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Vom Ankommen – Eine Reise ins Eichsfeld

Der Weg schlängelt sich durch zauberhafte Natur. Malerische Wälder, geordnete Felder, schwungvolle Hügelketten und hinter jeder Kurve wartet ein neues Bild, ein noch schönerer Anblick. So schön, dass es schwer fällt nicht immer wieder entzückt „ahhhh“ und „ohhh“ zu sagen. So wie bei einem Feuerwerk: Jede Rakete malt in bunten Farben Kunstwerke in den Himmel. Nur, dass es hier im Eichsfeld nicht erst Nacht werden muss und es auch keiner Pyrotechnik bedarf, um ins Staunen zu geraten.
Wir begleiten Martin Röhrig für einen Tag durch seine Heimat. Er führt das traditionsreiche Wirtshaus „Klausenhof“ in zweiter Generation. Seine Geschichte erzählt von der Liebe für diese Region – voller Hingabe und Herzblut. Sie lehrt uns die Kunst des Ankommens und wie man dabei immer wieder Neues entdeckt. Denn wer seinen Platz gefunden hat, kann sich dem Leben und all seinen Facetten mit voller Hingabe öffnen.

Der Klausenhof – ein Wirtshaus mit Tradition

Der Klausenhof in Bornhagen

Es ist abends. Die Fahrt von Erfurt dauert ca. 1,5 Stunden. Wir verabreden uns unterhalb der Burg Hanstein in Bornhagen. In dem idyllischen Ort liegt der Klausenhof. Das Wirtshaus blickt auf eine bewegte Geschichte zurück: Einst Ort der Gastlichkeit, wurde das Gasthaus zu DDR-Zeiten als Näherei genutzt. Martins Eltern kauften das Haus Anfang der 90er Jahre und führten es Schritt für Schritt zu seinen Ursprüngen zurück. Die Familie hat sich für einen behutsamen, sanften Weg entschieden. Fast so, als würden sie den Wänden lauschen und zuhören, was sie über die Vergangenheit erzählen. Die Geschichte wurde wieder zum Leben erweckt, die Tradition erhalten ohne dabei antiquiert zu wirken. Wer heute den Klausenhof mit wachen Augen betritt, sieht das vieles neu geschaffenen wurde, spürt aber gleichzeitig: hier ist nichts Kulisse, hier ist es echt, wahrhaftig und lebendig. Ein wahrer Schatz, in einer Welt des Scheins und nicht des Seins.
„Klausenhof und Gäste suchen und finden einander“, sagt Martin. „Wer hier ankommt, und sich auf den Ort einlässt, findet auch ein Stück mehr zu sich selbst.“

Unterwegs in der schönen Natur des Naturparks Eichsfeld-Hainch-Werratal

Draußen beginnt es langsam zu dämmern.  Die Sonne taucht den Himmel und die Wolken in kräftige Rottöne. Wir fahren Richtung Heilbad Heiligenstadt und beobachten auf dem Weg das Naturschauspiel. An einem Feld halten wir an, steigen aus und betrachten den Sonnenuntergang. Ohne Zeitdruck, ohne Termine, mitten im Nirgendwo und doch ganz präsent im Hier und Jetzt.
So langsam scheinen wir zu verstehen, was Achtsamkeit wirklich bedeutet – ganz ohne esoterische Magazine, Malbücher oder Ratgeber. Die Sonne nimmt den Tag mit und entlässt uns in die Nacht. Das Rot weicht langsam einem tiefen Blau und mündet schließlich in Ruhe verheißender Dunkelheit. Fast ohne Lichtverschmutzung breitet sich ein traumhaftes Sternenzelt über uns aus.

Am nächsten Tag begeben wir uns auf Erkundungstour durch die Region. Das Eichsfeld liegt im Naturpark Eichsfeld-Hainch-Werratal. Der Naturpark ist einer der schönsten und wertvollsten Landschaften Deutschlands. Trotz oder vielleicht auch durch die Nähe zur einstigen deutsch-deutschen Grenze konnten einzigartige Kultur- und Naturlandschaften bewahrt werden. Eine tiefe Verbundenheit zwischen Mensch und Heimat lässt sich hier an vielen Stellen beobachten. Die idyllischen Orte sehen fast aus wie gemalt. „Hier ist die Welt noch in Ordnung“, denken wir immer wieder. Kein hektisches Treiben oder Menschen, die nur auf den Boden sehen, während sie zügig ihres Weges gehen. Wir haben eher das Gefühl, dass hier die Uhren langsamer ticken – ohne dabei stehen zu bleiben. Dieser natürliche Rhythmus lässt das Leben in der Stadt wie einen aufgewühlten Ameisenhaufen erscheinen. Auch hier haben die Leute viel zu tun, arbeiten lange und hart – doch verfallen sie dabei nicht in eine verkrampfte „Das-muss-jetzt-mal-fertig-werden“ Haltung. Eher wirkt es so, als würde jede Tat dem Dasein immer noch etwas mehr Kraft hinzuführen.

Regional und saisonal – das Angebot des Klausenhofs

Der Kräutergarten des Klausenhofs unterhalb der Burg Hanstein

Martin kennt die Region wie seine Westentasche. Hier ist er aufgewachsen und hat hier auch seine Heimat gefunden. Das beides zusammenkommt, ist mittlerweile fast selten geworden. Von dieser Verbundenheit lebt auch der Klausenhof. In dem Wirtshaus werden saisonale und vor allem auch regionale Produkte angeboten. Unterhalb der Burg Hanstein befindet sich der eigene Kräutergarten des Klausenhofs. Die Kräuter fühlen sich hier sichtlich wohl – ein geordnetes Chaos. Denn jedes Kraut sucht sich seinen eigenen Platz. Es gibt keine Regeln, nur die Gesetzmäßigkeiten der Natur und kleine Korrekturen von Menschenhand. Der Käse kommt aus Schönhagen und Dietzenrode von einem kleinen Demeter-zertifizierten Betrieb, das Mehl stammt von der Kronenmühle in Mackenrode und die Pilze kommen frisch aus dem Wald. Bei der Herstellung der hausgemachten Eichsfelder Wurstspezialitäten, wie Stracke und Feldgieker verbinden sich handwerkliches Können und Leidenschaft für das Lebensmittel.
So ist ein Gericht vom Klausenhof viel mehr als eine Mahlzeit: es erzählt über das Leben, das Wirken und die Liebe der Menschen für ihre Heimat.

Thüringer Klöße, Sauerkraut, Bauernbrot - die perfekten Zutaten für eine Thüringer Mahlzeit

Es war ein langer Tag. Wir sind müde und gleichzeitig hellwach. Denn wer sich für die Schönheit der Natur und der Menschen in dieser Region öffnet, der wird noch lange von dieser Energie und der Liebe zehren. Es tut gut, sich der Natur und ihrem Rhythmus hinzugeben. Das Miteinander – mit den Menschen, mit der Natur – steht im Vordergrund. Erst durch diese Dynamik entsteht das einmalige und stimmige Angebot, das man an Orten wie dem Klausenhof erleben kann. Wir haben uns in den vielen schönen Momenten verloren, um dabei doch all das zu finden, was wirklich wichtig ist.

Oder wie ein lieber Kollege letztens schrieb: So schön, dass es fast schon weh tut.

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Dieses Projekt wird von der Europäischen Union (EFRE) und dem Freistaat Thüringen (Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft) kofinanziert.

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