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Auf Goethes Spuren im Thüringer Wald

„Ich war immer gerne hier und bin es noch; ich glaube, es kommt von der Harmonie, in der hier alles steht …“ Goethe an Schiller, Ilmenau, den 29. August 1795

Am Kickelhahn gibt es einiges zu entdecken

20 Kilometer über Stock und Stein, vorbei an 17 Wirkungsstätten Goethes, führt der Goethe Wanderweg von Ilmenau nach Stützerbach. Am Anfang des Weges direkt beim Amtshaus in Ilmenau sitzt Goethe persönlich, in Form einer Statue auf einer Parkbank. Neben ihm ist ausreichend Platz, um sich für ein kleines Zwiegespräch niederzulassen.

Mitten in Ilmenau sitzt Goethe und wartet auf redselige Gesellen

Ich komme am Tag nach seinem 267. Geburtstag hierher und um seinen Hals hängt noch eine Grußkarte der Bürger der Stadt. In seinem Arm liegen ein paar Blumen. Goethe war der berühmteste Besucher der Stadt um insgesamt 26 Mal in Ilmenau und ist ganz offensichtlich bis heute sehr beliebt.

Nicht nur seine Naturverbunden hat zur Landschaft ließen in wiederkommen. Zuerst war es vorrangig der Auftrag des Herzogs, sich dem Finanzwesen der Stadt und der Wiederbelebung des Bergbaus zu widmen.

In Ilmenau selbst liegt die Schauspielerin Corona Schröters begraben, die als erste die Ehre hatte die „Iphigenie“ darzustellen. Den vierten Akt des Theaterstücks schrieb Goethe auf dem Schwalbenstein an nur einem Tag im März 1779, wie man aus einem Brief weiß, den er an den Oberbibliothekar aus Weimar Dr. Friedrich Wilhelm Tiemer schrieb. Auch an diesem Schauplatz führt der, mit einem dezenten „g“ gekennzeichnete Wanderweg, vorbei. Dieser darf seit 2005 die Auszeichnung „Qualitätsweg wanderbares Deutschland“ tragen und wird alle drei Jahre überprüft, ob er dieses Titels noch weiterhin würdig ist.

Goetheweg

Viele von Goethes Aufzeichnungen sind erhalten geblieben und als Briefe oder Zeichnungen in den Museen einsehbar. Das Jagdhaus Gabelbach widmet sich mit der Ausstellung „Goethes Wald im Wandel“ unter anderem seinen topografisch exakten Zeichnungen und ergänzt sie mit aktuellen Fotografien. Es ist verblüffend, wie genau der Dichter damals bereits die Landschaft wiedergab. Wunderschön ist auch der alte Wäscheschrank von Charlotte Stein, mit (ich habe nachgezählt) 10 kleinen Laden!

Historischer Festsaal im Museum Jagdhaus Gabelbach

Am „Gickelhahn“

In alten Schriften lese ich immer wieder, dass der Kickelhahn früher mit einem G geschrieben wurde. Das passt auch viel besser zum heutigen Dialekt in der Region, wenn vom „Gickelhahn“ gesprochen wird. Ein Besuch auf dem Berg bietet sich auch dann an, wenn man nicht den gesamten Goethe Wanderweg abgehen möchte.

Blick vom Kickelhahn

Vom Parkplatz „Herzogröder Wiese“ circa 15 Autominuten von Ilmenau entfernt geht es über das Jagdhaus Gabelbach zum Goethehäuschen, wo Goethe in der Nacht von 6. Auf 7. September das Gedicht „Wandrers Nachtlied – Ein Gleiches“ auf die Bretter geschrieben hat.

„Über allen Gipfeln ist Ruh, 

in allen Wipfeln spürest du

kaum einen Hauch;

die Vögelein schweigen im Walde.

Warte nur – balde

ruhest du auch.“

Was genau Goethe mit seinem Gedicht Wandrers Nachtlied ausdrücken möchte, darf jeder selbst für sich entscheiden. Goethe soll es in einer Nacht in dem kleinen Häuschen am Kickelhahn erfasst haben und dann auch gleich in die Holzwand geritzt haben.

Im Goethehäuschen hängt das Bild der Originalwand

Leider ist das Originalhäuschen abgebrannt, wurde aber wenig später originalgetreu nachgebaut. Schon seit 1838 wird es auf Wanderkarten als „Goethehäusen“ ausgewiesen. Während der untere Stock im Häuschen recht niedrig gebaut ist, hat man oben viel Platz und kann durch große Fenster ins Grüne blicken. Ein gemütliches Plätzchen.

Der Marienturm

Neben Ausgrabungen von alten Jagdgräben ist die Hauptattraktion des Kickelhahns der 21 Meter hohe Aussichtsturm. Über eine Wendeltreppe im Inneren gelangt man nach oben und hat von hier den besten Ausblick.

Blick auf Ilmenau

Über den Baumwipfeln kann man die sanften Kuppen der anderen Berggipfel in der Umgebung ausmachen, wie z.B. die des Schneekopfes und bei sehr guter Sicht sogar den Brocken im Harz. Der 1855 fertiggestellte Marienturm ist der älteste erhaltene Aussichtsturm im Thüringer Wald.

Eventtipp

Einmal im Jahr, immer am letzten Sonntag im August, findet hier das Kickelhahnfest statt. Ein Volkfest mit allem drum und dran: lokaler Prominenz, einer zünftigen Musikkapelle und regionalen Köstlichkeiten. Besonders der Pflaumenkuchen lacht mich an, oder vielleicht doch ein Mandarine-Schmand-Kuchen?

Bis ans Ziel nach Stützerbach

Abseits des Trubels führt der Goethe Wanderweg weiter über das historische Gasthaus „Auerhahn“ nach Stützerbach, wo ebenfalls ein kleines Goethemuseum steht. Hier gibt es noch das Zimmer zu sehen, in dem Goethe und Herzog Carl August bei ihren Aufenthalten übernachtet haben, sowie eine kleine Einführung in die Glasbläserei und Papierherstellung.

Das Goethemuseum in Stützerbach

Müde Wanderer können in den Ferienwohnungen direkt (!) im Museum einchecken – wenn das nicht für jede Menge Inspiration sorgt. Und jetzt ist es an euch auf Goethes Spuren zu wandern. Kennt ihr noch weitere Highlights, die man nicht verpassen sollte?

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