Beitrag
Routen
zur startseite

Vom Leben am Fluss – eine Radtour entlang der Unstrut

Die Unstrut schlängelt sich durch die sanfte Hügellandschaft weit im Nordwesten Thüringens, der Radweg durchs Eichsfeld folgt ihr stetig. Mal geht’s links vom Flüsschen, mal rechts entlang. Oft genießt man hier einen wunderbar weiten Blick, schaut über üppige Felder, kleine Wäldchen und Orte, die in der Ferne liegen. Beim Radeln rücken sie jedoch immer näher…

Auf dem Unstrut Radweg

Radtour Stopps

Mühlhausen hat viele schöne Ecken, wie hier die alte Stadtmauer und die Marienkirche. Die Unstrut-Quelle kommt in Kefferhausen eher unspektakulär aus der Erde.

Marienkirche Mühlhausen

So, aber langsam wird es Zeit für eine Mittagspause der Radtour. Zella ist ein winziges Dorf, 200, 300 Einwohner vielleicht, direkt am Radweg. Die Unstrut ist hier noch ein Bach, klein und idyllisch. Aber ob’s hier auch was zu essen gibt? „Zauber der Natur. Der Bio-Hofladen der Familie Fütterer“, steht auf einem Schild, an dem wir vorbeikommen. Das klingt doch sehr gut. Also absteigen.

Wir radeln auf die Unstrut Radtour, der den Fluss auf seinem 190 Kilometer langen Weg von der Quelle in Kefferhausen bei Dingelstädt bis zur Mündung in die Saale bei Naumburg begleitet, entlang. Die Radtour führt durch das Thüringer Kernland, die Kyffhäuserregion und das südliche Sachsen-Anhalt. Am Weg liegen interessante Städte, wie Mühlhausen, Langensalza oder Sömmerda – jede für sich einen Besuch wert. Auch der Nationalpark Hainich ist nicht weit.

Quelle der Unstrut

Die Fütterers vom Biobauernhof sind nette Leute. Im Hofladen gibt’s zur Auswahl: Käsebrot, Wurstbrot, Salat. Dazu vielleicht Bio-Orangen-Limo oder Kokoswasser mit Ananas? „Für den Salat suchen Sie sich einfach hier in den Kisten aus, was sie wollen“, sagt Vera Fütterer, „dann mach‘ ich das ganz frisch.“ Serviert wird draußen vor dem Laden am kleinen Stehtisch, an dem man gut ins Gespräch kommt. Landwirt Gerald Fütterer erzählt, dass er Rinder züchtet. „14 Tiere, ein paar davon sind schottische Hochlandrinder“, sagt er. „Das sind die mit dem zotteligen Fell und den gefährlich aussehenden Hörnern. In Wirklichkeit sind das aber sehr nette Tiere, die das ganze Jahr im Freien verbringen können.“

Biohofladen Familie Fütterer

Der Bio-Landwirt führt uns rüber zu seiner weide und ruft laut „hey ho!“. Nur zwei, drei Mal – und schon kommt Bewegung in die Herde. Die Tiere, die eben noch friedlich vor sich hin gemampft haben, richten sich auf. Gemütlich traben sie in Richtung von Gerald, der am Zaun mit einem Eimer voller Brote steht, das er gleich verfüttern wird. Die Tiere kennen das und reihen sich geduldig am Zaun auf. So auch Erwin, der prächtige, mächtige Bulle der kleinen Hochlandrinder-Herde.

Hochlandrinder des Biobauernhofs der Familie Fütterer

Kleine Erlebnisse, viel Landschaft und entspannte Thüringer

Insgesamt ist das eher eine Radtour der leisen Töne. Kleine Erlebnisse wie dieses, dazu viel Landschaft und unaufgeregter Thüringer Alltag auf dem Lande. Der Radweg ist sehr gut ausgeschildert. Am zweiten Tag zum Beispiel, auf der Etappe von der mittelalterlichen Reichsstadt Mühlhausen nach Bad Langensalza, führen uns die Schilder zielgenau über Dörfer mit Namen wie Görmar, Großgottern oder Thamsbrück.

Der Radweg verläuft meist auf gut geteerten Wirtschaftswegen und wenig befahrenen Nebenstraßen. Kurz hinter Mühlhausen ist die Unstrut schon zum richtigen Fluss geworden. Angler stehen am Ufer, Enten cruisen durchs Wasser, und manchmal grasen auch Schafe und ein paar Ziegen auf dem Hochwasserdamm. Wir haben unsere Etappen extra kurz gewählt, am zweiten Tag zum Beispiel sind es von Mühlhausen nach Bad Langensalza kaum mehr als 25 Kilometer. So bleibt genügend Zeit für einen Cappuccino am Wegrand und einen Stadtrundgang. In Bad Langensalza nämlich drehen wir eine große Gartenrunde.

Aussicht auf den Rosengarten in Bad Langensalza

Ein Garten der Glückseligkeit

Starten wir also im Garten der Glückseligkeit: Der Japanische Garten ist einer der Höhepunkte der Kurstadt. Wir lernen alles über Kois und darüber, wie die Zickzackbrücken hier helfen, die bösen Geister fern zu halten. Zweite Station ist der Rosengarten, in dem 450 Rosenarten im Sommer zum duftenden Blumenmeer werden. Dann spazieren wir durch den Magnoliengarten, der später im Jahr zum Hortensiengarten wird. Anschließend folgt der Botanische Garten und das Arboretum, in dem Bäume die Hauptrolle spielen.

Aussicht auf den japanischen Garten in Bad Langensalza

Einfach bummeln und genießen. Bad Langensalza ist ja so grün – und herrlich schattig an heißen Sommertagen. Im Städtchen ist viel los, die Terrassen der Restaurants und Cafés sind gut besetzt. An vielen der zahlreichen Brunnen spielen Kinder, Urlaubsstimmung liegt in der Luft.

Kulinarisch haben wir die große Auswahl: italienisch, indisch oder doch lieber Thüringer Hausmannskost? Man könnte den Abend beschließen mit einem Glas Gutedel oder Grauburgunder aus der Saale-Unstrut-Region, zum Beispiel vom Thüringer Weingut in Bad Sulza. Die Reben wachsen nicht weit von hier an den steilen Hängen in der Nähe des Mündungsgebiets – und der Wein passt gut zur deftigen Thüringer Küche und zu den angenehmen Rad-Kilometern des Tages.

TIPPS FÜR DEINE URLAUBSPLANUNG AUF THUERINGEN-ENTDECKEN.DE

Dieses Projekt wird von der Europäischen Union (EFRE) und dem Freistaat Thüringen (Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft) kofinanziert.

Logo des Freistaats Thüringen
Logo der EFRE
Logo der EU

Dieses Projekt wird von der Europäischen Union (EFRE) und dem Freistaat Thüringen (Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft) kofinanziert.

Logo der EFRE
Logo der EU
#deinThüringen