Beitrag
Routen
zur startseite

Natur pur – die 7 schönsten Orte im Nationalpark Hainich

Es gibt sie immer seltener, diese Orte, an denen man einfach mal eine Stunde durch die Natur läuft und niemandem begegnet. Das ist es auch, was die Besucher im Nationalpark Hainich am meisten schätzen – die Ruhe. Einfach abschalten können und das in einem Urwald mitten in Deutschland. Ein Urwald? Ja, hier lautet das Motto „Natur Natur sein lassen“ und so greift der Mensch nicht ein. Es kann also durchaus sein, dass ein kleines Abenteuer auf dem Weg liegt und ihr einen Baumstamm überqueren müsst, um weiter zu kommen. Der Nationalpark Hainich hat auf jeden Fall einiges zu bieten und hier kommen meine 7 schönsten Orte im UNESCO-Weltnaturerbe.

Aussicht vom Baumkronenpfad im Hainich

1.Begreifen wo man ist – Im Nationalparkzentrum

Ursprünglich war Deutschland ein Buchenwald und wenn der Mensch nicht eingegriffen hätte, wäre das auch heute noch so. Im Nationalparkzentrum lernt man die Natur zu begreifen, ganz spielerisch. An einer großen Tafel sieht man, wann die Zugvögel zum Boarding ansetzen und wo sie landen. Ich hätte auch nicht gewusst, dass ein Baum vier Lebensphasen hat und es in Deutschland kleine Drachen gibt. Diese heißen übrigens bunte Kammmolche. Mein Lieblingsort befindet sich eine Etage höher, im „Baumhaus“. Hier liegen zwei Nester mit Eiern zu denen man sich legen kann und die den kleinen und großen Besuchern Märchen erzählen. Am 10. Mai 2016 eröffnet eine neue Ausstellung „Entdecke die Geheimnisse der Wurzelhöhle“. Ich durfte der Ausstellung bereits vorab einen Besuch abstatten. Durch zwei Riesenwurzeln tauche ich ein, in die mir sonst so unbekannte Unterwelt – den Boden. 10.000 Jahre dauerte die Bildung von 30cm Boden. Er bildet ein komplexes System, auf dem wir oft achtlos darüber laufen. Für mich war es eine wirklich beeindruckende Ausstellung nach der man im Anschluss ganz anders durch den Wald geht.

Die Naturpark-Ausstellung im Hainich

2.Hoch hinaus auf dem Baumkronenpfad

Gleich neben dem Nationalparkzentrum beginnt der Weg zum Baumkronenpfad. Das “Tor“ ist ein runder, ca. 7 Meter breiter Kreis durch den die Besucher entlang schreiten. Dieser soll veranschaulichen, welchen Durchmesser der größte Baum der Welt hat. Im Anschluss steigt man im wahrsten Sinne des Wortes dem Urwald aufs Dach. Der Pfad läuft von 10 Meter Höhe stetig leicht ansteigend auf 24 Meter. Egal zu welcher Jahreszeit, es ist immer ein Erlebnis. Doch ich glaube, im Frühling ist es ganz besonders schön. Denn zu dieser Jahreszeit kann man den Bäumen beim Wachsen zusehen. Wie die Knospen langsam aufbrechen und saftig grüne Blätter zum Vorschein kommen, ist schon ein wahres Erlebnis. Neben der Hauptroute gibt es außerdem eine Hängebrücke sowie eine Aussichtsplattform. Dabei stellt die Plattform das Zentrum des Weges auf 44 Meter, welche man bereits von weitem an ihrer orangen Farbe erkennt, dar. Von hier oben hatte ich eine herrliche Aussicht auf die Landschaft. Wer tiefer in die Natur eindringen möchte, sollte unbedingt an einer der vielen Expeditionen teilnehmen. Bei der Abendführung „Mythos Baum“ erzählt Marion Weiß von der magischen Faszination des Waldes. Beim „Abenteuerlichen Lichtfang“ entdecken Besucher die kleine Tierwelt der Insekten und Falter bei Nacht und die romantische Stimmung bei Sternenhimmel in den Baumkronen. Ab Mai gibt es sogar Yoga- und Meditationsstunden auf dem Baumkronenpfad.

Baumkronenweg-Hainich

3.Zum Mittagessen ein Kurztrip nach Österreich

Es gibt sie noch. Diese besonderen Orte, die eigentlich gar nicht in die Umgebung passen, aber einen trotzdem ein ganz besonderes Gefühl geben. Die Hainichbaude von Steffen und Jane ist so ein Ort. Mitten im Nichts steht eine Hütte, die besser nach Tirol, als nach Thüringen passt. Hüttenwirt Steffen hat 15 Jahre im Zillertal gewohnt und zum Schluss auf einer Skihütte in Saalbach Hinterglemm gearbeitet. Als er wieder zurück in seine Heimat kam, hat er die Hainichbaude eröffnet. Eine urgemütliche Hütte mit rot karierten Vorhängen an den Fenstern, Geweihen an der Wand und österreichischen Spezialitäten wie Kaiserschmarren und Tiroler Käsebrett. Wer in einer Gruppe kommt, sollte sich unbedingt das gemütliche Kaminzimmer mit Feuerstelle reservieren. Auf was verlass ist, die Hütte hat jeden Tag ab 10 Uhr geöffnet.

