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Das Grüne Band in Thüringen - ein Nationales Naturmonument

Viele Menschen starben bei Fluchtversuchen an der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Doch für Tiere und Pflanzen war der Todessstreifen absurderweise ein Raum, in dem sie sich ungestört entwickeln und entfalten konnten. Die Vielfalt der Arten erlebt man besonders gut hier in Thüringen. Über 763 km zieht sich die öklologische Schutzzone an der Thüringer Grenze entlang. Als erstes deutsches Bundesland hat Thüringen das Grüne Band Ende des Jahres 2018 als Nationales Naturmonument  ausgewiesen. Heute ist es ein lebendiges Denkmal der Geschichte und eine Schatzkammer der Artenvielfalt. Viel Engagement sorgt dafür, dass das Überleben gefährdeter Tier-und Pflanzenarten an diesem Ort gesichert ist. Es liegt auf der Hand: Das Grüne Band ist eine der Erfolgsgeschichten der deutschen Wiedervereinigung.

Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des Mauerfalls finden in den ehemaligen Grenzregionen eine Vielzahl von Veranstaltungen statt, wie Wanderungen, Ausstellungen, Diskussionsrunden, die sich diesem Thema widmen.

Im Außenbereich des Deutsch-Deutschen Museums sind Teile der früheren Sperranlagen erhalten.

Aus dem einstigen Grenzstreifen, der Deutschland teilte, ist heute eine Schutzzone für seltene Tiere und Pflanzen geworden, wie hier im Naturpark Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale.

Erinnerung an die Teilung - der Kolonnenweg an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze im Naturpark Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale.

Kräutergesine, eine zertifizierte Natur-und Landschaftsführerin, kennt sich hier im Naturpark Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale bestens aus.

Winterlinge mit ihren kleinen,gelben Schalenblüten zeigen sich wieder am Grünen Band.

Auf Spurensuche in "Little Berlin"

Viele Jahrzehnte teilte die deutsch-deutsche Grenze das Dörfchen Mödlareuth. Doch der trennende "Todessstreifen" wurde mit der Zeit zum "Grünen Band" und zum Nationalen Naturmonument in Thüringen. Ein Naturparadies voll mit seltenen Tieren und Pflanzen, mit Erinnerungen und mit vielen neuen Projekten. Auf Spurensuche in Mödlareuth...

Munter fließt der kleine Tannbach durch das beschauliche Dörfchen Mödlareuth mit seinen 50 Einwohnern. Man kann über ihn hinwegspringen. Wieder. Denn fast drei Jahrzehnte war der Bach eine unüberwindbare Barriere. Schon im 16. Jahrhundert wurde der kleine Wasserlauf als Grenze zwischen der Markgrafschaft Bayreuth und der Grafschaft Reuß-Schleiz festgelegt. Noch nach dem ersten Weltkrieg plätscherte er friedlich zwischen den Freistaaten Thüringen und Bayern. Die Menschen holten zur selben Zeit ihre Ernten ein, gingen gemeinsam zur Kirche und ins Wirtshaus, sie feierten Feste und Feiertage. Aber dann schloss sich der Eiserne Vorhang, der das Dorf und ganz Europa in Ost und West teilte. Mödlareuth erhielt den Beinamen "Little Berlin" - Klein Berlin.

"Ach so, die Kräutergesine"

Und dann fiel die Mauer. Aus der Grenze und dem Todesstreifen mit seinen Wachtürmen wurde ein Naturparadies, ein "Grünes Band" - das Thüringen zum Ende des Jahres 2018 zum Nationalen Naturmonument erklärte.

Fragt man zwischen Mödlareuth und Hirschberg nach Naturführerin Gesine Müller, erntet man oft zunächst erstaunte Gesichter. "Ach so, die Kräutergesine!", heißt es dann. Ihren richtigen Namen weiß kaum einer, der sie auf Märkten oder im Wald trifft. In dem unberührten Landstrich kennt sich die zertifizierte Natur-und Landschaftsführerin aus: auf uralten Schmugglerpfaden, den Grenz-und Kolonnenwegen, dem heutigen Grünen Band. "Auf meinen Wanderungen kann jeder erfahren, dass es hier wieder so viel Wunderbares gibt, was da alles wächst, wie es aussieht, riecht, schmeckt und was man damit machen kann. Da ist viel Wissen verloren gegangen."

Wo bis zum Mauerfall lange keiner einen Fuß hinsetzen durfte, übernahm die Natur das Zepter. Hier wachsen Pflanzen, bei denen selbst Kundige große Augen bekommen. Die "Kräutergesine" weiß, welche Blätter man in Salat mischt, mit welchen man köstliche Rouladen wickelt, woraus Tees, Auszüge und Pulver zuzubereiten sind.

Ein Leben im Geschichtsbuch

Nicht nur die Natur, auch die alte Dorfgemeinschaft wuchs nach dem Mauerfall wieder zusammen. Die einen wohnen immer noch in Thüringen, die anderen in Bayern, doch ihre Feste und Feiertage, die Hochzeiten und Jubiläen begehen sie wieder gemeinsam: auch das noch junge Mäh-und Bindefest. Die Idee dazu hatte Heiko Mergner mit seinen nostalgischen Erntemaschinen. Beim Schaumähen zeigt er, wie früher Getreide vom Feld geholt wurde.

Seine Mutter Karin zog einst vom Frankenwald in den bayerischen Teil des Dorfes und heiratete seinen Vater Erhard. Durch den Bau der Grenze verlor die Familie einen Teil ihrer Wiesen, Felder und den Wald auf Thüringer Seite. "Aber wir machten unsere Arbeit und zogen unsere Kinder groß. Sah man die Leute drüben auf dem Feld, hat man gewunken oder auch mal gerufen. Sie durften uns ja nicht grüßen. Aber heimliche Winke gab´s schon."

Die Grenze prägte ihr Leben. Denn was die Mödlareuther erlebten, war nicht Geschichte aus dem Schulbuch. Das war ihr Leben.

Natur ist grenzenlos

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Auf 1.394 Kilometern trennte einst die innerdeutsche Grenze das Land in Ost und West, in Kommunismus und Kapitalismus, in DDR und BRD. 30lahre später hat sich der ehemalige Grenzstreifen in ein lebendiges Biotop verwandelt, das das Bundesland Thüringen in den Rang eines Natlonalen Naturmonuments erhoben hat - und auf dem es sich prima wandern lässt.

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