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Die älteste Bauhaus-Sammlung der Welt

Das Gebäude des Museumsdepots liegt außerhalb der Weimarer Altstadt, und vom Stil her passt es ziemlich gut zum Bauhaus: Modern, schmucklos und schlicht sieht es aus. Und kaum einer der Vorübergehenden weiß, dass in dem Neubau ein riesiger, wertvoller Schatz untergebracht ist: die älteste, mittlerweile auf etwa 13.000 Objekte angewachsene Bauhaus-Sammlung der Welt, die zur Klassik Stiftung Weimar gehört.

Den Grundstein dazu legte Walter Gropius, der Leiter des Staatlichen Bauhauses, 1925 noch selbst, er bestimmte die Auswahl im Zuge des Umzugs nach Dessau maßgeblich mit. Schon sechs Jahre zuvor hatte Wilhelm Köhler, der Chef der Weimarer Kunstsammlungen, mit einer Sammlung zur europäischen Moderne begonnen. Unter den ersten 168 Bauhaus-Objekten, die in Weimar blieben, waren so berühmte Designklassiker wie die Wagenfeld-Lampe, Arbeiten von Marianne Brandt, Möbel von Marcel Breuer sowie Keramiken von Otto Lindig und Wilhelm Bogler.

Ein neues Museum zum Jubiläum

Zum Bauhaus-Jubiläum 2019 eröffnet die Klassik StiftungWeimar einen von der in Potsdam lehrenden Architektin Prof. Heike Hanada entworfenen Neubau am Rande des Weimarhallenparks, in dem viele spannende Objekte zu sehen sein werden, die jetzt noch im für Besucher nicht zugänglichen Depot schlummern. „Mich beeindruckt am Bauhaus, dass die Künstler über die eigene Zeit nachdachten, sie gestalten wollten“, sagt Dr. Ulrike Bestgen, die Leiterin des Bauhaus-Museums Weimar. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Ute Ackermann entwickelt sie derzeit die Dauerausstellung für das neue Bauhaus-Museum.

Eine Geschichte des modernen Designs

Ute Ackermann, die oft im Depot am neuen Konzept arbeitet, erzählt uns, warum die Sammlung immer weiter wächst. Zu ihr zählen heute neben Objekten, Studienarbeiten und Dokumenten aus den frühen Bauhaus-Jahren auch eine Kollektion aus dem Schaffen Henry van de Veldes sowie umfangreiche Exponate der Staatlichen Hochschule für Handwerk und Baukunst, der Nachfolgeschule des Bauhauses in Weimar. Seit 2010 wird die Bauhaus-Sammlung außerdem um die so genannte Design-Sammlung Ludewig erweitert, für die der Berliner Manfred Ludewig seit den 1960er-Jahren fast 3000 Stücke aus ganz Europa zusammengetragen hat. So ist in Weimar eine der spannendsten Sammlungen zur Designgeschichte der vergangenen 200 Jahre entstanden.

Und die hat Weimar maßgeblich mitgeschrieben. Einige der Bauhäusler aus den frühen Jahren trifft man übrigens derzeit gleich am Eingang des Bauhaus-Museums – dort steht ein riesiges Schwarz-Weiß-Foto. Die Gesichter der Künstler erzählen von einem freien Geist, von der Lust am Experimentieren, am Ideen-Entwickeln und auch ein wenig am Exzentrisch-Sein. Man hätte ihnen bei der kreativen Arbeit in den Werkstätten gerne einmal über die Schulter geschaut, wäre gern dabei gewesen – bei einem ihrer legendären Feste im sommerlichen Park an der Ilm.

Das dürfen Sie im bauhaus museum weimar nicht verpassen:

  • Kinderwiege von Peter Keler (1922)
  • Lattenstuhl ti 1a von Marcel Breuer (1924)
  • Gemälde "Gelmeroda XI" von Lyonel Feininger (1928)
  • Tee-Extraktkännchen von Marianne Brandt (1924)
  • Mokkamaschine von Theodor Bogler (1923)
  • "Turm des Feuers" von Johannes Itten aus dem Jahr 1920 - Kopie von 1995/1996 von Michael Siebenbrodt
  • Handpuppenköpfe von Karl Peter Röhl (um 1920)

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