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Eindrucksvoll

In Thüringen findet man eine Kulturlandschaft, so reich und vielfältig wie nirgendwo sonst. Die Theater und Orchester in Weimar, Nordhausen, Sondershausen und anderen Städten im Freistaat machen Thüringen zu einem bedeutenden Theaterland. Eindrucksvolle Inszenierungen und unvergessliche Events sind in Thüringen Programm - und das seit Jahrhunderten!

Ein eindrucksvolles Erlebnis sind  die grandiosen Opernwerke jener Meister, die regelmäßig auf den großen Thüringer Theaterbühnen gezeigt werden. Der Freistaat wartet mit einer Vielzahl an traditionsreichen Orchestern auf, die auf eine lange Geschichte zurückblicken. Wir stellen hier einige von ihnen vor und nehmen Sie mit auf eine Reise in vergangene Tage. Dabei kommt aber auch der Blick in die Gegenwart nicht zu kurz: Sie erfahren, wo Sie eindrucksvolle Konzerte und Opern heute hautnah erleben können.

Die Gründung der Meininger Hofkapelle geht auf das 17. Jahrhundert zurück. Moderner Zeitgeist beherrschte die Kapelle von Anbeginn, denn schon frühzeitig versuchte man, höfische und kirchliche Musik zu einem bürgerlichen Konzertleben zu vereinen.
Foto: ari-foto

Das Deutsche Nationaltheater und die Staatskapelle Weimar (kurz DNT) ist der bedeutendste Bühnenbetrieb Weimars. Die Institution vereint das Musiktheater und die Sprechbühne Deutsches Nationaltheater sowie das Orchester Staatskapelle Weimar.
Foto: Rasmus Schübel, TTG

Das DNT bietet alle drei Sparten eines Theaters - Schauspiel, Musiktheater & Tanztheater - sowie Konzerte.  Bespielt werden insgesamt sechs Bühnen im ganzen Stadtgebiet, darunter das congresscentrum neue weimarhalle. Hier finden im Sommer Konzerte der Staatskapelle Weimar in eindrucksvoller Kulisse statt.
Foto: Andreas Mey, weimar GmbH

Vor der märchenhaften Kulisse des Sondershäuser Residenzschlosses findet alljährlich ein gefühlvolles, farbenprächtiges Musiktheater statt - die Schlossfestspiele Sondershausen. Begleitet vom renommierten Loh-Orchester Sondershausen, einem der ältesten Kulturorchester Deutschlands, haben sich die Festspiele zu einem Besuchermagneten entwickelt. Unter freiem Himmel sind unvergessliche Sommerabende mit Oper und Musical zu erleben.
Foto: Tilmann Graner, Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH

Vom Orchester aus dem Park

Dominierend liegt das ehemalige Residenzschloss der einstigen Fürsten zu Schwarzburg-Sondershausen über der Stadt. Die Schlossanlage ist umgeben vom Lohpark, einem Lustgarten, der im Stile englischer Landschaftsgärten zum Flanieren und Verweilen einlädt. Hier fanden ab 1806 Konzerte der Fürstlichen Kapelle statt, die der Öffentlichkeit zugänglich waren. Sie wurden "Loh-Konzerte" genannt und sind namensgebend für das heutige Loh-Orchester, in welches die Kapelle nach dem Abdanken des Fürsten 1918 umbenannt wurde.

Das Loh-Orchester beeinflusste das Musikgeschehen in Deutschland im 19. Jahrhundert, indem es der Musik von Franz Liszt und Richard Wagner zum Durchbruch verhalf. Hofkapellmeister Eduard Stein machte die Werke der Komponisten populär.

Von 1825 bis 1830 kam es zu mehr als 250 Opernaufführungen, bedeutende Sänger aus deutschen Großstädten gaben Gastspiele. Das Orchester mit seinen konzertanten Aufführungen und das Theater als Opernbühne wurden deutschlandweit ein Begriff. Ein herausragender Erfolg wurde 1871 Wagners Fliegender Holländer, in den folgenden Jahren gingen weitere Opernproduktionen über die Bühne, unter anderem Fidelio und Lohengrin.