Hainichbaude

4.Wanderung durch den wunderschönen Buchenwald

Gleich neben der Hainichbaude am Wanderparkplatz „Craula Kreuz“ beginnt das UNESCO-Weltnaturerbe Hainich. Wer nicht nur die Ruhe genießen, sondern sie richtig entdecken möchte, sollte eine Führung mit einem der 21 Ranger buchen. Ich war mit Ranger Axel Ziehn unterwegs, der mir die Schönheit des Parks gezeigt hat. Wer allein unterwegs ist, empfehle ich sich unbedingt die Weltnaturerbe Buchenwälder App herunter zuladen. Hier bekommt man alles Infos zum Hainich, von der Anfahrt bis zur detaillierten Routenbeschreibung. In 10 Schritten erklärt die App die Natur und die Besonderheiten dieser Region. Mein Highlight war definitiv in einem grünen Teppich aus Bärlauch zu stehen. Dieses Erlebnis hat man nur im Frühling.

Die Himmelstreppe im Thüringer Hainich

5.Auge in Auge mit der Wildkatze

Schwarze Fußsohlen, einen charakteristischen Aalstrich auf dem Rücken und immer grüne Augen. Daran erkennt man eine Wildkatze. Ungefähr 70 Wildkatzen leben im Nationalpark Hainich. Wer eine von ihnen jemals sieht, der kann sich sehr, sehr glücklich schätzen, denn Wildkatzen sind so scheu, dass sie nicht einmal über das offene Feld laufen. Insgesamt gibt es zwischen 5.000 und 7.000 Wildkatzen in ganz Deutschland. Und Hauskatzen? 8 Millionen! Der große Unterschied zwischen den Beiden – die Wildkatze lässt sich niemals zähmen. Selbst wenn sie mit der Flasche aufgewachsen ist, ist ihr Freiheitsdrang immer größer und das Tier schneller weg, als man schauen kann. Das und noch viel mehr habe ich im Wildkatzendorf Hütschenroda gelernt. Ein schöner Ort für die ganze Familie.

Wildkatze im Hainich

6.Auf den Spuren von Doktor Wald

Susanne Mertens verzaubert schon allein durch ihre Erscheinung. Langer, roter Rock, braunes Filzcape, kastanienrote Haare, einen Blumenkranz auf dem Kopf und einen Korb mit Kräutern unter dem Arm. Susanne ist Nationalpark-Führerin und Kräuterhexe. Wer mit ihr durch den Wald geht, lernt alles zum Thema Kräuterrezeptur. Ein paar Mal im Jahr, meistens zu den unterschiedlichen Jahreszeiten, wandert Susanne mit einer Gruppe durch den Nationalpark Hainich und vermittelt das alte Kräuterwissen. Bei meiner Tour hat sich alles um das Thema heilsame Kräuterrezepturen gedreht. Was ich vielleicht euch mit auf dem Weg geben kann – schaut einmal öfters eine Schlüsselblume an. Diese gibt es meistens nicht nur im Wald, sondern auch beim Gärtner um die Ecke. Warum Ihr das machen sollt? Weil die Schlüsselblumen das Herz öffnen und gegen Melancholie helfen.

Kräuterwanderung mit Susanne Merten

Das nächste Mal geht sie zur Mittsommernacht im Juni in den Hainich

7.Wünsch dir was

Die Betteleiche ist ein Wahrzeichen des Hainichs und ein sagenumwobener Baum. Angeblich legten früher Vorbei-Reisende Spenden und Essen, für die Mönche, in den Baum, . Um diese von Wind und Wetter zu schützen, höhlten die Mönche den Baum aus. Mittlerweile ist die Eiche wie ein Tor. Wenn man durch sie durch geht, den Stamm berührt und sich etwas wünscht, dann geht es in Erfüllung. Ich habe es ausprobiert und bin gespannt, wann mein Wunsch in Erfüllung geht.

Wie Ihr seht ist der Nationalpark mehr als nur ein einfacher Wald. Und das was ich im Nationalpark Hainich erlebt habe, war aber lange noch nicht alles. Ob wandern, reiten, radeln oder Kanu fahren, jeder sollte seine eigene Erfahrung mit nach Hause nehmen und hoffentlich noch lange daran denken.

All diese Plätze selbst erleben – das geht besonders einfach mit der ThüringenCard. Mit ihr sind alle Eintritte zum Baumkronenpfad, dem Wildkatzendorf und zahlreichen weiteren Attraktionen kostenfrei.

Mehr Infos gibt es hier: ThüringenCard

TIPPS FÜR DEINE URLAUBSPLANUNG AUF THUERINGEN-ENTDECKEN.DE
 
×
Social Media der Autoren
  • twitter
    “Sonntagsspaziergang durch Thüringen <3 #deinThüringen #meineNatur https://t.co/WH7RdbcS7j”
  • instagram
    Instagram photo by Christine Neder • Apr 19, 2016 at 9:24am UTC
    See this Instagram photo by @lilies_diary • 217 likes
  • twitter
    “Warum ich den Wald so liebe? Weil die Bäume im Wind die Sorgen aus den Haaren kämmen. <3 #meinenatur https://t.co/pZUdDIqfSe”
  • instagram
    Instagram photo by Christine Neder • Apr 17, 2016 at 7:11am UTC
    See this Instagram photo by @lilies_diary • 382 likes

Kommentare sind geschlossen.

Dieses Projekt wird von der Europäischen Union (EFRE) und dem Freistaat Thüringen (Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft) kofinanziert.

Logo des Freistaats Thüringen
Logo der EFRE
Logo der EU

Dieses Projekt wird von der Europäischen Union (EFRE) und dem Freistaat Thüringen (Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft) kofinanziert.

Logo der EFRE
Logo der EU
#deinThüringen