Beitrag
Routen
zur startseite

Woher kommt der Kindergarten – Auf Fröbelspur durch Thüringen

Eine Reise zurück ins 18. und 19. Jahrhundert – es geht nicht um Weltpolitik, Dichter oder Denker. Wobei, doch, um einen Denker schon. Friedrich Fröbel, geboren 1782 in Oberweißbach, erfand den Kindergarten. Und ich durfte mich auf den Weg machen, ihm zu begegnen. Quasi. Durch einige Thüringer, die es schaffen, mit ihrer Leidenschaft für die eigene Heimat Geschichte erlebbar zu machen.

Das Fröbelmuseum in Bad Blankenburg

Isabel Schamberger ist eine von diesen leidenschaftlichen Machern. Sie empfängt mich herzlich im Fröbelmuseum in Bad Blankenburg, welches sie leitet. Hier hat Fröbel 1839 seinen ersten Kindergarten gegründet. Schon nach wenigen Minute habe ich viel zu diesem besonderen Ort und den Ideen Fröbels erfahren – Frau Schamberger ist selbst so begeistert davon, dass sie richtig aufstrahlt beim Erzählen.

Das Fröbelmuseum in Bad Blankenburg

Im Fröbelmuseum erfahre ich viel zur Geschichte des Mannes, der diese grandiosen Ideen hatte, kann historische Ausstellungsstücke, wie die ersten „Spielgaben“ für Kinder oder feinste Scherenschnitte, bestaunen und natürlich auch selbst spielen. Denn das Besondere bei Fröbels Ideen für Kinderspielzeug ist – es kommt nie aus der Mode!

Fröbels Spielgaben im Fröbelmuseum

 

Modernes Fröbel Spielzeug

Er nutzt natürliche Materialien, die bezahlbar und für jeden zugänglich sind.

Fröbels Spielgaben:

  • aus Holz entstehen Bausteine aus den mathematischen Grundformen: Würfel, Kugel, Walze
  • aus Papier entstehen Scherenschnitte, Falt- oder Flechtfiguren
  • aus Wolle / Garn werden Bilder bzw. Muster gestickt

Die Idee hinter jeder Spielgabe ist, dass das Kind sinnvoll beschäftigt wird und dabei etwas lernt. Deswegen achtet Friedrich Fröbel auf eine altersgerechte Aufbereitung, beginnend beim Baby! Dieses erhält z.B. eine Kugel aus Wolle, die an einem Faden befestigt ist. Im Spiel mit dem Kind soll alles kommentiert werden: rauf, runter – vor, zurück – die Kugel ist weich – die Kugel ist blau – usw.

Somit lernen die Kinder spielerisch grundlegendes Wissen bis hin zu komplizierteren geometrischen Formen oder Mustern. Sogar die japanische Kunst des Origami liegt in den Falttechniken Fröbels begründet!

Für Erzieher, Lehrer oder auch ganze Klassen werden im Fröbelmuseum Bad Blankenburg Seminare und Workshops angeboten – was sogar von ausländischen Gruppen gern genutzt wird!

Die Fröbelspur durch Bad Blankenburg

Nach so viel neuem Input genieße ich den Ausblick über die Stadt im Allianzhaus Café ganz in der Nähe des Museums und spaziere durch die Stadt. Interessante Orte zu Fröbels Lebenswerk und Geschichte sind mit Schildern und QR-Codes gekennzeichnet. Sie führen mich bis in den herrlichen Kurpark, in dem ein Kneipp-Tretbecken müde Füße erfrischt.

Fröbel auch in meinem Hotel

Die Nacht verbringe ich in Cursdorf im Hotel „Im Kräutergarten“. Passend zur Olitätenregion oder auch dem „Thüringer Kräutergarten“, in dem ich mich befinde, hat sich meine herzliche Gastgeberin Elke Kiesewetter mit ihrem Team ganz den Thüringer Kräutern verschrieben.

Frühstück im Hotel Im Kräutergarten

Und auch hier ist in der Spielecke Friedrich Fröbel mit einem tollen Baustein-Set angekommen. Nicht nur ihr Enkelkind baut hier leidenschaftlich gern, wie sie mir berichtet.

Aus den Bausteinen in unterschiedlichen Formen und Größen entstehen unter Kindern oder auch mit den Eltern zusammen Brücken, Schlösser oder Bauernhöfe. Der Fantasie und den Möglichkeiten sind durch die einfachen geometrischen Formen keine Grenzen gesetzt!

Eine wichtiger Gedanke Fröbels zu seinen Spielgaben ist, dass das Interesse und die Neugier geweckt und Kreativität gefördert werden soll.

Fröbels Geburtsort – mein Ausflug nach Oberweißbach

Wer nach Oberweißbach kommt, sollte sich zwei Dinge nicht entgehen lassen: Eine Fahrt mit der Oberweißbacher Berg- und Schwarzatalbahn (am besten mit Cabrio- sowie Olitätenwagen) und eine Führung mit Gerd Eberhardt durch das Fröbelmuseum!

Fröbelhaus in Oberweißbach

Im ehemaligen Pfarrhaus, dem Geburtsort von Friedrich Fröbel, befinden sich ein Kräuterlädchen und das Museum zu Friedrich Fröbel in Oberweißbach sowie eine Ausstellung zum Olitätenland.