Seit 1991 ist das Loh-Orchester Teil der Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH. Heute bietet es seinen Zuschauern ein spannendes, abwechslungsreiches Programm, um emotionale Momente der Extraklasse zu bereiten. Überzeugen Sie sich selbst.
> Zum Spielplan

Staatskapelle Weimar

Die Staatskapelle Weimar blickt auf eine lange Geschichte zurück. Sie wurde bereits 1491 als Hofkapelle gegründet und war im Laufe der letzten Jahrhunderte  stets den Neigungen und Launen des jeweiligen Herrschers unterworfen. Erst 1602 fand das Orchester nach einem wechselhaften Wanderleben von Residenz zu Residenz endlich seinen festen Standort in Weimar. Ab dem 19. Jahrhundert wirkten bedeutende Persönlichkeiten an der Spitze des Orchesters, darunter der Mozart-Schüler Johann Nepomuk Hummel. Zudem engagierte sich Franz Liszt als Hofkapellmeister und brachte 1849 Wagners "Tannhäuser"zur Aufführung.

Als 2. Kapellmeister verhalf Richard Strauss 1889 bis 1894 der Kapelle zu beachtlichem qualitativem Aufschwung. 1919 wurde das Orchester zur "Weimarischen Staatskapelle" umbenannt und fand nach der Machterfreifung der Nationalsozialisten vorübergehend ein Ende. Unter dem Generalmusikdirektor Hermann Abendroth entwickelte sich nach 1945 in kurzer Zeit eine neu formierte Staatskapelle, die schnell wieder beachtliche Größe und Qualität erlangte und zu einem führenden deutschen Klangkörper heranwuchs.

Pflege großer Tradition

Heute setzt die Staatskapelle Weimar in der Programmgestaltung auf die Kombination von Tradition und Innovation und garantiert zudem die Fortführung der großen spätromantischen Operntradition am DNT Weimar. Zahlreiche CD-Einspielungen spiegeln das vielfältige, sich ständig erweiternde Repertoire von Mozart über Liszt und Strauss bis in die Moderne. International renommierte Solisten und Dirigenten zählen zu den regelmäßigen Gästen.
 

Veranstaltungs-Tipps

Das vielfältige Konzertangebot der Staatskapelle in ihrer Heimatstadt Weimar besteht aus einer hochkarätigen Sinfoniekonzertreihe, aus Sonderkonzerten, aus Film- und Kammerkonzerten, einem vielfältigen Konzertangebot für Kinder und Jugendliche sowie sommerlichen Open Air-Konzertnächten.
Zum Spielplan Deutsches Nationaltheater und Staatskapelle Weimar

Meininger Hofkapelle

Die Meininger Hofkapelle zählt zu den ältesten und traditionsreichsten Klangkörpern in Europa. Die Kapelle wurde im 17. Jahrhundert von Herzog Bernhard I. gegründet und bestand anfangs aus einzelnen Sängern und Instrumentalisten. In den Jahren 1707 bis 1711 leitete der Komponist Georg Caspar Schürmann die Kapelle und führte vorrangig von ihm selbst komponierte Opern auf. Johann Ludwig Bach, genannt der "Meininger Bach", folgte Schürmann nach. Er und seine Nachfolger Gotthold Friedrich und Johann Philipp Bach brachten die kirchenmusikalische Richtung in den Vordergrund.

Blütezeit und frischer Wind

Der Initiative des Konzertmeisters Friedhold Fleischhauer sind erste persönliche Kontakte zu Richard Wagner zu verdanken. 1876 stellte die Hofkapelle auf Wunsch Wagners das Hauptkontingent des Festspielorchesters bei den ersten Bayreuther Festspielen. Die Meininger Musiker wirkten daraufhin mehrere Jahre bei den Festspielen mit. Der Antritt Hans von Bülows 1880 markiert einen weiteren entscheidenden Schritt in der Geschichte des Orchesters: Erstmals erklangen Werke von Liszt, Wagner und anderen "Neudeutschen" in Meiningen. Bülow läutete die bis heute währende Tradition der Aufführung der Werke von Brahms ein. In unermüdlicher Probenarbeit entwickelte er die Meininger Hofkapelle zu einem europäischen Eliteorchester.

In der Spielzeit 2015/16 feierte die Meininger Hofkapelle ihr 350-jähriges Bestehen, u. a. mit Meininger Erstaufführungen der Opern "Capriccio" (Richard Stauss) und "Regina" (Albert Lortzing).

Anlässlich des 250. Geburtstags von Beethoven im Jahr 2020 widmet die Meininger Hofkapelle ebendiesem einen Schwerpunkt – hatten doch einst die Aufführungen seiner Sinfonien unter Hans von Bülow Meiningen den Beinamen „Beethovenopolis“ eingebracht.
> Zum Repertoire Meininger Staatstheater

 

 

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