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3 traumhafte Winterspaziergänge rund um Jena

Die Gegend um Jena sei „die schönste, welche ich auf die Dauer gekannt habe“, das sagte schon Goethe. Und tatsächlich, die Lage der zweitgrößten Stadt Thüringens ist eine besondere: Hier unten im Tal, das die Saale quer durch die Region gegraben hat, fühlt es sich so an, als wäre man von lauter Bergen umgeben. Der charakteristische Jenzig, der beliebte Landgraf, der historische Napoleonstein – Jena bietet so viele Ausflugsmöglichkeiten, dass einem so schnell nicht langweilig wird.

Rechts:Feldweg, Linkts Blume in Frost

Zwar sind die Hügel ringsum natürlich bei Weitem nicht so hoch, dass es im Winter für garantierten Schnee reichen würde. Trotzdem sind gerade die Höhen rund um die Stadt häufig noch in Weiß getaucht, wenn sich der Schnee in den Straßen Jenas schon in grauen Matsch verwandelt hat.

Und auch ohne winterliche Flocken macht das Wandern und Spazierengehen in den kalten Monaten hier besonderen Spaß: Da die Wege in und um Jena kurz sind, muss niemand allzu lange frieren. Noch dazu wechseln sich sonnige Ebenen mit schattigen Tälern ab, in denen sich der Frost auch mittags noch hält – so bieten sich tolle Fotomotive. Und die früh untergehende Wintersonne taucht Land und Stadt in ein ganz besonderes Licht.

1. Von Füchsen und Schafen – ein Spaziergang zum Fuchsturm

Der Fuchsturm liegt auf dem Hausberg, der östlich der Jenaer Innenstadt aufragt und der höchste der direkt an die Stadt angrenzenden Hügel ist. Der Turm ist der einzige Rest einer einst imposanten Burg der ritterlichen Familie von Jena und eines der „sieben Wunder“ der Stadt. Woher der Name stammt, weiß heute niemand mehr – es mag in der Gegend früher besonders viele Füchse gegeben haben, oder der Name könnte sich aus der Bezeichnung „Füchse“ für junge Studenten ableiten. Auf jeden Fall kann man den 30 Meter hohen Berg heute besteigen – und nebenan in der ältesten Berggaststätte Jenas einkehren.

Links: Fuchsturm, Rechts: Schaf auf frostiger Weide

Der Fuchsturm

Um den Fuchsturm zu besteigen, gibt es zwei Möglichkeiten: Vom Stadtteil Ziegenhain aus führt ein asphaltierter Weg mit Geländer nach oben. Und auf der anderen Seite kann man den Berg von Wenigenjena aus über einen Waldweg besteigen.

Ziegenhain ist per Bus zu erreichen, lässt sich aber vom Stadtzentrum aus auch problemlos erlaufen: Man biegt gegenüber vom Paradiesbahnhof einfach in die breite Ziegenhainer Straße rechts vom Arbeitsamt ein. Von Ziegenhain aus sieht man den Turm direkt imposant aufragen und muss sich nur links halten, um dem steil aufsteigenden Fußweg zu folgen. Kurz bevor man am Turm ankommt, läuft man noch an einer kleinen Schafsweide vorbei.

Silhouette des Fuchsturms

Der Fuchsturm

Um den Berg von Wenigenjena aus zu besteigen, überquert man vom Stadtzentrum aus die Camsdorfer Brücke, die sich an den Steinweg gegenüber vom Uni-Hauptgebäude anschließt. Von der Camsdorfer Straße aus biegt man in den Fuchsturmweg ein und kommt schließlich über einen Waldweg zu einem geologischen Lehrpfad. Von dort aus biegt man links in eine Wohnsiedlung ein, an die sich wieder ein in Serpentinen zur Spitze führender Waldweg anschließt.

Links: Zweige im Frost, Rechts: Farbspiel zum Sonnenuntergang auf dem Fuchsturm

Ich laufe normalerweise von Wenigenjena nach oben – und durch Ziegenhain wieder nach unten. Das hat im Winter den Vorteil, dass man den Aufstieg durch den Wald noch im Hellen beenden kann, und im Dunkeln den beleuchteten, asphaltierten Weg zurück ins Ziegenhainer Tal nutzen kann. Es lohnt sich nämlich, bis zum Sonnenuntergang auf dem Fuchsturm zu bleiben: Da der Berg im Osten liegt, sieht man hier die Sonne wunderschön über Jena und den Hügeln im Westen untergehen.

2. Wie im Märchen – die Leuchtenburg in Kahla

Eines meiner liebsten Ausflugsziele rund um Jena ist die Leuchtenburg, die im 18 Kilometer entfernten Ort Kahla liegt. Bei gutem Wetter lässt sich die Burg von Jenas Bergen aus sehen – und bringt mich jedes Mal ins Schwärmen. Für mich sieht die Leuchtenburg aus wie direkt aus dem Märchen, und die wunderschöne Umgebung aus runden Hügeln und knorrigen Bäumen trägt dazu bei. Die Leuchtenburg lässt sich gegen Eintritt übrigens auch von innen besichtigen: Neben Ausstellungen zur Geschichte sind dort auch die „Porzellanwelten“ zu sehen, in denen sich die Geschichte des Kahlaer Porzellans erfahren lässt. In der Vorweihnachtszeit gibt es im Innenhof der Burg außerdem einen Weihnachtsmarkt.