Fröbel zum Greifen nah

Und plötzlich wird Friedrich Fröbel mit seinen Ideen für mich so richtig greifbar!

Während Gerd Eberhardt von seiner eigenen Kindheit in diesem Haus erzählt (es war damals ein Kindergarten), beginnt ein Film vor meinen Augen zu laufen. Ich fühle mich durch die Epochen hindurch zurück versetzt, werde von der Begeisterung zu Fröbels Ideen angesteckt und kann es anschließend kaum erwarten, mir im Museum die historischen Bücher und Vorlagen anzuschauen.

Gerd Eberhardt beim Fröbel Vortrag

Ausstellung Fröbel Arbeitsschulen

Die Schülerinnen Fröbels haben sich Hefte mit sogenannten Arbeitsschulen für die Beschäftigung mit den Kindern gebastelt. Alles kommt mir irgendwie bekannt vor – Scherenschnitte, Fröbelsterne, … aber unter diesen neuen Gesichtspunkten erhalten sie einen viel bedeutenderen Charakter.

So kam der Kindergarten in die Welt

Außerdem wird mir nun klar, weshalb der Begriff „Kindergarten“ in der ganzen Welt genutzt wird.
Friedrich Fröbel hat nicht nur den Kindergarten selbst, sondern auch den Beruf der Kindergärtnerin erfunden. Er hat die Damen ausgebildet und diese haben seine Ideen in die ganze Welt getragen und die Menschen damit begeistert.

Den Kindergarten gibt es heute von Neuseeland über China bis in die USA und wieder zurück nach Deutschland. Ganze Busgruppen koreanischer Touristen reisen heute nach Oberweißbach, um Fröbels Geburtshaus zu besichtigen.

Spielzimmer im Fröbelhaus

Während wir noch staunen, haben die Kinder der Familien, die zu Besuch sind, schon die verschiedenen Spielecken erobert. Es macht richtig Spaß zuzusehen, wie sie mit Begeisterung bauen, legen und kreativ werden.

Dieses Museum ist also definitiv ein Ort für die ganze Familie!

Und warum heißt das Kindergarten?

…weil die Kinder hinter einem Zaun bzw. verschlossener Tür betreut werden?

Ganz und gar nicht! Fröbel vergleicht die Kinder mit zarten Pflänzchen, die wie Samen aufgehen und zu ihrer schönsten Blüte heranwachsen sollen:

„Wie in einem Garten unter Gottes Schutz und unter der Sorgfalt erfahrener, einsichtiger Gärtner im Einklang mit der Natur, so sollen hier die edelsten Gewächse, Menschen, Kinder als Keime und Glieder der Menschheit, in Übereinstimmung mit sich, mit Gott und der Natur erzogen werden.“

Passend dazu hat er am ersten Kindergarten auch einen echten kleinen Gemüsegarten angelegt. Die Kinder waren selbst unter Aufsicht ihrer Erzieherinnen dafür verantwortlich, dass alles blüht und gedeiht. Somit konnten sie lernen, Verantwortung zu übernehmen.

Fröbels Konzept im Wald – der Fröbelwald

An der Bergstation der Oberweißbacher Bergbahn können sich die kleinen Racker nach dem Museumsbesuch dann so richtig austoben! Neugierig sein ist strengstens erlaubt.

Der Fröbelwald ist wie ein großer Abenteuerspielplatz für die ganze Familie.
Gemeinsam kann man hier:

  • nach Tieren Ausschau halten
  • Pflanzenarten entdecken
  • dem Wald lauschen oder ihn erfühlen
  • historische Berufe kennen lernen
  • u.v.m.

Fröbelwald

Spielen und toben wird kombiniert mit der Vermittlung von Wissen und dem Wecken der Neugierde der Kinder. Damit das gelingt, müssen die Eltern natürlich mitmachen: vorlesen und erklären sowie miträtseln oder -staunen ist Pflicht!

Ein toller Abschluss für einen Ausflug mit der ganzen Familie ins Schwarzatal zu Friedrich Fröbel.

×
Social Media der Autoren
  • julietravels.blog
    www.facebook.com
    Schaut mal, so wald-romantisch ist Bad Blankenburg im Schwarzatal! Was es hier spannendes zu entdecken gilt, gibt es bald auf dem Blog. ;) #heimatreise #deinthüringen #schwarzatal Thüringen entdecken
  • instagram
    julie travels ✏ on Instagram: “[Werbung aus Bloggerreise] Der Wald - der wohl natürlichste Erholungsort und Ruhepol überhaupt. Manchmal kann man ihn auch während einer…”
    64 Likes, 1 Comments - julie travels ✏ (@julies_travelblog) on Instagram: “[Werbung aus Bloggerreise] Der Wald - der wohl natürlichste Erholungsort und Ruhepol überhaupt.…”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Dieses Projekt wird von der Europäischen Union (EFRE) und dem Freistaat Thüringen (Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft) kofinanziert.

Logo des Freistaats Thüringen
Logo der EFRE
Logo der EU

Dieses Projekt wird von der Europäischen Union (EFRE) und dem Freistaat Thüringen (Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft) kofinanziert.

Logo der EFRE
Logo der EU
#deinThüringen