Beitrag
Routen
zur startseite

Südtiroler Grüße in Apolda – Das Meraner Pflanzbuch

Was macht ausgerechnet ein überdimensionales Pflanzbuch in Apolda? Und was hat das mit Meran zu tun? Dieser Sache möchte ich auf den Grund gehen. Auf geht’s zu einer spannenden Recherchetour auf die 4. Thüringer Landesgartenschau „Blütezeit“ nach Apolda. Hier erfahre ich, dass Meran in diesem Jahr 700-jährige Stadtgründung feiert und Kaiserin Sissi zu den prominentesten Kurgästen zählt.

Blumenbeet auf der Landesgartenschau Apolda

Und dies ist längst nicht alles! Das Geheimnis um den Buchstabensalat rings um die aufgeschlagene Pflanzskulptur muss schließlich auch gelüftet werden.
Ein bisschen fühle ich mich wie Miss Marple auf einer Undercover-Mission. Mit meinem Übersichtsplan in der Hand starte ich mein detektivisches Vorhaben: Auf zum Meraner Pflanzbuch. Der Weg dorthin führt vorbei an „Mutter Natur“, einer überlebensgroßer Figur aus Eichenholz, geschaffen vom Rhöner Holzbildhauer Ronny Denner.

Mutter Erde auf der Landesgartenschau Apolda

Am idyllischen Lohteich vorbei geschlendert, erspähe ich schon das grüne Gebäude der Thüringen-Info. Sie ist umgeben ist von Botschaftergärten. Und genau hier ist mein Ziel erreicht: Das Meraner Pflanzbuch ist nicht zu verfehlen. Es könnte das aufgeschlagene Buch eines Riesen sein.

Meraner Pflanzbuch auf der Landesgartenschau Apolda

Imposante Liaison: Tonnenschweres Eisen trifft auf zarte Pflänzchen

Das Gestell des Meraner Pflanzbuch’s ist wirklich beeindruckend. Wie ich erfahre, besteht es aus vier Teilen, wobei ein Teil zwischen 400 und 450 Kilogramm auf die Waage bringt! Die Struktur des Pflanzbuches wurde von den Schmieden des städtischen Bauhofes in Meran hergestellt. Doch was ist mit der üppigen Bepflanzung? Dafür reisten Gärtnerinnen und Gärtner aus Meran in die Hauptstadt des Weimarer Landes. Um dem gigantischen Buch Leben zu verleihen, pflanzten sie auf einer Fläche von 150 Quadratmeter zum Großteil Polsterpflanzen in Matten. Wie ich finde, eine gelungenes Konzept. Der Kontrast zwischen dem rostigen Eisen einerseits, und den zartweißen Blüten des Immergrüns oder den gelbfunkelnden Sternblüten des Hornsauerklees andererseits hat etwas Besonderes an sich.

Immergrün Meraner Pflanzbuch

Aus dem Meraner Nähkästchen geplaudert

Wer Meran kennt, der weiß, dass die Stadt im Etschtal geprägt ist von zahlreichen Alleen, historischen Gartenanlagen und Promenaden. Durch das milde Klima gedeihen Magnolien, Palmen und Zypressen. Und das vor der imposanten Silhouette schneebedeckter Gipfel. In Meran sind Pflanzskulpturen ein wichtiger Teil der gärtnerischen Identität. Genau aus diesem Grund entstand ganz bewusst eine Pflanzskulptur für die Thüringer Landesgartenschau in Apolda. Die Gestalt in Form eines Buches erinnert an die Stadtgründung Merans vor 700 Jahren – das Jubiläum ist sozusagen gärtnerisch niedergeschrieben. Doch warum die Grüße aus Südtirol? Schließlich ist die Partnerstadt Apoldas das toskanische Städtchen San Miniato und nicht Meran. Ich forsche weiter und komme der Sache auf die Spur: Meran ist Hauptsitz der Firma Dr. Schär. In Apolda befindet sich eine von zwei Produktionsstätten der deutschen Tochtergesellschaft. Aha! Mit dem Botschaftergarten soll also die internationale Verbindung zwischen Apolda und Meran präsentiert werden.

Buchstabensalat voller Geschichten

Landesgartenschau Apolda, 700 Jahre Meran

Überall um das Meraner Pflanzbuch liegen, stehen oder lehnen große Buchstaben herum. Aus der Ferne betrachtet ein schönes Fotomotiv! Das muss ich näher inspizieren. Ich schaue mir die einzelnen Buchstaben genauer an und stelle fest: Auf jedem befindet sich ein kleiner Hinweis zu Meraner Attraktionen. Ich fange an mit S wie Sissi. Die österreichische Kaiserin machte den Kurort Meran durch ihre Aufenthalte um 1870 weltberühmt. Mit ihr kam der europäische Hochadel in die Stadt. Ein Park in Meran trägt heute ihren Namen. Beim T wie Tappeinerweg handelt es sich um eine 60 Meter über dem Stadtzentrum verlaufende Höhenpromenade mit vielen mediterranen Pflanzen. Weiter geht’s mit G und den Gärten von Schloss Trauttmansdorf. Auf den Meran durchquerenden Wildbach Passer, der bereits mehrfach die Stadt überflutete und verwüstete, verweist das P. Das große M steht fürs Palais Mamming. Das T für die Therme. Das K für’s Kurhaus. 700 Jahre Meran, aufgeschlagen im Pflanzbuch, nachlesbar auf großen Buchstaben, die sich rund um das Pflanzbuch verselbstständigt haben. Auf einem Schild entdecke ich diesen lieben Gruß: „…Wir wünschen Ihnen eine gute Nachlese und hoffen, Ihre Neugierde für einen Besuch in der kleinen, mondänen Kurstadt geweckt zu haben.“ – Ich würde sagen: Hat geklappt!

Buchstabensalat

G wie Gärten, P wie Passer, S wie Sissi und T wie Tappeinerweg

TIPPS FÜR DEINE URLAUBSPLANUNG AUF THUERINGEN-ENTDECKEN.DE

Dieses Projekt wird von der Europäischen Union (EFRE) und dem Freistaat Thüringen (Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft) kofinanziert.

Logo des Freistaats Thüringen
Logo der EFRE
Logo der EU

Dieses Projekt wird von der Europäischen Union (EFRE) und dem Freistaat Thüringen (Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft) kofinanziert.

Logo der EFRE
Logo der EU
#deinThüringen