Links: Weg zur Leuchtenburg im Frost, Rechts: Leuchtenburg

Die Leuchtenburg

Gerade, wenn ein wenig Schnee liegt oder sich zumindest etwas Frost um die Äste geschlossen hat, ist die Burg mit der bewegten Geschichte ein absoluter Traum. 1221 erstmals urkundlich erwähnt, wurde hier im 18. Jahrhundert ein Irrenhaus eingerichtet. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts, zwei Jahre nach der Schließung des Irrenhauses, begann die touristische Erschließung. Über die größte Zeit des 20. Jahrhunderts hinweg war die Leuchtenburg eine Jugendherberge. Und als wäre das noch nicht genug, war die Burg in den achtziger Jahren sogar als Internierungslager bei inneren Unruhen geplant – wozu es allerdings glücklicherweise nie kam. Die modernen Ausstellungen, die man heute innerhalb der Burg besuchen kann, bestehen übrigens erst seit 2010.

Von Jena aus ist Kahla problemlos mit dem Zug zu erreichen. Im Sommer (oder für Unverfrorene) bietet sich auch eine Fahrradtour an. Kahla ist angeblich der Ort mit der höchsten Supermarktdichte in ganz Deutschland – dieser zweifelhafte Ruf führt jedoch wenigstens dazu, dass es dort immer eine Parkmöglichkeit gibt, sollte man mit dem Auto anreisen. Zur Leuchtenburg geht es durch eine Schrebergartensiedlung im Osten des Ortes, nach der man die Saale über eine Fußgängerbrücke überquert. Und dann geht es auch schon steil aufwärts – die Burg ist ausgeschildert, so dass man sich kaum verlaufen kann. Am Aussichtspunkt Dohlenstein lohnt es sich, einen kurzen Stopp einzulegen.

Kuhweide im frostigen Tal

Wer oben feststellt, dass es bereits dunkel geworden ist oder wer einfach keine rutschigen Waldwege mehr laufen möchte, der kann rückwärts der Straße aus Seitenroda zurück nach Kahla folgen. Wer einfach einen anderen Weg laufen möchte, der kann hinter dem Parkplatz direkt neben der Burg auf schmalen Wegen in Richtung Süden quer durch Felder laufen. Erreicht man den Waldanfang, biegt man rechts ab und findet so an einem Bach entlang wieder zurück nach Kahla.

3. „Der Klassiker“: Landgraf und Napoleonstein

Da der Landgraf sich vom Stadtzentrum aus in kürzester Zeit erreichen lässt, ist er einer der beliebtesten Berge in Jena. Manche Jenenser nutzen ihn sogar für einen Spaziergang in der Mittagspause! Von hier aus hat man einen fantastischen Blick über die Stadt. Wem der kurze Aufstieg über Treppen nicht genug ist, der kann einfach den Wegen folgen, die ihn bereits auf den Berg gebracht haben, und kommt schließlich zum Windknollen, der in Jena besser bekannt ist nach dem Gedenkstein, der hier steht: der „Napoleonstein“. 1806 erlitt die preußische Armee hier eine schwere Niederlage gegen die französischen Truppen unter Napoleon. Wer hierzu mehr erfahren möchte, sollte Jena am 14. Oktober besuchen – jedes Jahr finden am Jahrestag der Schlacht Gedenkveranstaltungen statt.

Zwei Personen sitzen auf der Bank und schauen ins Saaletal auf Jena

Der Windknollen ist ein Berg, der keiner ist: Hier wird besonders deutlich, dass die Gegend um Jena eigentlich eine Hochebene ist, in welche die Saale ein Tal gegraben hat. Hat man einmal einen der „Berge“ um Jena erklommen, so ist dahinter alles flach. Der Windknollen verdankt seinem Namen der weiten Ebene, die sich im Herbst ideal dafür eignet, Drachen steigen zu lassen. Sobald Schnee liegt, kann man hier dank einiger flacher Abfahrten mit weiten Auslaufmöglichkeiten auch wunderbar Schlitten fahren.

Aussicht auf dem Weg zum Landgrafen

Der Landgraf ist vom Stadtzentrum aus am schnellsten über den Philosophenweg und den Landgrafenstieg zu erreichen und dort auch ausgeschildert. Einmal oben, findet man problemlos den Weg zur weiten Ebene des Windknollens – man folgt den Wegen einfach weiter. Von dort aus kann man über einen schmalen Weg, der an der steilen Felswand entlang führt, wieder absteigen und landet schließlich am sehr zu empfehlenden Gasthof Papiermühle.

Das Schöne an diesem Spaziergang ist, dass das letzte Stück an einem Hang entlangführt, der bis zu den allerletzten Strahlen von der Sonne beschienen wird. So kann man im Winter auch noch die letzten Momente der früh untergehenden Sonne genießen, bevor man in der Papiermühle einkehrt. Zurück ins Stadtzentrum geht es dann über die Erfurter Straße und die Humboldtstraße.

Jenapanorama

Jena

Natürlich lassen sich alle drei Spaziergänge auch zu allen anderen Jahreszeiten realisieren. Jeder Monat des Jahres bietet eine Besonderheit – im Frühjahr blühen auf der „Himmelswiese“, an der man vorbeikommt, wenn man die Leuchtenburg besteigt, zum Beispiel tausende hellblaue Blumen, und im Herbst sind die Wege durch die Wälder ganz besonders schön.

Egal, wann du in Jena bist – viel Spaß beim Erkunden der Natur und der Sehenswürdigkeiten!

TIPPS FÜR DEINE URLAUBSPLANUNG AUF THUERINGEN-ENTDECKEN.DE

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