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Porzellanwelten auf der Leuchtenburg – Auf den Spuren des Porzellans

Thüringen gilt als Land des Porzellans. Man sagt, es habe hier vor langer Zeit sogar die Schüsselechse, der Henkelkrebs und die Schalenschildkröte gelebt. Betritt man den ersten Ausstellungsraum der Porzellanwelten auf der Leuchtenburg in der Nähe von Jena, wird man in die wunderbare und spannende Welt des Porzellans entführt. Natürlich hat es die Schlüsselechse und all die anderen wundersamen Tiere nie gegeben, aber mit ihren Porzellanhenkeln und Schüsselpanzern sind sie eine wunderbare Einstimmung auf die Reise durch die sieben Themenwelten der Geschichte des Porzellans.

Interessante Exponate und Schattentheater

Die Keramikdesignerin Doreén Reifenberger von Loop Keramik aus Erfurt und ich haben uns zu einem gemeinsamen Besuch der Ausstellung auf der Leuchtenburg verabredet und sind sofort ganz fasziniert von der Aufmachung der Ausstellung, den historischen Exponaten.

Mingvase, Leuchtenburg, Ausstellung

Bereits im zweiten Raum treffen wir auf das älteste Exponat der Ausstellung – eine etwa 450 Jahre alte Ming Vase, die am Kap der Guten Hoffnung aus dem 1558 gesunkenen Handelsschiff „Espardarte“ geborgen wurde. Nach so vielen Jahren im Salzwasser haben nur wenige Materialien, darunter Gold, die Eigenschaft so widerstandsfähig und robust zu sein.

In der liebevoll inszenierten Ausstellung ist für jeden Geschmack etwas dabei. Im chinesischen Schattentheater lernen wir in Kurzform alles über den Beginn der Geschichte des Porzellans und den Handel mit dem „weißen Gold“. Beim Rundgang durch die Porzellanwelten sehen wir wunderschöne und einzigartige Stücke aus Porzellan und erfahren, das vor vielen Jahren sogar ein erbitterter Kampf zwischen Sachsen und Thüringen darüber herrschte, wer denn eigentlich das Porzellan erfunden hat. Glücklicherweise hat man sich irgendwann darauf geeinigt, dass es im Teamwork der beiden Länder entstanden ist.

Wie sieht die perfekte Mischung aus?

Die Ausstellung bietet keinesfalls nur Geschichtliches. In einem Raum, mit all seinen Gläschen, Dosen und Apothekerfläschchen, werden wir in eine Experimentierküche entführt und können uns an großen Waagschalen eigenhändig an der perfekten Mischung der richtigen Zutaten für die Herstellung des Porzellans versuchen.

Porzellanwelten Ausstellung

Am Brennofen im Nachbarraum ist es gar nicht so einfach, spielerisch die richtige Temperatur für das Brennen zu erzeugen, um nicht mit einem lauten Klirren, nebenan im „Raum des Scheiterns“ zu landen. Die Herstellung von Porzellan ist hochkompliziert. Nicht umsonst, wird Porzellan auch als „zickig“ bezeichnet. In jedem einzelnen Schritt kann so viel schiefgehen. „Ähnlich wie bei mir in der Keramik“, weiß Doreén. „Sind die Stücke erst einmal im Ofen, kann man einfach nicht mehr eingreifen und retten“ erzählt sie, als wir uns die vielen ausgemusterten Stücke im Raum des Scheiterns betrachten. Beine fehlen, Köpfe sind verbogen oder ganze Figuren sind komplett deformiert.

Die hohe Kunst der Porzellanherstellung

Porzellanherstellung ist eine hohe Kunst. Das wird uns immer mehr bewusst, als wir die Räume der Ausstellung durchlaufen und vor der größten Porzellanvase der Welt stehen. Der Künstler Alim Pasht-Han hat in Zusammenarbeit mit der Thüringer Porzellanmanufaktur Reichenbach eine acht Meter hohe und 1,5 Tonnen schwere Vase hergestellt.

Vase, Ausstellung Leuchtenburg

Dabei hat er sich von der Natur inspirieren lassen. Stabil wie bei dem Schachtelhalm, hat er die Vase aus 360 einzelnen Waben konstruiert. Jede einzelne Wabe hat er mit Motiven in kobaltblau und gold verziert, den typischen Thüringer Farben.

Doch auf der Leuchtenburg gibt es nicht nur die größte Porzellanvase, sondern auch die kleinste Porzellankanne der Welt. Mit ihren 4 mal 3 mal 3 Millimetern kann man sie nur durch eine Lupe betrachten. Würde man sie mehrfach vergrößern, könnte man sie sogar im Werksverkauf in Kahla erwerben und kaum den Unterschied zu den anderen Kannen aus dem Service Centuries erkennen. Denn mit so viel Liebe und Hingabe zum Detail, hat die kleinste Porzellankanne der Welt sogar einen abnehmbaren Deckel und einen haarfeinen Durchgang im Ausgießer, obwohl sie niemals nur einen winzigen Tropfen Wasser aufnehmen könnte. Aufgrund der Oberflächenspannung des Wassers, würde sie davon komplett umschlossen werden.

Der Steg der Wünsche

Langsam gelangen wir zum Ende der Ausstellung. Beflügelt von all den spannenden und faszinierenden Eindrücken, betreten wir den letzten Raum, der für alle Besucher eine wunderbare Überraschung bereit hält. In einer Holzkiste stapeln sich weiße Porzellanteller. Sie sollen uns später viel Glück bringen, denn mit unsichtbarer Tinte, die nur unter UV-Licht sichtbar ist, kann jeder Gast seinen Herzenswunsch darauf verewigen und ihn anschließend vom Skywalk der Wünsche aus 20 Meter Höhe am Berg zerschellen lassen.

Steg der Wünsche Leuchtenburg

Da stehen wir nun am Ende des Stegs. Jeder seinen Wunschteller in der Hand. Wir lassen ihn fallen und er zerspringt am Berg in tausend Scherben. Scherben bringen Glück, deshalb sind wir sicher, dass unsere Herzenswünsche ganz bald in Erfüllung gehen werden.

Hier findet ihr ihr alle Eckdaten zur Ausstellung:

Porzellanwelten auf der Leuchtenburg
Dorfstraße 10
007768 Seitenroda
+49 (0) 36424 / 7133-00
info@leuchtenburg.de
http://www.leuchtenburg.de/

Öffnungszeiten:
Sommerzeit (April – Oktober): täglich 9:00 bis 19:00 Uhr
Winterzeit (November – März): täglich 10:00 bis 17:00 Uhr

Eintrittspreise:
Erwachsene 12 Euro
Ermäßigt 11 Euro
Kinder 6-18 Jahre 7 Euro
Familienkarte 30 Euro (zwei Erwachsene und alle Kinder)
Jahreskarte 25 Euro (ermäßigt 19 Euro)

Mehr von mir erfahrt ihr auf meinen Blog, ich freue mich, wenn ihr vorbeischaut.

TIPPS FÜR DEINE URLAUBSPLANUNG AUF THUERINGEN-ENTDECKEN.DE

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Dieses Projekt wird von der Europäischen Union (EFRE) und dem Freistaat Thüringen (Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft) kofinanziert.

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