Seite empfehlen:

Andreas Kieling - Sehnsucht Wildnis

Deutschland - das schönste Land der Welt. So beschreibt der aus Gotha stammende Abenteurer und Tierfilmer Andreas Kieling sein Heimatland. Sein Heimatwald ist der Hainich - hier darf die Natur wieder wachsen, wie sie will.

Verblüffende Momente und atemberaubende Augenblicke aus der Heimat und der ganzen Welt präsentiert Kieling in seiner Show Sehnsucht Wildnis, mit der er 2019 durch ganz Deutschland tourt. Thüringen Entdecken begleitet ihn dabei und verlost zudem Tickets für die einzelnen Tour-Stationen.

Andreas Kieling mit seiner "allerbesten Freundin": Hündin Cleo

Ein Strahlen im Wald: Blühender Bärlauch bedeckt den Boden im Hainich wie ein weißer Teppich

Die Krönung des Nationalparks: In 24 Metern Höhe führt der Baumkronenpfad in den Buchenwald.

Bitte so lassen! Im Hainich darf die Natur machen, was sie will. Umgestürzte Bäume bleiben liegen - und bieten Pilzarten wie dem Zunderschwamm neuen Lebensraum

Cleo ist flink. Sie beschnuppert den Boden, springt in eine Kuhle, kehrt im Eiltempo gleich wieder zurück. Ihr Herrchen geht in die Hocke, nimmt das Tier in den Arm und klopft ihm aufs Fell. Cleo ist ein Hannoverscher Schweißhund, ein Spürhund, den Jäger und Forstbeamte sich gerne halten, die Rasse ist äußerst selten. Cleos Herrchen hat selbst auch lange als Förster gearbeitet, doch heute ist er vor allem Deutschlands bekanntester Tierfilmer. Er arbeitet für ARD, ZDF und Arte, auch im „National Geographic Channel“ werden seine Filme gezeigt. Die meist sehr persönlichen Reportagen von Kieling haben Kultstatus. Er geht nah heran an Bären, Tiger, Panzernashörner und Löwen, auch seine Bücher sind Bestseller. Seit mehr als 10 Jahren sind er und Cleo ein unzertrennliches Team, die Hundedame nennt er „meine allerbeste Freundin“. Gemeinsam sind sie nun dort unterwegs, wo Andreas Kieling als kleiner Junge oft spielte, wo er herumgestromert ist, wo er sich auf die Lauer legte, um Tiere aber auch sowjetische Panzer zu beobachten, wo seine Liebe zum Wald entflammte: im Hainich.

Vor den Bäumen blüht im Hainich erstmal der Boden

Hohe majestätische Buchen geben dem Wald sein Gesicht, knorrige Wurzeln, die über den Boden mäandern, das kräftige Licht bricht sich durchs Geäst. 1997. Seit 2011 gehört der Hainich zum UNESCO-Weltnaturerbe. Ein echter Urwald soll er einmal wieder werden. Auf mehr als 5000 Hektar Wald greift der Mensch deshalb hier nicht mehr in den Lauf der Natur ein. Abgestorbenes Holz bleibt liegen, Flechten und Pilze wie Stockschwämmchen oder Zunderschwamm erobern die Stämme, grellgrünes Moos breitet sich darauf aus. Wohl 10.000 Tierarten sind im Hainich zu Hause, so wird es geschätzt: Rehe, Baummarder, Wildkatzen, seltene Käferarten, Fledermäuse, Spechte in großen Populationen. Ohne die deutsche Wiedervereinigung wäre dieser Wald, der lange militärisches Übungsgelände war, vermutlich nie so schnell zum Nationalpark geworden. Als das sowjetische Militär abzog, entstand die Idee, ihn zum Schutzraum, zum Urwald mitten in Deutschland zu machen.

Inspiration und Abenteuer im selben Augenblick

Der Feensteig führt uns in den Wald hinein, wir wollen in das Hanftal, bald schon laufen wir querfeldein. Wir queren einen Bachlauf, das Flussbett ist voller Steine. Nur im Frühjahr, zur Schneeschmelze, führt der Bach überhaupt Wasser. Es ist eine Zwischenzeit im Hainich, wir entdecken noch kleine Flecken Schneereste, aber auch schon einige leuchtend-weiße Märzenbecher. Auch den Bärlauch kann man bereits riechen, doch bis er in voller weißer Pracht den weichen Waldboden bedecken wird, müssen noch ein paar Wochen vergehen. Andreas Kieling bleibt abrupt stehen, legt den Finger an den Mund. „Hörst du das, eine Goldammer, die klingelt immer so“, sagt er. Kieling hat einen ruhigen, aber markanten Ton.

Aufgewachsen ist er in Gotha, Luftlinie zum Hainich: gut 20 Kilometer. „Als Kinder sind wir mit den Fahrrädern hierher, dieser Wald war unser Spielplatz“, erzählt Kieling. Dass der Hainich damals Sperrgebiet war, hat die Jungen nicht gehindert, immer tiefer einzudringen. „Wir hatten unsere Schleichwege“, sagt Kieling. „Das war unser großes Abenteuer. Im Wald machten sie sich auf die Suche nach alten, kaputten Panzern, die dort stehen geblieben waren, sie sammelten verschossene Munition ein, sie pirschten sich an die fremden Soldaten heran. Die Angst entdeckt zu werden, hat sie nicht eingeschüchtert.

