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Eine Etappe Sinneszauber auf dem Rennsteig

Für den emsigen Büroarbeiter und Stadtmenschen ist eine Wanderung durch Thüringer Wald und Wiesen, am berühmten Rennsteig, ein wahrer Sinneszauber. Denn hier gibt es Orte der Stille und Orte, an denen die Natur sich selbst zu überlassen sein scheint. Im Zuge der Rennsteigtour, mit Staatssekretär Georg Maier, laufen wir eine Wanderetappe von Masserberg nach Friedrichshöhe mit. Die Gruppe läuft in 9 Etappen den gesamten Rennsteig ab um Land und Leute kennen zulernen.

Rennsteigschild

Sommerliches Grün trifft frische Brise

Schon die Fahrt mit dem Auto nach Masserberg am frühen Morgen ist ein Erlebnis. Schmale Straßen schlängeln sich bergauf und bergab durch das sommerlich frische Grün des Thüringer Waldes. Die ersten Heuballen schmücken die Felder und machen Lust auf dem Land zu leben. Ich kurble die Autofenster herunter und lasse mir die frische Brise um die Nase wehen. Doch wird die Euphorie kurz vor der Ankunft an meinem Ziel Masserberg durch eine Straßensperre getrübt. Eine Umleitung weist den Weg – doch endet sie im Nirgendwo, nämlich an einer Kreuzung mit drei Möglichkeiten zum Weiterfahren. Geübt darin in unbekannten Gegenden sofort einen Blick auf den Routenplaner im Handy zu werfen, erstarre ich kurz. Kein Empfang! Nicht möglich! Kurz entschlossen wage ich es selbst zu entscheiden und biege rechts ab. Nach einer Weile habe ich sogar wieder Navi und freue mich auf dem richtigen Weg zu sein. Unterwegs halte ich sogar, um einem älteren Paar zu helfen, welches ratlos am Straßenrand steht und den Weg nach Masserberg sucht.

Rennsteigtour durch den Thüringer Wald

Heilklimatische Düfte genießen in Masserberg

Gemeinsam kommen wir endlich auf ca. 800 Meter Höhe an und genießen die herrliche Luft am heilklimatischen Ort Masserberg. Dort schließe ich mich meiner Wandergruppe an.
Umgeben von Fichten- und Buchenwäldern sowie blühenden Bergwiesen ist man hier in Masserberg schon direkt am Rennsteig, auf dem Kamm des Thüringer Waldes. Ich spüre die wohltuende Klimaveränderung. Nicht umsonst kommen schon seit 1896 Gäste hierher, um sich bei Wintersport und Wandern zu erholen. Heute genießen die Gäste den modernen Kurbereich. Die Luft riecht intensiv würzig nach sonnenverwöhnter Erde und Wiesen und dem frischen kühlen Duft des Waldes, der wohltuend ins Gesicht weht. Die schiefergedeckten Häuser in Masserberg lassen darauf schließen: Ich bin hier schon in der Nähe des Thüringer Schiefergebirges, welches unvorstellbare 500 Millionen Jahre brauchte um zu entstehen und immer noch weiter wächst.

Häuser in Masserberg

Schiefer Richtung Hohe Heide

Thüringer Kulturgeschichte hautnah erleben auf der Hohen Heide

Doch weiter geht’s. Ich bin ja zum Wandern hier. Aber nach kurzer Wegstrecke Richtung Hohe Heide (832 m) folgt eine Überraschung, welche unsere Wandergruppe immer wieder innehalten lässt. Am Wegesrand tauchen wiederholt seltsame Steine mit teilweise schwer zu entziffernden Inschriften und Symbolen auf. Der Historiker weiß um was es sich handelt. Der Laie schlägt seinen Wanderführer auf oder fragt seine wissenden Wegbegleiter.
Es sind Grenzsteine, welche das einst in Fürstentümer zersplitterte Land ordneten. Mit geübtem Auge kann man teilweise die bis ins 16. Jahrhundert reichenden Inschriften erkennen. Die sächsische Raute, Schwarzburger Gabeln, Henneberger Henne, Brandenburger Adler, Bamberger Löwe oder die über 1300 Jahre alten Dreiherrensteine, die die Punkte anzeigen an denen die Grenzen dreier Herrschaften lagen. Wir entdecken den bekannten Dreiherrenstein auf der Hohen Heide, welcher einst die Fürstentümer Schwarzburg-Sondershausen, Schwarzburg-Rudolstadt und Sachsen-Meiningen trennte. Was für ein Gefühl einen solch alten Stein zu berühren, ein Relikt aus einer anderen Zeit in der Fürsten, Kaufleute und Reiter den Weg über den Kamm nutzen, um durch den Thüringer Wald zu gelangen. Ich bin erstaunt über diesen historischen Einblick und mir wird wieder einmal bewusst wie nah in Thüringen Natur und lebendige Kulturgeschichte beieinander liegen.

Rastplatz am Rennsteig

Den Blick in die Ferne schweifen lassen

Vorbei an der Eisfelder Ausspanne (751 m) erreichen wir nach ungefähr 2 Stunden fröhlich und voller Sinneseindrücke die Friedrichshöhe (802 m). Die Beine sind etwas schwer vom schnellen Marsch auf dem weichen Waldboden. Die frische Luft macht hungrig und durstig. Bevor wir einkehren lassen wir jedoch den Blick schweifen.
Und weit kann das Auge hier blicken. Der Rennsteig verläuft direkt am Waldrand und die Wandergruppe hat einen Ausblick bis zum Bleßberg (865 m) mit seinem Aussichts- und Funkturm. Noch mehr Sinneseindrücke bekommt der Wanderer im Informationszentrum des Naturparks Thüringer Wald. Eine liebevoll gestaltete Ausstellung und eine Multimedia Show erlauben interessante Einblicke in Lebensräume und Handwerk.

Heuzauber entdecken in Friedrichshöhe

Hier in Friedrichshöhe am kleinsten Ort des Rennsteiges, an dem sich ein paar wenige Schieferhäuser in die sanften Erhebungen der blühenden Bergwiesen schmiegen, findet sich noch die seltene Arnika – Symbolpflanze des Naturparks und Namensgeber der Pension in die wir nun einkehren. Begrüßt werden wir vom Gastgeber selbst, dem Heu-Heinrich, welcher mit seinem innovativen Heuzauber nun fast schon ein Star auf dem Rennsteig ist.

Zum Heubaden bleibt heute keine Zeit. Aber wer mehr über das kribbelnd-gesunde Erlebnis erfahren möchte, läuft am besten gleich selbst über den Rennsteig und macht hier auf der Friedrichshöhe Halt. Hier spürt man den erholsam heilenden Sinneszauber am eigenen Leib.

Pension Arnika im Thüringer Wald

Ich genieße zum Abschluss meiner Wanderetappe meinen lecker-deftigen Gulascheintopf garniert mit Wiesenkräutern und einem schneeweißen Klecks Sahne. Was für ein Genuss nach solch einem aufregenden Vormittag.

Und jetzt seid ihr dran uns eure Geschichten zum Rennsteig zu erzählen!

TIPPS FÜR DEINE URLAUBSPLANUNG AUF THUERINGEN-ENTDECKEN.DE

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Dieses Projekt wird von der Europäischen Union (EFRE) und dem Freistaat Thüringen (Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft) kofinanziert.

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