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Erfurt, Weimar & Jena – ein perfekter Städtetrip

Auf den Spuren wichtiger Persönlichkeiten wandeln, ihren Gedanken folgen und seine eigenen bilden. Um im Lutherjahr 2017 nach Thüringen zu reisen, muss man kein Luther-Fan sein. Es schadet aber nicht, eine gewisse Neugier mitzubringen. Zum Beispiel Neugierde für Religionsfragen, das Mittelalter, den Maler Lucas Cranach und seine Werkstatt, die die Werbetrommel für Luther gerührt hat. Mutige wagen dann einen größeren Sprung in der Geschichte, in die Zeit, in der Goethe und Schiller in Weimar wohnten und ihren Gedanken freien Lauf gelassen haben. Und schlussendlich kommt man im Licht der Gegenwart in Jena an. So zumindest hat meine Dreitagesreise nach Thüringen ausgesehen, kommt ihr mit? 

Drei Tage, drei Städte

Das praktische an den drei Städten ist ihre gute Anbindung und Vielfalt. Ähnlich wie beim Insel Hopping, kann man in Thüringen innerhalb weniger Stunden in verschiedene Welten eintauchen und das ganz einfach und unkompliziert mit der Bahn.

Erfurt

Meine Reise beginnt in einer Stadt, die ich bereits letzten Herbst kennen lernen durfte. Jetzt im frühlingshaften Sonnenschein erscheinen mir die alten Bauten noch schöner als in den dunklen Wintermonaten. Die Blumen blühen und die Farben der Häuser leuchten. Auf der Krämerbrücke beim „Eiskrämer“ gibt es Eis und die passenden Temperaturen um sich eins zu holen. Man munkelt es ist vermutlich das beste Eis der Stadt, ich bin sicher, es ist die beste Waffel in der ich je ein Eis gegessen habe. Ich schlendere durch die Stadt und lande beim Sandmännchen, das als fröhliche Figur auf einer Parkplatz sitzt. In Erfurt ist der Kinderkanal zuhause, das Sandmännchen, Käpt’n Blaubär und die Maus kann man hier an verschiedenen Stellen „persönlich“ antreffen.

Das Sandännchen in Erfurt

Gemeinsam mit dem Stadtführer Matthias Gose tauche ich in die Vergangenheit Erfurts ein und begebe mich auf Entdeckungstour. Wir stehen dort, wo Luther in der Augustinerkirche gepredigt hat, besichtigen die kleine „Lutherzelle“, wo er gelebt und gelernt haben soll und bestaunen Details im Erfurter Dom. Das riesige Kirchenschiff hält viele Geschichten parat, unter anderem gibt es ein echtes Einhorn zu entdecken. Der sogenannte „Einhornaltar“ zeigt Maria, die Jungfrau, die als einzige das Einhorn bändigen und halten kann. Ein Privileg, das nur Jungfrauen haben und gleichzeitig der Beweis ihrer Unschuld ist.

Wieder zurück in den kleinen Gässchen der Stadt entdecke ich eine Bohne, die auf eine Wand gesprayt wurde. „Eine Puffbohne!“ erklärt der Stadtführer lachend und erzählt mir, dass die Erfurter sich selbst gerne als „Puffbohnen“ bezeichnen und Neugeborene im Krankenhaus heiß begehrte Kuscheltiere (Bohne) in entsprechender Farbe (rosa oder blau) bekommen. Schmecken sollen sie übrigens auch sehr gut. Also suche ich den nächsten Pflanzenladen auf und kaufe mir eine Packung Puffbohnen, wer weiß vielleicht wächst bald ein kleines Stück Erfurt in meinem Garten. Ein ungewöhnliches, aber sehr authentisches Souvenir ist es allemal!

Köstlicher Mittagstipp für Erfurt:

Mittags bei EAT in Erfurt

EAT Erfurt
Homemade Pommes mit Bärlauch-Mayo und Tagessuppe. Aber auch die Pastrami-Sandwiches auf der Karte klingen unglaublich gut, schade, dass man nur einmal am Tag Mittagessen kann.
Pilse 7, 99084 Erfurt
eat-erfurt.de

Weiterreise: Erfurt-Weimar mehrmals die Stunde mit der Bahn, 13-15min

Weimar

In Weimar sieht die Welt gleich ganz anders aus. An jeder Ecke vermutete ich den Geist Goethe oder Schillers, oder einer der Wegbegleiter der beiden. Auch Luther war hier gewesen im Jahr 1540. So lässt der 57-jährige Luther aus Weimar seine „herzliebe Käthe, Doctorin Lutherin etc. … untertäniglich wissen, daß mirs hier wohl gehet. Ich fresse wie ein Böhme und saufe wie ein Deutscher, das sei Gott gedankt, Amen.“

Marktplatz Weimar

Der öffentliche Stadtrundgang bringt mich in zwei Stunden an viele wichtige Plätze und bald wird klar: für Weimar braucht man mehr Zeit, mindestens zwei volle Tage. Also entscheide ich mich für einen Ausschnitt, lasse das Bauhaus-Museum schweren Herzens aus und spaziere dafür zu Goethes Gartenhäuschen im wunderschönen Park an der Ilm. Hier hat Goethe gelebt und gearbeitet bis er später erst in sein Stadthaus gezogen ist, in dem sich heute das Goethemuseum befindet. Die blühenden Wiesen und zwitschernden Vögel tun ihr bestes um mir zu sagen: „Siehst du es auch? Hier setzt dich nieder und lass dich inspirieren!“ Ich halte kurz inne, bevor es weitergeht ins Schlossmuseum und zur verdienten Stärkung im Cafe Resi.

