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Lengefelder Warte – Zu Besuch bei den Sanders

Eines kann ich schon vorweg sagen: Mein Aufenthalt bei den Sanders in der „Lengefelder Warte“ bleibt unvergesslich! Und das liegt nicht nur an der Herzlichkeit der Gastgeber und der Kochkünste des Hauses. Sondern auch an den kreisenden Falken, den weiten Blicken über Felder und Wiesen und dem Gefühl, dass man sich hier irgendwie zu Hause fühlt. Wer das traditionsreiche Restaurant mit Biergarten und Sonnenterrasse bisher noch nicht kannte – nichts wie hin!

Seit vier Generationen befindet sich das Anwesen im Familienbesitz. Gekocht wird sowohl nach alten Familienrezepten als auch nach eigenen Kreationen, inspiriert aus aller Welt. Dabei hat Chef de Cuisine Stefan Sander stets ein Augenmerk auf saisonale Gaben der Natur. Schlemmen, erholen und das Leben im Tal der Unstrut genießen – Sanders machen’s möglich!

Restaurant, Lengefelder Warte

Gemütliche Atmosphäre im Restaurant

Einziger Wachturm weit und breit

Das Wahrzeichen des Restaurants und Hotels ist schon von weitem zu sehen und grenzt direkt an den Mühlhäuser Landgraben.

Lengefelder Warte, Turm

Auf beeindruckenden 26 Kilometern verläuft die historische Wallanlage im Nordwesten der Stadt. Von den acht Wachtürmen, die im 12. Jahrhundert an exponierten Stellen errichtet wurden, ist heute nur noch der Turm der Lengefelder Warte übrig. Dieser ist bewohnt, und zwar von stattlichen Turmfalken, die sich unter dem Dach des alten Rundbaus ihre Wohnstube eingerichtet haben. „Regelmäßig kontrollieren Ornithologen das Nest und zählen den Nachwuchs“, berichtet mir Christian Sander. Genau in diesem Moment kreist einer der elterlichen Falken über unseren Köpfen und begrüßt uns mit dem typischen ansteigenden Laut „tih-tih-tih“. Ich fühle mich gleich doppelt willkommen! Die Wände des Turmes sind unglaubliche 1 Meter dick! Im Inneren herrscht das ganze Jahr über eine konstante Temperatur von rund 8 Grad Celsius. Da frage ich doch gleich nach, welche kulinarischen Schätze hier so lagern. Die Antwort kommt prompt: „Rumtopf. Und eingemachte Herbstfrüchte wie Safranbirnen.“

Zwei Brüder. Ein Familienbetrieb. Lengefelder Warte.

Das heutige Restaurant entstand vor mehr als 25 Jahren, den Gastronomiebetrieb an sich gibt es schon viel länger. Christian und Stefan Sander führen den Familienbetrieb in vierter Generation und berichten mir mit leuchtenden Augen, wie sie bereits als Kinder zwischen den Tischen und Stühlen hin und her huschten. „Wir sind hier groß geworden und mit allem, was die Gastronomie ausmacht, aufgewachsen.“ Dass beide Brüder nach Jahren im Ausland wieder in heimatliche Gefilde zurückkehren, finde ich nicht selbstverständlich. „Für uns stand es eigentlich immer fest, dass wir beruflich zwar Erfahrungen an verschiedensten Orten außerhalb Thüringens sammeln, dann aber wieder zurückkehren und den Familienbetrieb übernehmen“, sagt Stefan Sander.

Brüder Sander, Lengefelder Warte

Brüder Sander

Er ist Küchenchef und kreiert fantastische Gerichte, während Christian Sander als Serviceleiter hochengagiert im Einsatz ist. Buchhaltung und administrative Aufgaben erledigt der Vater, die Mutter wirkt fleißig in der Küche mit und steht den Brüdern mit Rat und Tat zur Seite.

Die Philosophie des Hauses erklären mir die beiden so: „Es müssen die besten Produkte als Grundlage zur Verfügung stehen, dann werden sie bei uns verfeinert, mit Einflüssen aus aller Welt.“ Die beiden sind ganz schön herumgekommen auf dem Globus: Christian lebte und arbeitete bereits in den USA und in Großbritannien, Stefan kochte unter anderem in der Schweiz und in Skandinavien.

