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Einfach mal vom Weg abkommen im Kyffhäuser

Mit der Region Kyffhäuser verband ich bisher nur das berühmte Kyffhäuser Denkmal. Da war es also höchste Zeit für einen Erkundungsbesuch! Was mich am meisten schockierte, dass der Naturpark Kyffhäuser noch vor ein paar Jahrzehnten fast komplett ohne Bäume dastand. Heute kann man sich das nur noch schwer vorstellen, bei der Pracht an dichten Buchenwäldern. Nur noch hier und da laden Magerrasen- und Fallobstwiesen zu einem sonnengetränkten Picknick ein. Tatsächlich ist die Region die trockenste Thüringens und hat zum Beispiel bei Bad Frankenhausen ein mediterranes Klima aufzuweisen.

Kyffhäuser Rundwanderweg

Das interessierte das Wetter aber nicht, als ich zu Besuch war, denn die Regenwolken zeigten sich von ihrer dramatischen Seite. Das fanden natürlich die vielen Pilze, die noch unter der Erde warteten ungeheuer angenehm. Aber so ein bisschen Nieselregen kriegt mich nicht klein und so ging es kurzerhand für mich ab auf den Berg und hinein in den Wald. Der Kyffhäuserweg verläuft insgesamt über 37km und hat drei Etappen, von der man entspannt eine pro Tag zurücklegen kann. Es ist eine gute Idee, auch mal vom Wanderpfad abzukommen, da es in der Umgebung einiges zu entdecken gibt.

Panorama Museum in Bad Frankenhausen

Der Anfang des Kyffhäuserweges

Gewöhnlich startet man in Bad Frankenhausen, welches nicht nur für sein Solebad bekannt ist, sondern auch für den schiefsten Turm. Dieser ist noch schiefer als der Turm von Pisa. Das liegt nicht zuletzt an seinem enormen Neigungswinkel von etwa 4,6 Metern. Über der Stadt liegt der Hausmannsturm. Wenn du deine Fitness testen willst, mach dich doch im Schnellschritt auf den Weg zu ihm und erklimme im Anschluss, an vier Metallleitern, den Berg. Das ist nicht so schwer, wie es sich anhört.

Von hier aus kommst du entweder auf den Kyffhäuserweg oder geradeaus zum Panoramamuseum. Das Museum wurde in der DDR extra gebaut, um die Bauernschlacht während des Wechsels vom 15. zum 16. Jahrhundert auf einer einzigen, riesigen Leinwand in imposanten Bildern festzuhalten. Der komplette Schaffensprozess dauerte 12 Jahre! Der Künstler selber, ein Kunstprofessor, verbrachte dafür vier Jahre lang jeden Tag damit 2/3 des Ölgemäldes per Hand zu malen. Das ist eine enorme Leistung, die man dem auch Bild ansieht. Es werden stündliche Führungen angeboten, um den inhaltlichen Kontext besser zu verstehen.

Kyffhäuser Rundweg

Es geht nicht an Barbarossa vorbei

Auf dem Weg der ersten Etappe gelangt man von Bad Frankenhausen zur Barbarossahöhle. Aber bevor ihr dort ankommt, pflückt euch ruhig einen Apfel von den wilden Obstbäumen, denn diese wurden extra dort angepflanzt. Die Region hat es sich auf die Fahne geschrieben, alte und vom Aussterben bedrohte deutsche Apfelsorten zu bewahren und auf ihren Wiesen anzupflanzen. Insgesamt gibt es 1700 Bäume mit 700 Sorten und ab und zu finden auch Bestimmungen statt, bei denen man seinen Gartenäpfel näher untersuchen lassen kann. Vielleicht ist es ja eine ganz besondere Art? Mehr Informationen gibt im Streuobstzentrum in Tilleda.

Für frisch gepressten Apfelsaft, mache einen kleinen Abstecher nach Bendeleben. Hier kann man 50kg Äpfel in 30 Liter Apfelmost innerhalb einer halben Stunde umwandeln lassen und zwar in einer Mobilen Mosterei! Das Ganze ist ein Jahr lang haltbar, da es in der mobilen Maschine direkt erhitzt wird, und ist von September bis Ende Oktober möglich. Aber das kleine Barockörtchen hat noch weitaus mehr zu bieten. Es gibt ein Schloss mit wunderhübschem Park, eine alte Barockkirche mit detailreichen Schnitzereien und einem evangelischen(!) Beichtstuhl sowie eine Orangerie mit einzigartiger Architektur. Im Sommer kann sie für die Gegend unglaublich viel Hitze generieren und hält die Pflanzen im Winter auf einer konstanten Temperatur um die 8°C.

Tilleda

Die Highlights

Nicht vergessen darf man natürlich die Barbarossahöhle, die nach dem sagenhaften Barbarossa benannt ist. Der war im 12. Jahrhundert erst König, dann Kaiser des römisch-deutschen Reiches und stets auf Wanderschaft. Sein Geist soll immer noch die Gegend heimsuchen, weshalb diese einzigartige Höhle seinen Namen trägt. Aber auch das Kyffhäuser-Denkmal, am anderen Ende des Berges, ist dem ehemaligen Herrscher gewidmet. Thront er doch dort mit seinem wallendem Haar. Von hier aus hat man einen weiten Blick über das Land und alljährlich werden hier riesige Kunstwerke in das Getreidefeld ‚gezeichnet‘, damit es neben der Aussicht noch ein weiteres Highlight zu bestaunen gibt.

Von hier aus geht es in Windeseile den Berg hinunter und zum kleinen Örtchen Kelbra. Das liegt zwar in Sachsen-Anhalt, ist aber auch für einen Thüringenbesuch echt zu empfehlen, denn hier gibt es die Burgruine Kelbra zu bestaunen. Es ist fast wie ein Sprung in die Vergangenheit, wenn man die Rekonstruktionen der alten Häuser und Gerätschaften direkt vor Augen hat. Hier finden zudem auch regelmäßige Veranstaltungen statt, bei denen man selber Hand anlegen und zum Beispiel Knöpfe aus Knochen schnitzen oder Garn spinnen kann.

Kyffhäuser Rundwanderweg

Um die Ecke befindet sich auch der Stausee Kelbra, der für Vogelfreunde ein riesiger Höhepunkt ist. Jedes Jahr versammeln sich hier die Kraniche, die aus Skandinavien kommend einen Essensstop einlegen, bevor es sie nach Afrika oder Portugal verschlägt. Zum Schutz schlafen sie auf dem Wasser und man kann sie mit einem Vogelführer aus sicherer Distanz erspähen. Die höchste Anzahl an Kranichen war bisher 60.000. Man kann also einiges in der kleinen Region Kyffhäuser erleben, wenn man nur die Augen aufmacht!

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Dieses Projekt wird von der Europäischen Union (EFRE) und dem Freistaat Thüringen (Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft) kofinanziert.

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