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Mit dem Rad von Goethes Gartenhaus zum Gartenhaus

Wenn du an Thüringen denkst, was kommt dir in den Sinn? Für mich sind es die vielen Berge, die ruhigen Wanderwege und ewigen Felder, die sich wie endlose Postkartenmotive durch die Landschaft ziehen. Obwohl ich aus dem schönen Thüringen komme, habe ich bei Weitem noch nicht alles gesehen und habe mir vorgenommen, das Stück für Stück zu ändern.

Da ich sonst meist zu Fuß unterwegs bin, begab ich mich dieses Mal auf eine Radtour entlang der Ilm von Weimar über Apolda nach Bad Sulza.  Es war eine entspannte Tagestour und das Wetter spielte mit. Gerade bei einer Radtour ist es praktisch, wenn es nicht zu warm oder windig ist, weder eitel Sonnenschein noch Regen wären förderlich und so hieß ich die Wolken, die über uns hingen willkommen.

Fahrrad Tieffurt

Weimar, eine der interessantesten Städte Deutschlands

Unsere Tour fing in Weimar an, einer der interessantesten Städte Deutschlands wie ich finde, wo ich zuallererst über den emsigen Markt flanierte und mich fragte, wie lange schon meine letzte echte Thüringer Bratwurst her war (ein Muss in Thüringen!). Doch es war noch früh am Morgen und Essen musste sich erst einmal verdient werden; so schnappte ich mir mein Leihfahrrad von Travel Butler, warf noch einen schnellen Blick auf Goethes berühmtes Gartenhaus und dann ging es denn ab den Fluss entlang gen Norden.

Goethegartenhaus in Weimar

Ich war schon dutzende Male in Weimar, doch diese Route war ich bisher nie eingeschlagen. Meine Abenteuerlust war geweckt. Nach einem kurzen Zwischenstopp beim Schloss Tiefurt ging es dann auch schon schnell weiter und ab durch unsere ersten kleinen Dörfer. Es stellte sich bald heraus, dass meine Fitness noch schlechter war als gedacht, doch zum Glück waren die Hügel nicht allzu groß.

Eine Ausstellung der Spitzenklasse in Apolda

Vorbei ging es am Schloss Dehnstedt und der Burg Niederroßla, denn unser Zwischenziel war das Kunsthaus Apolda mit der aktuellen und weltberühmten „Sixties“ Ausstellung von Linda McCartney (diese ist bereits um die Welt gegangen, war zum Beispiel schon im Londoner V&A). Ich selbst würde mich jetzt nicht als allzu großen Beatles Fan bezeichnen (hör ich da Buhrufe?), doch die Fotos waren Spitzenklasse. Kein Wunder, war sie doch die erste Fotografin des Rolling Stone.

Beatles fotografiert von Linda McCartny

Von Aretha Franklin über Jimi Hendrix und hin zu sehr privaten Aufnahmen der Pilzköpfe hinter den Kulissen war die Creme de la Creme der Rock und Popwelt beinahe zum Greifen nah. Man sah die Stars, so wie Linda sie gesehen haben muss: als Freunde und Persönlichkeiten außerhalb des Scheinwerferlichts. Kein Glamour, keine zerschmetterten Gitarren – einfach nur ganz normale Menschen mit großen Träumen und riesigem Talent.

Im oberen Stockwerk gab es eine klein komplettierende Ausstellung mit zeitgenössischen Farbfotografien, die sich stark von den vorherigen Bildern abgrenzten. Linda hatte einfach ein viel persönlicheres Werk geschaffen, was jeglichem Vergleich entbehrte. Tief beeindruckt ging es dann auch schon bald weiter, denn das Ziel war noch nicht erreicht.

Schwimmende Hütten und geräucherter Fisch

Weiter ging es auf der relativ wenig befahrenen Landstraße entlang mit Mohn gerahmter Getreidefelder in das kleine Örtchen Eberstedt. Und der Hunger ließ auch nicht lange auf sich warten, denn ich wusste, hier würden wir in der Historischen Mühle eine deftige Mahlzeit vorfinden.

Mohnfeld Ilmtalradweg

Der Hunger hatte uns inzwischen etwas ungeduldig gemacht und so irrten wir anfänglich im Kreis durch das Dorf, anstatt dem Straßenverlauf um die Biegung zu folgen und dort unser Ziel vorzufinden. Nun ja, so traf man dann eben auch ein paar Einheimische, die einem mit Schmunzeln versuchten den Weg zu erklären und uns die Verwirrung zu nehmen.

Radtour

Schlussendlich saßen wir dann doch in der Historischen Mühle Eberstedt und während wir auf unsere frische Forelle und Schweineschnitzel warteten, warfen wir einen neugierigen Blick auf die bunten schwimmenden Hütten. Hier zu schlafen muss ein witziges Erlebnis sein und leidenschaftliche Angler und Fischliebhaber dürfen sich zwischen verschiedenen Fischnamen entscheiden, denn jede Hütte hat seinen eigenen fischigen Namen.

Mittag in der Eberstädter Mühle

Schwimmende Huetten Eberstedt

Goethehaus 2.0

Nach einer kurzen, etwa zwanzigminütigen Weiterfahrt in den Nachbarort Bad Sulza fanden wir uns an der beliebten Toskana Therme wieder. Bad Sulza ist in der Tat ein sehr entspanntes Örtchen für Kuraufenthalte mit seinen schönen Parks und Wellnessangeboten, aber noch sollten wir nicht rasten. Der Endspurt führte uns zurück an den Anfang: zum Goethehaus.

Nein, wir fuhren nicht in Blitzesschnelle zurück nach Weimar (das hätten meine Beine auch nicht mehr mitgemacht), denn das Goethehaus in Bad Sulza war eine originalgetreue Kopie, die zudem auch besucht werden kann. So erlebt man Goethe und seine Zeit hautnah. Leider kamen wir etwas zu spät an durch unsere kleine Irrfahrt und die vielen Fotos, für die ich unterwegs unbedingt anhalten wollte, aber das machte nichts.

Der Tag war bereits voller Ereignisse und vieler Eindrücke. Und auf der Fahrt, obgleich kurz, von Bad Sulza nach Weimar, ließ ich sie nochmal Revue passieren. Eine Radtour durch Thüringen war eine nette Abwechslung vom typischen Wandern und eine gute Möglichkeit, viel an einem Tag zu erleben und fit zu bleiben (oder mal etwas fitter zu werden).

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