Und sie kletterten auf die großen Bäume, sie suchten nach Vogelnestern, begutachteten Frösche und Käfer, hielten Ausschau nach Wild. „Damals bin ich zu dem Naturmenschen geworden, der ich heute bin“, sagt Andreas Kieling. Warum hat es ihn und seine Freunde immer wieder in den Wald gezogen? „Weil es verboten war.“

Im Wald muss man sich Zeit nehmen und warten, was passiert

„Ich wollte immer draußen sein“, sagt Andreas Kieling. Er hat sich nun einen Baumstamm gesucht, auf dem er sich niederlässt, das Fernglas hält er in seinen Händen. Er sei immer ein Jäger geblieben, bis heute, sagt er. Was er gewechselt habe, sei bloß das Werkzeug: Aus einem Jagenden mit Gewehr ist ein Jagender mit der Kamera geworden. Cleo kommt jetzt zu ihm gerannt, Kieling krault ihr über den Kopf, der Hund wird schnell ruhig. „Weißt du, was mich und Cleo verbindet? Wir brauchen beide unglaublich viel Auslauf.“

Das Herz des Hainichs ist der Baumkronenpfad, kein Ausflugsziel hier ist beliebter. Gut einen halben Kilometer führt die Route durch die Wipfel des Waldes. Der Start des Rundgangs liegt auf zehn Metern Höhe, dann steigt er sanft auf 24 Meter an, sogar mit Rollstuhl kann man ihn, dank eines geräumigen Aufzugs, besichtigen. Wer von oben auf das Blättermeer blickt, auf die Baumkronen, die von hier aus wie eine Hügellandschaft erscheinen, kann gar nicht anders als staunen. Hier oben spürt man am eindringlichsten, was für ein Schatz dieser Hainich ist.

Andreas Kieling sagt, dass es ihn berührt, dass gerade in seiner alten Heimat solch ein Ort, in dem die „Natur wieder Natur bleiben darf“, entstanden ist. Wie aber lässt sich diese besondere Landschaft am besten erfahren, wie schärft man die Wahrnehmung für sie? „Man muss sich Zeit nehmen“, sagt Andreas Kieling. „Obwohl ich den Wald wirklich gut kenne, gehe ich immer wieder neugierig in ihn hinein. Was werde ich heute erleben? Was ist heute anders?“ Er rät, den Wald nicht immer bloß wandernd zu besuchen. „Wenn ich mich nicht bewege, dann nehme ich die Umgebung ganz anders wahr. Ich verstecke mich hinter einem Baumstamm oder einem Busch und warte einfach, was passiert. Ich achte auf das Licht, die Gerüche, die Geräusche, die Gesänge der Vögel. Meistens dauert es nie besonders lang, bis sich etwas tut. Dann läuft eine Waldmaus durchs Laub, man hört einen Vogel, ein Reh nähert sich dir.“

Kieling steht auf, Cleo läuft wieder voran, der Weg wird breiter, der lehmige Boden zeigt Furchen, die Bäume werden weniger. Es zieht uns zurück, der Wald entlässt uns wieder. Welches Gefühl verbinde er mit dem Hainich? Kieling überlegt nicht lang und antwortet kurz: „Geborgenheit“.

Gewinnspiel:
Mit Andreas Kieling auf großer Deutschland-Tour

Thüringen Entdecken ist stolz auf unseren Nationalpark-Botschafter Andreas Kieling. Daher unterstützen und begleiten wir ihn zu insgesamt 15 Stationen seiner Deutschland-Tournee.
Dabei sein ist alles! Daher haben auch Sie die Chance, exklusiv 2 Tickets je Stadt zu gewinnen. Senden Sie einfach eine Mail an: c.hampe@thueringen-entdecken.de und nennen Sie uns die Stadt, in der Sie Andreas Kieling live sehen möchten.

04.01.2019  Berlin
06.01.2019  Dresden
07.01.2019  Cottbus
08.01.2019  Rostock-Warnemünde
10.01.2019  Schwerin
12.01.2019  Neubrandenburg
13.01.2019  Ilsenburg
15.01.2019  Leipzig
17.01.2019  Halle (Saale)
21.01.2019  Chemnitz
24.01.2019  Plauen
26.01.2019  Magdeburg
27.01.2019  Erfurt
02.02.2019  München

Kommentare

MERIAN EXTRA Thüringen

MERIAN EXTRA Thüringen

Dieser Artikel ist im neuen MERIAN EXTRA Thüringen 2018 erschienen. Sichern Sie sich jetzt Ihr Exemplar inklusive des Specials "Schätze der Natur" und entdecken Sie die Nationalen Naturlandschaften und Natura-2000-Gebiete in Thüringen.

Nationalpark Hainich

Nationalpark Hainich

Hier wächst Deutschlands Urwald. Die Natur darf sich frei entfalten. Im Nationlapark faszinieren eine alte Eiche und ein Laufsteg der Natur, drumherum warten hübsche Städtchen und ein deutscher Mythos: die Wartburg. Mehr zum UNESCO-Weltnaturerbe Nationalpark Hainich