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Sechs spannende Fakten über Luther

Martin Luther war bereits im 16. Jahrhundert ein Star-Autor. Er besuchte 1520 die Frankfurter Buchmesse und verkaufte innerhalb von drei Tagen 1.400 Exemplare seiner Bücher!  Anlässlich des 500. Reformationsjubiläums gibt es viele spannende neue Infos über Luther. Daraufhin habe ich ein bisschen gestöbert und für euch weitere Fakten zum Reformator gefunden, die ihr hoffentlich noch nicht kennt. Zusätzlich findet ihr zu jedem Fakt sieben lohnende Reisetipps, mit denen ihr auf den Spuren des Reformators im Lutherland Thüringen unterwegs sein könnt.

1. Luther ist ein Luder

„Du Luder!“ Was heute nicht gerade positiv klingt, war schon vor 500 Jahren wenig schmeichelhaft. Es klang nach „liederlich“ oder „lotterhaft“. Mit 35 Jahren änderte Martin(us) Luder deshalb seinem Namen. Ab sofort hieß er Martin Luther.

Lutherdenkmal

Mein Reisetipp: das Dörfchen Möhra, Heimat von Luthers Familie

Wer wissen will, wo Familie „Luder“ ihre Wurzeln hat, kann sich im beschaulichen Dorf Möhra in Thüringen auf Spurensuche begeben. Im 16. Jahrhundert besaßen die Vorfahren von Martin Luther in dem Ort fünf Höfe. Heute gibt es in Möhra das Lutherstammhaus zu besichtigen, in dem Luthers Vater Hans Luder zur Welt gekommen sein soll. Wer will, kann sich hier sogar eine Ferienwohnung mieten. Außerdem interessant ist die Lutherkirche. Sie beeindruckt vor allem mit einer prächtiger Orgel, einem Holztonnengewölbe und dem Lutherdenkmal.

2. Luther steckt Harpe Kerkeling locker in die Tasche

Der Reformator war gut zu Fuß. Sein weitester Weg führte ihn über die Alpen in die ewige Stadt Rom. Pro Tag schaffte Luther 20 bis 40 Kilometer. Zum Vergleich: Der Durchschnittsdeutsche kommt heute im Alltag nicht einmal auf 1.000 Meter.

Luther Weg Thüringen

Mein Reisetipp: der Lutherweg

Wer nicht gleich eine Alpenüberquerung wagen will, kann die Pfade des Reformators auch in Deutschland nachwandern. Der Lutherweg führt auf 1.010 Kilometern durch ganz Thüringen. Vorbei an abwechslungsreichen Landschaften. Zum Beispiel in Glasbachgrund bei Steinbach, wo Luther gefangen genommen wurde. Oder zwischen Schmalkalden und Tambach-Dietharz, wo den Reformator ein Nierenleiden geplagt hat. Am 31. Oktober können Wanderlustige auch verschiedene Pilgerwanderungen auf einzelnen Abschnitten des Lutherwegs unternehmen. Pfarrer der Region laden dazu ein. Aber: Psst! Die Teilnehmer sollen schweigend unterwegs sein.

3. Luther arbeitet als Medien-Profi

Der Reformator war schon vor 500 Jahren Medien- und Kommunikationsprofi. Seine Flugblätter erreichten Menschen im ganzen Land – denn zum Glück war der Buchdruck bereits erfunden.

Bibliothek Anna Amalia in Weimar

Mein Reisetipp: Ausflug zu den Bibliotheken in Jena und Weimar

Das „Grüne Schlösschen“ in Weimar, das die Herzogin Anna Amalia einst zur Bibliothek umbauen ließ, erstrahlt heute wieder im schönsten Rokokostil. 2004 wurde der Ort von einem verheerenden Brand heimgesucht. Bücherliebhaber können hier die berühmte Luther-Bibel von 1534 bewundern. Die erste Gesamtausgabe der Bibelübersetzung, die in Wittenberg erschienen ist. Lohnenswert für Bücherfreunde ist auch die Universitätsbibliothek in Jena. Zu besichtigen gibt es kostbare Drucke aus der Reformationszeit.

4. Luther ist der Star der Kunstszene

Selfies konnte Luther noch keine machen. Aber schon zu seinen Lebzeiten gab es mehr als 500 Bilder von ihm. Alle aus der Werkstatt des berühmten Künstlers Lucas Cranach, mit dem der Reformator befreundet war. Luther gehört zu den Personen, die am häufigsten in der deutschen Geschichte im Bild dargestellt wurden.

Cranach Altar in Neustadt an der Orla

Mein Reisetipp: der Cranach-Altar in Neustadt an der Orla

Ein Ort für Kunstfreunde: In der Stadtkirche St. Johannes ist der einzige Altar von Lucas Cranach dem Älteren zu besichtigen. Zum Glück gibt es ihn noch, denn Bilderstürmer hätten ihn im 16. Jahrhundert beinahe zerstört. Martin Luther rettete den berühmten Altar seines Freundes vor den Kunstbanausen. Auch sehenswert: der denkmalgeschützte Ortskern von Neustadt an der Orla.

5. Luther schreibt als Erster eine verständliche Bibel

Wer hat die Bibel als Erster übersetzt? Martin Luther war es nicht. Es gab bereits 15 deutsche Übersetzungen, die jedoch kaum jemand verstand. In nur elf Wochen textete der Sprachkünstler das „Neue Testament für jedermann“, welches vor allem volkstümlich und lebensnah war.

Wartburg in Eisenach

Mein Reisetipp: das UNESCO Welterbe Wartburg

Auf der Wartburg haben Besucher nicht nur einen tollen Weitblick über den Thüringer Wald, sondern können auch einen Blick in Luthers Arbeitszimmer werfen. Die berühmte Lutherstube. Der Sage nach soll der Reformator dort ein Tintenfass nach dem Teufel geworfen haben und hinterließ dabei einen Fleck an der Wand. Heute ist dort eine ausgehöhlte Putzfläche zu sehen. Wer vor Ort ist, sollte die Ausstellung „Luther und die Deutschen“ nicht verpassen. Diese erinnert vom 4. Mai bis zum 5. November 2017 in der Wartburg an die Reformation.

6. Luther war Ghostwriter für Bach

Alles nur geklaut! Die berühmte Kantate „Eine feste Burg ist unser Gott“ stammt genauso wie viele andere Melodien nicht von dem weltbekannten Komponisten selbst, sondern von Martin Luther. Er bewies nicht nur Talent als Schriftsteller, sondern auch als Musiker.

Bubble Stuhl im Bachhaus in Eisenach

Mein Reisetipp: begehbares Musikstück im Eisenacher Bachhaus

Im 550 Jahre alten Bachhaus in Eisenach wurde der berühmte Komponist 1685 geboren. Neben einer Ausstellung erwarten Musikfans dort akustische Genüsse. Stündlich musizieren Künstler live auf Orgel, Spinett, Clavichord und Cembalo. Ein „begehbares Musikstück“ entführt über eine 180-Grad-Projektion außerdem in vier Bachaufführungen. Darunter zählen ein Ballett, eine Probe der Thomaner, ein Orgelkonzert und die Matthäuspassion. Süße Sünden bietet das Café Kantate im Garten des Fachwerkhauses. Hier gibt es hervorragenden Kuchen und Torten aus einer Eisenacher Konditorei.

Weißt du Ungewöhnliches über Luther oder hast du persönliche Tipps für Thüringen-Besucher?

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Dieses Projekt wird von der Europäischen Union (EFRE) und dem Freistaat Thüringen (Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft) kofinanziert.

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