Beitrag
Routen
zur startseite

Ein Sommertag auf dem Saaleradweg

Der strahlend blaue Himmel, der uns am Bahnhof begrüßte, ließ auf einen wundervollen Sommertag schließen, den ich mit ein paar Freunden vor einigen Wochen verbringen würde. Wir unternahmen eine Radtour entlang der Saale, die uns von Rudolstadt nach Jena führte. Wenn man sich anstrengt sind die 40 Kilometer Weg in gut drei Stunden zu schaffen. Aber wir wollten uns Zeit lassen für all die schönen Dinge, die am Wegesrand auf uns warteten, wie Stadtbummel, Museumsbesuche oder das ein oder andere Radler.

Schlösser im Schloss

Schon bevor wir überhaupt in die Pedalen traten, bot sich die erste Gelegenheit für unseren Stopp. Die riesige Heidecksburg liegt hoch über dem kleinen Rudolstädter Marktplatz und ist in jedem Fall einen Besuch wert. Sie gilt als das prachtvollste Barockschloss des 18. Jahrhunderts in Thüringen. Das ganze Jahr über gibt es interessante Ausstellungen zu besichtigen, wie zum Beispiel die Dauerschau „Rococo en miniature“, in der mehrere Schlösser im Maßstab 1:50 nachgebaut sind. Ich hätte mich stundenlang vor den Modellen aufhalten können, da es immer wieder neue liebevolle Details zu bewundern gab. Doch wir hatten ja einiges vor uns an diesem Tag.

Heidecksburg

Wir radelten durch Felder, Wälder, vorbei an idyllischen Schrebergärten und durch winzige Dörfer, die nette Namen haben wie Kleinkrossen, Großpürschnitz oder Kleineutersdorf. Der Saaleradweg ist durchgängig bestens ausgeschildert. Er führt meist auf Wegen abseits der Straßen oder auf kleinen, wenig befahrenen Nebenstraßen. Auf unserer Tour sehen wir die Saale selten aus der Nähe, oft allerdings schimmert sie durch Büsche und zwischen Bäumen hindurch. Es duftet herrlich nach allerlei Blühten und der warme Wind zaust mir durchs Haar. Wir sehen, fühlen und riechen den Sommer!

Wegweiser

Der Leuchtenburg entgegen

Der Saaleweg führt in seiner ganzen Länge auf mehr als 409 Kilometer durch ganz unterschiedliche Landschaften. Zuerst durch die Region Thüringer Schiefergebirge/ Obere Saale mit vielen im wahrsten Sinne atemberaubenden Steigungen. Entlang des Flusses liegen die Saale-Stauseen und schöne Städtchen wie Blankenburg, Saalburg, Saalfeld, Rudolstadt oder Jena, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Ab Saalfeld wird die Radstrecke einfacher. Von hier ist der Weg auch für Familien gut geeignet. Trotzdem muss man immer mal wieder eine Steigung bezwingen, aber längst nicht mehr so anstrengende Strecken wie im Bereich der oberen Saale.

Leuchtenburg

Schon von weitem immer wieder im Blickfeld macht die Leuchtenburg ihren Namen alle Ehre. Besonders schön zeigt sie sich bei Orlamünde, dort, wo der Radweg auf einer Hochebene neben der Saale entlang führt. Kurz vor Kahla geht es dann steil bergab zum Fluss hinunter. Am Rastplatz für Wasserwanderer nutzten wir die Gelegenheit für eine Pause direkt am Ufer und ließen uns unser Picknick schmecken.

Wasser-Rastplatz bei Kahla

Scherben bringen Glück

Gut gestärkt nahmen wir anschließend die wirklich anstrengende Steigung auf den Berg zur Leuchtenburg in Angriff. Die Burg thront hoch über dem Städtchen Kahla und war ein lohnenswerter Abstecher auf unserer Radtour durchs Saaletal. Dort warteten einige Höhepunkte auf uns. Wir besichtigten die Ausstellung der Porzellanwelten, in der auf spielerische Art die Geschichte des Porzellans erzählt wird. Das sogennate weiße Gold war für Thüringen über Jahrhunderte prägend. Hier kann man sogar die Grundstoffe für Porzellan selber mischen. Außerdem begaben wir uns auf den Skywalk, den Steg der Wünsche, auf dem folgendes passierte:

Skywalk der Wünsche

Wir bekamen jeder einen weißen Teller mit dem wir anschließend in eine kleine Kabine gingen, in der man einen Vorhang hinter sich zu ziehen konnte. Die Beleuchtung war minimal, denn nur ein Schwarzlicht strahlte von oben. Mit einem Schwarzlichtstift schrieb ich einen Wunsch auf den Teller, der dann bei Tageslicht für niemanden mehr sichtbar war. Anschließend gingen wir auf den Skywalk der Wünsche – ein Steg, der vom Burghof aus weit über das Saaletal ragt. Die Aussicht ist überwältigend. Ich blieb stehen und genoss den Blick in die Ferne. Doch wir hatten ja etwas zu erledigen. Ich hielt den Teller in der Hand, dachte fest an meinen Wunsch und warf ihn weit ins Tal. Er krachte auf einen riesigen Porzellan-Berg, der sich tief unter uns befand und zersprang in hundert Einzelteile. Da Scherben bekanntlich Glück bringen, kann ja nun nichts mehr schief gehen. Nach diesem tollen Erlebnis sausten wir auf unseren Rädern den Berg zufrieden wieder hinab in Richtung Jena.

Gitarrenklänge am Saale-Ufer

Dass Jena als Industriestandort außerdem eine grüne Stadt ist, merken wir schnell. Der Saaleradweg führt erst durch die große Plattenbausiedlung in Lobeda, am südlichen Stadtrand. Dann radeln wir entlang einer langen Grünzone im Seidel-Park, durch die Innenstadt bis hin zu einem idyllischen Uferstreifen mit strandartigen Plätzen direkt am Wasser in der Nordstadt.

Saale-Ufer Jena

Dort herrschte Partystimmung an diesem warmen Sommertag. Ein paar Leute spielten auf ihren Gitarren, die nächsten grillten ein paar Bratwürste. Die ausgelassene Stimmung steckte uns an und somit genehmigten wir uns nach einem erlebnisreichen Ausflug ein kühles Radler am Jenaer Saale-Ufer. So ließen wir diesen tollen Sommertag entspannt ausklingen.

Wie sieht es bei euch aus? Wart ihr auch schon mal auf dem Saaleradweg unterwegs? Was sollte man auf dieser Strecke absolut nicht verpassen?

 

TIPPS FÜR DEINE URLAUBSPLANUNG AUF THUERINGEN-ENTDECKEN.DE

Eine Antwort zu “Ein Sommertag auf dem Saaleradweg”

  1. Wunderbar geschrieben! Der Bericht macht wirklich Lust auf mehr! Besonders empfehlenswert ist auch der obere Lauf der Saale. In Saalfeld geht es mit der Feengrotte und dem Feenweltchen wahrlich märchenhaft zu. Die Saalekaskade, bestehend aus fünf Talsperren und Wasserkraftwerken, mit ihren weitläufigen Seenlandschaften lassen Urlaubsstimmung aufkommen. Eine Radtour entlang der Saale läßt keine Wünsche offen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Dieses Projekt wird von der Europäischen Union (EFRE) und dem Freistaat Thüringen (Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft) kofinanziert.

Logo des Freistaats Thüringen
Logo der EFRE
Logo der EU

Dieses Projekt wird von der Europäischen Union (EFRE) und dem Freistaat Thüringen (Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft) kofinanziert.

Logo der EFRE
Logo der EU
#deinThüringen