Zwei köstliche Restauranttipps für Weimar:

Fama Café und Bücher
Frische Blumen, Kerzen und Bücher. Das kleine Café hat alles um sich so richtig wohlzufühlen und zwischen den Sehenswürdigkeiten einmal zu verschnaufen. Die Gemüse-Curry-Suppe als Mittagstisch war himmlisch!
Adresse: Windischenstr. 20
facebook.com/fama.weimar

Residenz Café und Restaurant
Liebevoll „Resi“ genannt, mit viel Wiener Charme (auch bei den Kellnern) und guter regionaler Küche. Frühlingstipp: Spargel mit Erdbeer Salat!
Adresse: Grüner Markt 4, 99423 Weimar
residenz-cafe.de

Weiterreise: Weimar-Jena, ca 1-2 Mal die Stunde, 14-19min mit der Bahn

Jena

Christian Hill ist Historiker und Stadtführer. Er kennt Jena in und auswendig und ich bin einen Nachmittag lang mit ihm unterwegs. Im Vergleich zu Weimar ist Jena sehr jung. Schon am Weg vom Bahnhof zu Hotel habe ich das Gefühl, hier bin ich „in der Gegenwart“ angekommen. Hippe Cafés, lustige Sprüche und kleine Shops zeichnen das Stadtbild ebenso, wie die knapp 20.000 Studenten (von 110.000 Einwohnern).

Mit dem Rundgang starten wir trotzdem in der Vergangenheit – im kleinen Museum „Romantikerhaus“, wo man zwar Dinge bestaunen kann, aber eigentlich geht es um Gedankengut, das aus der damaligen Zeit geblieben ist. Im ehemaligen Wohnhaus des Philosophen Johann Gottlieb Fichte dreht sich alles um die literarische Frühromantik um 1800. Etwas bodenständiger ist der Café in der urigen Museumskneippe im Stadtmuseum. Christian hat ein Buch geschrieben über berühmte Persönlichkeiten und ihre Essgewohnheiten – mit Rezepten. Als Fan von alten Rezepten gefällt mir die Idee sehr gut. Wie spannend Geschichte doch sein kann, bzw. wie ungewöhnlich sie schmeckt. Der gegenwärtige Frühling in Jena schmeckt nicht weniger gut: im gemütlichen Restaurant Daheme! bekomme ich butterzarten Spargel zum Abendessen serviert.

Kurz bevor ich am Sonntag wieder abreise, bleibt noch Zeit für eine Fahrt auf den Jentower. Sonntagmorgen um 10 Uhr habe ich den fast komplett für mich alleine und kann die Aussicht auf die umliegenden Berge in Ruhe genießen.

Danach geht es zu Schillers Gartenhäuschen, das mir – wie schon Goethes Gartenhäuschen – richtig gut gefällt. Bei einer kleinen Führung lerne ich über Schillers Aufenthalte hier und seine Vorlieben, z.B. hat er gerne Mangold gegessen und dieser wurde dann auch im Garten angebaut.

Apropos Essen: mein letzter Stop bevor es zum Bahnhof geht ist in der Fritz Mitte Eatery, die zu dem kleinen Kiosk gehört an dem ich am Vorabend die Leute Schlange stehen gesehen habe. Leider ist mein Hunger nicht groß genug und so entscheide ich mich für Quinoa-Salat zum Mitnehmen. Einen besseren Weg-Snack hätte ich nicht finden können.

Zwei köstliche Restauranttipps für Jena:

Wirtshaus Daheme!
Stilsicheres Innendekor, regionale Produkte und „eine ordentliche Portion deutscher Spargel“ – hungriges Herz, was willst du mehr? Vielleicht noch eine hausgemachte Basilikum-Minze Limonade!
Adresse: Johannisplatz 15, 07743  Jena
www.daheme-jena.de

Fritz Mitte Eatery
Streetfood und BBQ Deli – hausgemachte Gerichte, schicke Limonaden und angeblich die besten Pommes der Stadt. Der Quinoa-Salat kann aber auch so einiges!
Adresse: Neugasse 5, 07743 Jena
facebook.com/FritzMitte

Auch wenn diese Städte nicht unterschiedlicher sein können, haben sie doch eines gemeinsam, sie sind alle bedeutende Schauplätze der Geschichte und laden zum länger verweilen ein. Das wird definitiv nicht mein letzter Besuch sein, denn ich bin sicher in den drei Städten gibt es noch jede Menge zu entdecken!

Wie ist es bei euch, kennt ihr noch weitere Plätze, die man unbedingt gesehen haben sollte?

TIPPS FÜR DEINE URLAUBSPLANUNG AUF THUERINGEN-ENTDECKEN.DE

Dieses Projekt wird von der Europäischen Union (EFRE) und dem Freistaat Thüringen (Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft) kofinanziert.

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