen Grabung  in der Innenstadt gefunden wurde, war es eine Sensation.

Unter der Mauer eines Kellerzugangs fand man buchstäblich in letzter Minute vor einem geplanten Neubau Silbergeschirr und Schmuckstücke, Münzen und Barren aus dem späten 13. und dem frühen 14. Jahrhundert. Der Fundort liegt in dem Viertel, welches die erste jüdische Gemeinde bis zu dem Pestpogrom 1349 bewohnte.

Für die Vermutung, dass dieser Schatz von einem jüdischen Kaufmann aus Angst vor einem Pogrom verborgen wurde, sprechen Fundort und der dabei aufgefundene jüdische Hochzeitsring. Den zahlenmäßig größten Anteil des Schatzes machen Silbermünzen und silberne Barren aus, was für die Bedeutung Erfurts als Handelsplatz spricht.

Neben den Münzen und Barren sind es vor allem die außergewöhnlichen gotischen Goldschmiedearbeiten, die den besonderen Reiz und Wert des Schatzfundes ausmachen. Dazu gehört ein umfangreiches Silbergeschirr. Solche Ensembles wurden auch in Schaukredenzen ausgestellt, um Reichtum und gesellschaftlichen Status zu bezeugen. Eine Kanne und eine flache Schale, welche leicht beschädigt geborgen wurden, sind mit plastischen und vergoldeten Dekoren verziert.

Bei dem Fund befand sich auch ein Satz aus acht ineinander passenden Bechern, sogenannte Häufelbecher, die zwar in dieser Zeit häufig waren, sich aber selten erhalten haben. Ein bei der Auffindung zerdrücktes Doppelgefäß erwies sich als der Schatz im Schatz. Das Erfurter Gefäß ist mit Darstellungen aus transluzidem Email verziert, welche zwar durch die lange Verweildauer in der Erde stark korrodiert sind, aber noch etwas von der einstigen Schönheit verraten. In diesem verschlossenen Gefäß fanden sich verschiedene Schmuckstücke.
Unter den Broschen bilden drei eine besondere Gruppe, sie werden durch hochgewölbte filigrane Tierdarstellungen geprägt und lassen sich in das späte 13. Jahrhundert datieren. Damit sind sie die ältesten genau datierbaren Stücke des Erfurter Schatzes. Solche Broschen wurden von beiden Geschlechtern getragen, dies soll auch in der Ausstellung gezeigt werden.

Zu dem Schmuckfund gehören auch Ringe, welche ebenso wie die Stücke von Gewand- und Gürtelbesatz von der hohen Kunstfertigkeit und einer seltenen Fülle zeugen und damit einen Blick auf die Welt vor 660 Jahren ermöglichen.

Öffnungszeiten

Dienstag: 10:00 Uhr - 18:00 Uhr
Mittwoch: 10:00 Uhr - 18:00 Uhr
Donnerstag: 10:00 Uhr - 18:00 Uhr
Freitag: 10:00 Uhr - 18:00 Uhr
Samstag: 10:00 Uhr - 18:00 Uhr
Sonntag: 10:00 Uhr - 18:00 Uhr

Detailinformationen

  • Kultur/Geschichte

Service

  • Führung mit Anmeldung
  • Sprache: deutsch, englisch, französisch, italienisch, russisch

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Lage

Kontakt

Alte Synagoge

Waagegasse 8
99084 Erfurt

Telefon: +49 (0) 361 655-1520

Ortsinformationen

Anreise

Erfurter Kulturschätze

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