Aus Liebe zur Region

Aus regionalen und saisonalen Zutaten entstehen fantastische Gerichte. Ein Blick in die Speisekarte lässt mir bereits das Wasser im Munde zusammenlaufen: Gratinierter Bioziegenkäse aus der Burgmühle Haina mit Aprikosen und Zitronenöl. Was für eine leckere Vorspeise! Forellen und Saiblinge kommen aus Dingelstedt und gut gereiftes Rinderfilet vom Gut Sambach. Gleiches gilt für Getränke: Neben Saale-Unstrut-Weinen werden Säfte und Obstler von den Fahner Höhen angeboten. „Alle drei Monate wird die Speisekarte neu aufgesetzt, so garantieren wir, dass vor allem saisonale Gerichte auf den Tisch kommen. Tagesempfehlungen werden individuell gestaltet – je nachdem, was gerade frisch geliefert wird an Fleisch, Gemüse und Obst“, erklärt mir Stefan Sander das Geheimnis der Lengefelder Warte. Beim Spaziergang durch den Garten hinter dem Haus entdecke ich ein großes Kräuterbeet mit allem, was das Herz begehrt. Die Brüder bestätigen mir meinen Verdacht: „Hier zupfen wir unsere Kräuter direkt vom Beet“, und schon wird mir ein Blättchen Melisse zum Knabbern gereicht.

Lengefelder Warte, Christian Sander am Kräuterbeet

Christian Sander am Kräuterbeet

Dann bekomme ich beim Rundgang noch die tierischen Mitbewohner vorgestellt: Barthühner, Wachteln, Truthähne und Enten. Eine Katze läuft schnurrend durchs Gelände und im Teich nimmt „Schildi“, die Schildkröte, ein Sonnenbad zwischen Seerosenblättern.

Lengefelder Warte, Schildkröte 'Schildi'

„Und das ist noch nicht alles, wir halten auch eigene Heidschnucken“, verrät mir Christian Sander. Ich finde: ländliche Idylle par excellence! Ein schmaler Weg führt über eine kleine Holzbrücke, sie überspannt den Mühlhäuser Landgraben. Hat man den Graben überschritten, so betritt man das Eichsfeld. Der Ausblick über die Weite der Landschaft ist einfach herrlich! Wir gehen einmal um das Areal herum und landen wieder am alten Fachwerkhaus.

Opa Hermanns Spazierweg

Von diesem Weg muss ich einfach erzählen, denn er hat eine ganz besondere Geschichte. Als „Hermannsrunde“ wird er den Gästen des Hauses nach einem ausgiebigen Mahl mit Vorliebe angeboten. Hm, Hermannsrunde. Ich will Genaueres wissen und frage nach, was es mit diesem Namen auf sich hat. Mit verschmitztem Lächeln verraten mir die beiden, dass es der Lieblingsweg des allseits beliebten Großvaters Hermann war. Wenn es hieß „Ich geh mal ’ne Runde!“ wusste jeder, wo sich Opa Hermann während der nächsten 30 Minuten aufhielt. „Wir haben den Weg selbst markiert und ausgeschildert“, berichten die Brüder stolz. Sie selbst schlendern so oft es geht die bedeutungsvolle Strecke entlang, sofern es die Zeit zulässt. Man kommt vorbei an einer schönen Lichtung, an blühenden Wiesen, Sträuchern und Feldrainen. Perfekt, um sich Platz zu schaffen für ein Dessert!

Feiern in der „Schwarzen Hose“

Lengefelder Warte, Schwarze Hose

Gemütliche Atmosphäre in der ‚Schwarzen Hose‘

Na, das ist ja vielleicht ein Name! Warum der Festsaal ausgerechnet „Schwarze Hose“ heißt – ich will’s wissen und lasse mir die Geschichte von Christian Sander erzählen: Als die Lengefelder Warte noch Zollstation war, machten Fuhrleute mit ihren Gespannen halt. Die Turmwächter spielten gerne Skat und wenn ein dritter Mann fehlte, wurde eine schwarze Hose aus dem Fenster gehangen. So einfach war das also! Jetzt verstehe ich, dass man an die witzige Begebenheit erinnern möchte. Übrigens: die Lengefelder Warte hat stolze 625 Jahre auf dem Buckel! Und seit 80 Jahren ist sie im Familienbesitz. War es früher noch eine Ausflugsgaststätte, so hat man später bei der Stadtkirmes hier gesessen und sich’s bei Bier und Fassbrause gut gehen lassen. Heute ist daraus ein weitläufiges Anwesen mit Feinschmeckerrestaurant geworden. Und wem es so gut gefällt, das er hier bleiben möchte – komfortable Hotelzimmer gibt’s eine Etage höher auch.

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Dieses Projekt wird von der Europäischen Union (EFRE) und dem Freistaat Thüringen (Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft) kofinanziert.

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